Fußball Bundesliga
arena startet mit Klinsmann neue Offensive

Nach der Kritik von DFL-Geschäftsführer Christian Seifert geht arena in die Offensive. Ab dem 8. Juli wird der Bundesliga-Sender sein neues Zugpferd, Ex-Bundestrainer Jürgen Klinsmann, landauf und landab präsentieren.

Noch darf sich Jürgen Klinsmann bis zum 8. Juli im Urlaub erholen. Aber danach ist der Terminkalender des Ex-Bundestrainers gut gefüllt, dann wird der Bundesliga-Sender arena in die Offensive gehen und sein neues Zugpferd landauf, landab präsentieren.

Kritik von DFL-Geschäftsführer Seifert

Derzeit befindet sich der Pay-TV-Sender, der in einer Aufsehen erregenden Aktion 2006 dem Platzhirschen Premiere die Bundesliga weggeschnappt hat, ziemlich in der Defensive. Sogar der Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL), Christian Seifert, fand unlängst in einem Interview mit dem Fachmagazin Sponsors für einen Geschäftspartner ungewohnt deutliche Worte: "Arena muss noch einige Hausaufgaben machen, wenn sie erfolgreicher werden wollen." Bei arena waren sie über diese Äußerung nicht amüsiert, aber niemand wollte oder durfte einen Kommentar abgeben. Sie warten auf Klinsmann - und auf eine Entscheidung des Bundeskartellamtes.

Als arena erkannte, dass die ehrgeizigen Ziele (sechs Mill. Zuschauer nach drei Jahren) nicht zu erreichen sind, schloss der Sender sich mit dem einstigen Gegner Premiere, der unter dem Verlust der Bundesliga-Rechte litt, zu einer Allianz zusammen: Premiere soll seine Satelliten zur Verfügung stellen, um die arena-Bundesliga abstrahlen zu können, dieses "Schmankerl" seinen Abonnenten anbieten, und arena erhält neben einer "Kopfprämie" rund 17 Prozent der Premiere-Aktien. Dagegen hat das Kartellamt etwas, weil durch die Kapitalverflechtung ein Monopol befürchtet wird - und lässt sich mit der Entscheidung Zeit.

Die Wächter in Berlin interessiert der Bundesliga-Start am 10. August - und damit die verbleibende Zeit für eine Werbe-Offensive - nicht. Sie verlangen Unterlagen, Unterlagen, Unterlagen.

Einstieg in neues Bieterverfahren zum Jahresende geplant

Die Zahlen, die arena in den Quartalsberichten veröffentlichen muss, sind für einen Newcomer vielleicht normal, lassen Otto Normalverbraucher aber doch erschaudern: Rund 200 Mill. Euro Verlust soll das erste Jahr Bundesliga eingefahren haben, und schon jetzt ist klar, dass es auch im nächsten Jahr keine schwarze Null geben wird. Um das Abenteuer Bundesliga nach drei Jahren nicht mit Verlust zu beenden, hat arena jetzt schon angekündigt, in das neue Bieterverfahren für die Periode 2009 - 2012, das zum Jahresende eröffnet werden soll, mit einsteigen zu wollen.

Arena verschweigt die genauen Abonenntenzahlen, doch sie dürften nach seriösen Schätzungen bei rund 1,1 Mill. liegen. Auch deshalb startete der Sender kürzlich eine Sommeraktion, bei der die ersten drei Monate eines Abonnements kostenfrei sind. Vergleiche mit dem Start von Premiere sind nicht möglich, da 1991 zunächst nur ein Spiel angeboten werden konnte und der Sport nicht alleine zu abonnieren war, sondern an Spielfilm-Abos gekoppelt wurde.

Von den 420 Mill. Euro, die die Liga pro Saison einnimmt, zahlt arena 150. Premiere hatte seinerzeit mehr geboten, dafür aber verlangt, dass die Bundesliga im Free-Tv erst ab 22.00 Uhr gezeigt werden dürfe, was Einnahmeverluste in diesem Bereich und Proteste der Fans ausgelöst hätte. Insofern war der unerwartete Konkurrent der Liga höchst willkommen.

© SID

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