Fußball-Bundesliga 2015
Milliardengeschäft blüht, Bayern glänzt

FC Bayern dominiert die Bundesliga - wirtschaftlich wie sportlich. Borussia Dortmund ist erster Jäger. Die Bilanz zur Hälfte der Saison ist herausragend. Doch das ist keine Garantie, dass dies so bleibt. Ein Kommentar.
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DüsseldorfHalbzeit der Bundesliga-Saison 2015/16: Volle Stadien, gesunde Vereine, glückliche Sponsoren und spannende Spiele. Doch Fußball ist mehr als die liebste Freizeitbeschäftigung der Deutschen. Der Sport ist ein Wachstumsmotor für die Wirtschaft, er schafft Arbeitsplätze und kurbelt die Konjunktur für alle möglichen Dienstleister an. Auch in dieser Saison.

Rund zwei Milliarden Euro fließen allein bis zur Halbzeit in die Kassen der 18 Bundesliga-Klubs. Nur ein Bruchteil der Umsätze kommt inzwischen von den Zuschauern auf den Rängen selbst. Ein Grund: Die Preise sind im Vergleich England recht moderat – 30 Euro kostet ein Durchschnittsticket. 

Das große Geld verdient die Bundesliga indirekt – über Fernsehrechte, national wie international. Auch hier laufen die Deutschen den Engländern inzwischen weit abgeschlagen hinterher. Kein Wunder also, dass die Diskussion darüber in den vergangenen Wochen derart hochkochte. Um des schönen Image für Investoren willen schweigen die Streithähne nun vorerst.

Eine Milliarde Euro pro Saison aus Fernsehrechten gilt inzwischen in der Liga als das Minimum für die nächsten Jahre. Solch ein TV-Deal – mit wem auch immer – würde das Bundesliga-Wachstum weiter befeuern. Derart viel Geld werden Fernsehanbieter aber nur locker machen, wenn sie diese Investitionen über Fans, Sponsoren und Werbung refinanzieren können.

Die Folge im Milliarden-Spiel Fußball wird also sein: Da die Arenen einer natürlichen Begrenzung unterliegen, wird das Stadionerlebnis medial immer häufiger ins Wohnzimmer verlegt. Und kostet da auch fünf, zehn, 20 oder 50 Euro im Monat – abhängig davon, welche ihrer Lieblinge die Fans sehen wollen und wie zeitnah zum Spiel sie sich das wünschen.

Für die Wirtschaft ist das sehr attraktiv, denn sie kann Millionen Fußballfans noch gezielter umgarnen. Einzelne Vereine und TV-Anstalten weiten ihre Medien-Abteilungen und Angebote dementsprechend auch bereits seit Jahren systematisch aus. Der Trend bedeutet andererseits: Alte Gewohnheiten müssen sich ändern.

Wachstum im Fußballgeschäft braucht Exklusivität. Die für jedermann verfügbare, sogenannte freie Fußball-Berichterstattung, etwa die legendäre ARD-Sportschau, wird bei solchen Milliarden-Deals wohl hintendran stehen müssen. Es sei denn die Anstalten setzen massiv Gebührengelder ein. Was sehr fragwürdig wäre.

 

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