Fußball Bundesliga
Aufstockung der Bundesliga für Hoeneß kein Thema

Von der Idee, die Bundesliga auf 20 Vereine aufzustocken, ist Uli Hoeneß nicht angetan. "Ich bin eher dafür, sie auf 16 zu reduzieren", sagte der Bayern-Manager in einem Interview.

DFL-Chef Christian Seifert hat wegen der kontroversen Diskussionen um eine verkürzte Winterpause und eine Aufstockung auf 20 Klubs die Bundesligisten zur Besonnenheit aufgerufen. "Das Thema Aufstockung ist ein ganz relevantes Thema, mit dem wir uns auseinandersetzen müssen. Aber wir sollten darauf verzichten, kurzfristig Dinge zu entscheiden, die das Bild der Bundesliga in den nächsten 20 Jahren deutlich verändern würden. Wir müssen den Staus quo genau analysieren, die Fakten zusammentragen und dann konsequent eine Entscheidung treffen", sagte der Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutschen Fußball Liga (DFL).

Laut Seifert dürfen die durch den neuen Medienvertrag in der kommenden Saison entstehende Delle bei den TV-Einnahmen in Höhe von knapp 25 Mill. Euro sowie die weltweite Finanzkrise nicht als Gründe angeführt werden, um "über eine Aufstockung nachzudenken oder Investoren zuzulassen". Allerdings ist sich der DFL-Boss im Klaren darüber, "dass es keine Einstimmigkeit darüber bei allen Klubs der 1. und 2. Liga geben kann". Zudem müsse für eine Erweiterung der Bundesligen auf 20 Teams der Grundlagenvertrag mit dem DFB verändert werden.

Hoeneß denkt sogar an Reduzierung auf 16 Teams

Die Meinungen in der 1. und 2. Bundesliga gehen beim Thema Aufstockung erwartungsgemäß weit auseinander. Einen ganz neuen Ansatz brachte dabei am Montag Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß ins Spiel. "Ich finde, dass die 2. Liga gerne auf 24 Vereine aufgestockt werden kann. Damit habe ich überhaupt kein Problem. Aber die erste Liga muss dringend bei 18 Vereinen bleiben, ich bin eher dafür, sie auf 16 zu reduzieren", sagte er in einem Interview der Zeitung tz.

Als Grund führte Hoeneß auch mit Blick auf die zuletzt immer wieder geforderte Wiedereinführung des Ligapokals die zu hohe Belastung der Spieler an. "Wenn auch noch ein Ligapokal während der Saison dazukommen soll, dann muss ich mir die Frage stellen, was das alles eigentlich soll? Das wichtigste Kapital für die Vereine sind die Spieler. Wenn man die noch mehr belastet und ein zusätzlicher Spieler deswegen verletzt wird, ist das viel teurer als die Einnahmen, die man durch zusätzliche Heimspiele im Ligapokal kriegt", meinte Hoeneß.

Strutz: "Die 2. Lige sollte ihrer eigenen Wege gehen"

Das Probleme der Überbelastung betrifft jedoch hauptsächlich die Spitzenklubs der Bundesliga. Für die Zweitligisten ist eine Liga mit nur 18 Vereinen reinster Luxus. "Wenn sich die Bundesliga nicht zu einer Aufstockung durchringt, sollte die 2. Liga ihren eigenen Weg gehen. Wir können uns nicht immer von den Reichen regieren lassen. Die Zeit ist mehr als reif für eine Aufstockung", sagte Mainz-Präsident Harald Strutz, der als Vizepräsident des Ligaverbandes ein absoluter Befürworter der Aufstockung ist.

Bayern-Manager Hoeneß ist nicht nur diese Diskussion ein Dorn im Auge. Auch dass die Winterpause grundsätzlich verkürzt werden soll, hält Hoeneß in Deutschland für unsinnig. "Bei den jetzigen Witterungsverhältnissen haben wir am Samstag wieder gemerkt, wie klug diese Abschaffung der Winterpause ist. Die Herren machen immer die Entscheidungen am 18. August, wenn es 35 Grad hat - und denken nicht daran, wie es im Winter ist", meinte Hoeneß, nachdem die Bayern am vergangenen Samstag bei einem Test gegen Regionalligist Eintracht Bamberg (3:0) auf einer zentimeterhohen Schneedecke spielen mussten.

Auch verkürzte Winterpause wird kontrovers diskutiert

In der Spielzeit 2009/2 010 wird die Winterpause auf knapp vier Wochen verkürzt, die Saison endet wegen der WM in Südafrika bereits am 8. Mai 2010. Die Rückrunde startet bereits am 15. Januar 2010. "Dadurch erübrigen sich während der gesamten Spielzeit die Wochenspieltage", erklärte der für den Spielbetrieb zuständige DFL-Geschäftsführer Holger Hieronymus und verteidigte die Entscheidung.

Neben Hoeneß sieht dagegen auch der ehemalige DFB-Teamchef Rudi Völler die kürzere Winterpause problematisch. "Das kann im Januar gut gehen, das kann aber ein großer Reinfall werden. Es kann mir keiner erzählen, dass es im Januar bei dieser Witterung Spaß macht, im Stadion zu sitzen. Da verstehe ich jeden Zuschauer, der zu Hause bleibt", sagte Leverkusens Sportchef Völler in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau.

© SID

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