Fußball Bundesliga
Alarm im Tollhaus FC Bayern

Wieder kein Sieg, aber noch mehr Ärger – der FC Bayern München wird zum Tollhaus. Mit Vorstands-Kritiker Philipp Lahm und Stadion-Flüchtling Luca Toni machte der Fußball-Rekordmeister kurzen Prozess – beide wurden zu Geldstrafen verdonnert. Doch der Münchner Herbststurm bleibt ungemütlich – und könnte sich schon bald in einem Orkan entladen.

HB MÜNCHEN. Dass Magier Felix Magath seinem Ex-Club mit dem FC Schalke auch wegen des mutigen Schachzugs mit dem 18 Jahre alten Bundesliga-Nobody Joel Matip beim 1:1 zwei Punkte "klaute", verblasste hinter dem Wirbel um den sonst so loyalen Nationalspieler Lahm und den nach seiner Auswechslung zur Pause wutentbrannt heimgebrausten Weltmeister Toni.

Vorstands-Boss Karl-Heinz Rummenigge und Trainer Louis van Gaal zitierten die beiden Profis noch vor dem Training zum Rapport, sprachen auch in der Kabine zur gesamten Mannschaft. Es herrscht Alarm an der Säbener Straße. Lahm traf es nach seiner in der "Süddeutschen Zeitung" geäußerten Fundamentalkritik an den Club-Bossen, aber auch an Trainer und Teamkollegen härter als Toni.

Der Vize-Kapitän habe in "eklatanter und unverzeihlicher Art und Weise gegen interne Regeln verstoßen, in dem er öffentlich den Klub, den Trainer und seine Mitspieler angegriffen hat", erklärte der Vorstand und sprach von einem Tabu-Bruch. Interviews müssen ausschließlich beim Klub angefragt und organisiert und zum Autorisieren für den Spieler vorgelegt werden. Dies sei im Lizenzvertrag festgelegt und von jedem Spieler bestätigt. >"Gegen beide klare Absprachen hat Philipp verstoßen", sagte Rummenigge: "Wir sind enttäuscht, weil er als stellvertretender Kapitän hier eigentlich eine besondere Verantwortung für die Mannschaft und den Klub trägt." Darum wurde Lahm "mit einer Geldstrafe belegt, wie es sie in dieser Höhe beim FC Bayern noch nicht gegeben hat", erklärte der Bayern-Präsident weiter. Die Strafe müsste über 50 000 Euro liegen.

"Empfindlich" soll die Buße für Spitzenverdiener Toni sein, dem eine "unakzeptable Disziplinlosigkeit" vorgeworfen wurde. Toni hat sich - so der Klub - unabhängig davon mittlerweile beim Klub und bei seinen Mannschaftskollegen für sein Verhalten entschuldigt. Auf die Frage, ob auch Lahm sich mittlerweile entschuldigt habe, sagte Rummenigge gegenüber Sky90: "Bis jetzt nicht, aber vielleicht geht er ja noch in sich." Der Vorstand ging auch weiterhin nicht inhaltlich auf Lahms Aussagen ein.

Ungemütlich bleibt der Münchner Herbststurm, der sich auf der Hauptversammlung am 27. November mit dem geplanten Stabwechsel von Franz Beckenbauer zu Uli Hoeneß im Präsidentenamt in einem Orkan entladen könnte, auch für Louis van Gaal - obwohl der Trainer akut nicht um seinen Job bangen muss. "Es war kein katastrophales Spiel, sondern ein ordentliches. Wir werden in aller Ruhe bis Weihnachten abwarten und gucken, wie das Zwischenergebnis ist", sagte Hoeneß.

Auch Beckenbauer sprach im TV Sky-Sender von einer Geduldsfrist bis Weihnachten: "Natürlich müssen bis dahin Ergebnisse erzielt werden. Wenn jetzt alle Spiele verloren werden - was natürlich nicht passieren wird dann wird das Treffen ernsthafter sein, als wenn man alle Spiele gewinnt."

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