Fußball Bundesliga
Arena fürchtet Deutsche Telekom nicht

Arena, neuer Inhaber der Pay-TV-Rechte an der Bundesliga, sieht die Deutsche Telekom, die die Internet-Rechte erworben hat, nicht als Konkurrenz an. Es gehe Arena nicht um Exklusivität, erklärte der Unternehmenssprecher.

Der neue Inhaber der Pay-TV-Rechte an der Bundesliga, Arena, betrachtet die Internet-Berichterstattung der Deutschen Telekom nicht als Konkurrenz. "Unser Konzept basiert ohnehin nicht auf Exklusivität, sondern darauf, dass man sich Fußball wieder leisten kann. Wir sind gerade erst wach geworden. Details werden wir erst im Frühjahr präsentieren können", betonte Arena-Sprecher Bernard de Roos bei der ersten Pressekonferenz aller Rechte-Inhaber am deutschen Profi-Fußball ab der Saison 2006/2 007 am Donnerstag in München.

Wirtschaftsexperten äußerten am Rande der Veranstaltung in der Allianz Arena, wo die Vertreter der Rechte-Inhaber ab der kommenden Spielzeit und die Mitarbeiter der DFL Deutsche Fußball Liga Gmbh wie "elf Freunde" auf dem Podium platziert waren, allerdings erhebliche Zweifel an der Refinanzierung. Schließlich bietet die Deutsche Telekom über ihr DSL-Angebot und für eine noch nicht genannte Gebühr ebenfalls Live-Übertragungen im Internet an.

Telekom-Angebot zielt auf neue DSL-Kunden ab

Während die Sportrechte-Agentur Arena aber rund 240 Mill. Euro pro Jahr an die DFL überweisen wird, kommt die Deutsche Telekom mit rund 25 Mill. Euro jährlich vergleichsweise billig davon. Walter Raizner, Festnetz- und Breitband-Chef der Telekom, wollte aus verständlichen Gründen von einer Konkurrenz zu Arena aber nichts wissen. "Wir sind im Grunde genommen keine Konkurrenz. Unser Ziel sind neue DSL-Kunden, die wir über den Inhalt Fußball-Bundesliga gewinnen können", erklärte Raizner.

Bislang verfügen sechs Mill. Bundesbürger über einen DSL-Anschluss. Bis 2008 will die Telekom vor allem durch die Übertragungen der Fußball-Bundesliga die Abonennten-Zahl auf elf Mill. ausbauen. Neueinsteiger Arena, der den Aufbau einer Sportredaktion in München plant, verspricht sich einen Zugewinn von "sechs bis zehn Mill. Fußballinteressierten" als Neukunden und einen Popularitätsschub für das Kabelfernsehen in Deutschland. "Wir werden aber auch über Satellit senden", erklärte de Roos.

Derweil wird immer deutlicher, dass der Fußball-Fan nur scheinbar als Gewinner aus dem Rechte-Poker hervorgeht. Zwar sollen sich die Kosten für ein Bundesliga-Abo von bislang 34,80 Euro (Premiere) auf unter 20 Euro (Arena) reduzieren. Wer jedoch zudem die deutschen Vertreter in der Champions League verfolgen möchte, muss sich sowohl die "smart card" von Premiere als auch die von Arena leisten. Denn die Rechte an der Champions League bis zur Spielzeit 2008/2 009 liegen bei Premiere.

Premiere-Chef verhöhnt Arena

Unterdessen zog Premiere-Chef Georg Kofler die DFL nach dem Verlust der Pay-TV-Rechte an Arena ins Lächerliche. "So eine Offerte wird die Liga in den nächsten zehn Jahren nicht bekommen. Sie lag nördlich von 300 Mill. Euro. Aber die DFL hat sich für einen Nobody entschieden, für die Regionalliga", sagte Kofler.

Premiere war am Mittwoch der große Verlierer im Poker um die TV-Übertragungsrechte der Fußball-Bundesliga ab der Saison 2006/07. Ein Erdrutsch an der Börse war die erste Reaktion. Der Kurs des Papiers rutschte an der Frankfurter Börse bei hohen Handelsumsätzen um bis zu 47 Prozent von 23,60 auf den historischen Tiefstand von nur noch 12,55 Euro.

Eine Abwanderungswelle der Reporter zum neuen Pay-TV-Anbieter Arena befürchtet Kofler indes nicht. "Da habe ich keine Angst. Ich schaue mir aber sehr genau an, wer sich abwerben lässt. Für den ist die Tür zu", erklärte Kofler.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%