Fußball
Beckhams Verletzung schmerzt Verein und Vaterland

Die schwere Knieverletzung von David Beckham - sie schmerzt nicht nur den Superstar, sondern auch Verein, Verband und Vaterland.

dpa LOS ANGELES/BOSTON. Die schwere Knieverletzung von David Beckham - sie schmerzt nicht nur den Superstar, sondern auch Verein, Verband und Vaterland.

So muss Englands Nationaltrainer Steve Mcclaren in den beiden wichtigen EM-Qualifikationsspielen gegen Israel (8. September) und Russland (12. September) auf den 32-Jährigen verzichten. Und auch Los Angeles Galaxy steht Beckham aufgrund einer Innenbanddehnung, die er sich im Superliga-Finale gegen den mexikanischen Meister FC Pachuca zuzog, bis voraussichtlich Mitte Oktober nicht zur Verfügung. „Ich bin sehr enttäuscht, schon wieder verletzt zu sein. Es war ein Jahr mit vielen schönen Höhen und frustrierenden Tiefen“, meinte der Rekonvaleszent.

Pessimisten hatten es ohnehin geahnt, dass selbst ein David Beckham dem unpopulären Fußball in den USA nicht zu Glanz und Geltung verhelfen kann. Optimisten wie Beckhams Boss bei Galaxy, Alexi Lalas, stellten der Weltöffentlichkeit den Neuen bei der Präsentation am 13. Juli in Los Angeles sogar als „besten Fußballer des Planeten vor“. Man habe das getan, was man für gut hielt - und zwar für den Club und den Spieler, sagt Lalas heute. Einige Sachen hätten gut geklappt, andere nicht. Aber da müsse man jetzt gemeinsam durch, betont er.

Galaxy war vor dem Beckham-Boom Vorletzter der Major League Soocer (MLS). Mittlerweile ist man noch einen Platz abgerutscht und verlor zuletzt sechsmal nacheinander - dreimal war der Superstar dabei. Die Nummer 23 ist bislang der teuerste Kurzarbeiter der Sportgeschichte. Denn Beckham verdient inklusive Sonderprämien 50 Mill. Dollar pro Saison. In seinen bisherigen fünf Pflichtspielen und der Partie gegen Chelsea London stand er gerade mal 310 Minuten auf dem Platz - macht einen Minutenlohn von 161 290,32 Dollar.

„Er ist trotzdem jeden Penny wert“, meint Lalas stur. Ein Teil der Medien sieht das anders. „Blindes Vertrauen in Beckham bringt MLS in Schwierigkeiten“, titelte Espnsoccernet kürzlich. In der Tat bereitet „Becks““ Knie den Liga-Bossen Kopfschmerzen. Der größte Werbeträger der MLS in der Reha statt auf dem Rasen. Dabei sollten die Galaxy-Gastspiele in Salt Lake, Kansas City, Columbus und Houston Fußball-Feste werden. Alle wollten einen Zahltag erleben, so wie es Toronto, Washington, Boston und New York vergönnt war. In Salt Lake sind seit langem alle 25 000 Tickets verkauft für das Match am 19. September. In Kansas City wurde die Partie acht Tage später als „Sportevent des Jahres in Midwest“ angekündigt. Doch ohne Beckham keine Begeisterung.

Der teuerste Import der US-Sportgeschichte hat den Fußball in das Bewusstsein der Amerikaner gebracht - selbst wenn er im Anzug auf der Bank saß. Seine fünf Partien sahen im Schnitt 39 169 Zuschauer - der Liga-Durchschnitt liegt bei 15 906 Besuchern. Und das Galaxy-Trikot mit der Nummer 23 wurde mehr als 250 000 Mal verkauft. „Es ist schrecklich, dass er jetzt so lange ausfällt. Aber es hat Spaß gemacht, ihm zuzugucken, als er auf dem Platz stand“, meint sein Mitspieler Landon Donovan. Man werde darauf achten, dass Beckhams Verletzungen jetzt richtig auskuriert werden, kündigte Galaxy-Trainer Frank Yallop an. Und Beckham selbst ließ verlauten, dass er sehr optimistisch bleibe und hoffe, diese Saison noch einige Partien zu spielen - für Verein und Vaterland.

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