Fußball Bundesliga
Arminia empfängt Borussia zum Abstiegs-Gipfel

Zum Auftakt des 27. Spieltages der Bundesliga kommt es heute zum Westfalen-Derby zwischen Arminia Bielefeld und Borussia Dortmund. Beide Mannschaften stehen in der Tabelle mit dem Rücken zur Wand.

Nach der Länderspielpause eröffnen heute (20.30 Uhr/live bei arena) Arminia Bielefeld und Borussia Dortmund den 27. Spieltag. Dabei geht es für beide Teams um die nackte Existenz. Die Trainer versuchen ihre Mannschaften mit unterschiedlichen Methoden auf das Abstiegs-"Endspiel" einzustellen.

Doll, dessen Team im Falle einer Niederlage im Westfalen-Derby erstmals seit dem 1. Spieltag der Saison 1999/2000 einen Abstiegsplatz einnehmen würde, fordert "Galligkeit" und "dass es Spaß machen muss, vom Bielefelder Publikum ausgepfiffen zu werden".

Im Großen und Ganzen vertraut er jedoch auf seine in Hamburg zunächst so erfolgreiche, aber am Ende gescheiterte Maxime, die Spieler stark zu reden, ihnen "Erfolgserlebnisse zu vermitteln, damit sie Sicherheit bekommen" und sie vor allem nie persönlich in der Öffentlichkeit anzugreifen.

"Ich habe elf Baustellen"

Middendorp drehte beim Tabellenvorletzten dagegen in "Klinsmann´scher Manier" jeden Stein um, stellte alles und jeden in Frage. "Ich habe elf Baustellen", verkündete er mit Bezug auf die Mannschaftsaufstellung und verpasste sogar Kapitän und Leitwolf Mathias Hain zunächst einen öffentlichen Rüffel: "Diesen Hain brauche ich nicht!"

Rüdiger Kauf meinte frustriert: "Er stellt alles auf Null, damit müssen wir leben." Dem eigentlich gesetzten Mittelfeldspieler droht die Bank, weil Middendorp statt mit einer "Doppel-Sechs" wie seine drei Vorgänger mit nur einem defensiven Mittelfeldspieler agieren will.

Aufstellungen ein Staatsgeheimnis

Bezeichnend: Doll führte als erste taktische Maßnahme den "Doppel-Sechser" ein. Die einzigen Parallelen zwischen "Power-Ernst" und "Dolly": Beide hüten ihre Aufstellung wie ein Staatsgeheimnis, sperrten Fans und Presse zwischenzeitlich vom Training aus.

Unterdessen kämpfen beide Vereine nach dem unerwarteten Negativtrend der letzten Wochen (am 15. Spieltag belegten sie noch Rang sechs und sieben) um Aufbruchstimmung im Umfeld. Die BVB-Profis finanzierten rund 70 Angestellten des Klubs die Fahrt nach Ostwestfalen samt Eintrittskarte, nachdem sich Mannschaft, Trainer, Vorstand, Geschäftsführung, Mitarbeiter sowie alle Abteilungen zuvor mit einem Offenen Brief bei den Fans für die Solidarität rund um die Aktion "Wir sind Borussia" bedankt hatten.

"Die ganze Stadt zu mobilisieren"

Bei der Arminia sprach Middendorp davon, "die ganze Stadt zu mobilisieren", der Klub präsentierte auf der Mitgliederversammlung am Mittwoch einen Rekordumsatz und Gewinn von 1,75 Mill. Euro, Präsident Hans-Hermann Schwick erntete Beifall für sein Eingeständnis, "zur Unruhe beigetragen zu haben, indem wir die Trainerfrage nicht früher beendet haben". Zudem versicherten beide Vereine, dass ein Abstieg finanziell aufzufangen sei.

Doch die Statistik spricht gegen die Borussia. Die letzten fünf Auswärtsspiele wurden allesamt verloren, in Bielefeld warten die Borussen seit 1999 auf ein Tor.

© SID

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