Fußball
Bayern vor Herbstmeisterschaft - Scholz-Debüt

dpa DüSSELDORF. Die Fußball-Welt blickt zur WM-Auslosung nach Leipzig, doch die Profis und Trainer der Bundesliga interessiert vorrangig das Geschehen am vorletzten Hinrunden-Spieltag.

Für Bayern München geht es darum, sich vorzeitig die Herbstmeisterschaft zu sichern und die Konkurrenz eine Woche vor der Winterpause auf Distanz zu halten. „Jetzt ist die Herbstmeisterschaft unser nächstes Ziel“, sagte der Bayern-Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge vor der Partie des Spitzenreiters gegen Schlusslicht 1. FC Kaiserslautern. Bereits ein Remis würde den Bayern genügen, um sich den inoffiziellen „Halbzeit-Titel“ zum 15. Mal zu sichern.

Beim FC Schalke 04 sollte nach dem knappen 2:3 beim AC Mailand und dem Scheitern in der Champions League wieder der Alltag einkehren. Doch dann kündigte Trainer Ralf Rangnick unerwartet seinen Rückzug zum 30. Juni 2006 an: „Ich werde meinen Vertrag nicht verlängern“, sagte der 47-Jährige unter Tränen. Als Gründe gab der Schwabe, der am 28. September 2004 Nachfolger von Jupp Heynckes geworden war, Probleme im Verein und in der öffentlichen Darstellung an. Es sei von Anfang an nicht gelungen, „Dinge intern zu halten, die nicht an die Öffentlichkeit gehören“, sagte Rangnick.

Trotzdem gilt Rangnicks Konzentration dem letzten Heimspiel des Jahres. Vor der Partie gegen den FSV Mainz 05 war er vorwiegend als Psychologe gefragt. „Wir müssen die Köpfe frei bekommen, denn wir haben noch zwei wichtige Bundesliga-Spiele.“ Der Mainzer Mathias Abel kann schon mal seine künftige Arbeitsstätte inspizieren, denn vom Sommer an spielt er für Schalke. Nach längerer Verletzungspause profitiert er bei seiner Rückkehr ins Team von Nikolce Noveskis Gelb-Sperre. „Wir haben große Möglichkeiten, gegen Schalke zu bestehen“, sagte Abel.

Titelverteidiger Bayern München will sich trotz der beruhigenden Ausgangslage kein weiteres Unentschieden leisten, denn ohne den am Knie verletzten Abwehrchef Lucio kamen die Münchner schon in Stuttgart und in der Champions League in Brügge nicht über eine Punkteteilung hinaus. Kein Wunder, dass Trainer Felix Magath die Rückkehr des Innenverteidigers herbeisehnt. Lucio ist als Antreiber kaum zu ersetzen. Die Bedeutung des Brasilianers unterstreicht auch Sebastian Deisler, der als einer von insgesamt elf Bundesliga-Profis am 16. Spieltag wegen einer Sperre zum Zuschauen verdammt ist: „Lucio gibt Impulse, rüttelt wach und stürmt nach vorne.“ Magath rechnet nach der verpatzten Premiere von FCK-Coach Wolfgang Wolf (1:5 in Hannover) mit äußerst defensiven Pfälzern: „Es wird wohl ein Geduldsspiel.“

Normalerweise wäre die Partie zwischen dem MSV Duisburg und Arminia Bielefeld wohl von geringem Allgemein-Interesse, doch nach der Kopfstoß-Affäre um den vom DFB gesperrten und vom Verein beurlaubten Trainer Norbert Meier gehen die Blicke besonders in die MSV-Arena. Dort wird Co-Trainer Heiko Scholz erstmals als „Chef“ auf der Bank sitzen. Die Frage ist, wie die Mannschaft den Trubel nach der 1:1 gegen Köln im Nachholspiel am Dienstag verkraftet hat. „Jeder träumt davon, Bundesliga-Trainer zu sein, aber dass es auf diesem Weg passiert, ist für mich eine komische Situation“, sagte Scholz. Sein Gegenüber Thomas von Heesen will bis zur Winterpause aus den Spielen in Duisburg und gegen Köln mindestens „noch vier Punkte“ holen.

Zum Verfolger-Duell treffen sich in der AOL-Arena die beiden Uefa- Cup-Teilnehmer Hamburger SV und Hertha BSC. Manager Dieter Hoeneß misst der Partie beim Tabellen-Zweiten große Bedeutung bei. „Ich würde lügen, wenn ich von einem normalen Spiel sprechen würde. Wir wollen den Abstand nach vorn verringern und unseren Platz festigen“, sagte Hoeneß. Beim stark ersatzgeschwächten HSV, der seit sechs Spielen ungeschlagen ist, wiegt der Ausfall von Rafael van der Vaart schwer. Ersatzkeeper Sascha Kirchstein steht zum dritten Mal für den verletzten Stefan Wächter zwischen den Pfosten.

Mit dem Rückenwind der Qualifikation für das Champions-League- Achtelfinale und der Vertragsverlängerung von Trainer Thomas Schaaf tritt Werder Bremen am Sonntag beim 1. FC Köln an. Die Aussichten der Kölner, die Negativ-Serie von zehn Spielen ohne Sieg ausgerechnet gegen Werder zu beenden, sind eher dürftig. Zumal neben fünf Dauerverletzten auch die gesperrten Albert Streit, Özalan Alpay und Lukas Podolski (Gelb-Sperre) fehlen. „Das tut sehr weh“, sagte Trainer Uwe Rapolder angesichts der Personalprobleme.

Während Hannover 96 seine Miniserie unter Coach Peter Neururer (7 Punkte aus drei Spielen) gegen Borussia Mönchengladbach ausbauen will, hofft Hans Meyer mit dem 1. FC Nürnberg gegen Bayer Leverkusen auf den ersten Heimsieg. „Von der Klasse der einzelnen Spieler begegnen wir Bayer auch in den nächsten Jahren nicht auf Augenhöhe“, sagte Meyer, der dennoch an die Chance glaubt: „Was das Mannschaftsgefüge angeht, sind wir von Leverkusen nicht so weit weg.“

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