Fußball Bundesliga
Auszeichnung für Fanprojekte von Schalke und BVB

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat Fanprojekte der Bundesligisten FC Schalke 04 und Borussia Dortmund mit dem Julius-Hirsch-Preis 2006 ausgezeichnet. Hintergrund sind die Initiativen der Preisträger im Rahmen der WM.

Kurz vor dem Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft am Mittwoch in Duisburg gegen Dänemark hat der Deutsche Fußball Bund (DFB) Fanprojekte der Bundesligisten FC Schalke 04 und Borussia Dortmund für ihr Engagement gegen Rassismus mit dem Julius-Hirsch-Preis 2006 ausgezeichnet worden.

Preis mit 20 000 Euro dotiert

Mitglieder des Gelsenkirchener Vereins "dem ball is" egal wer ihn tritt" und des Dortmunder Fanprojekts erhielten die mit 20 000 Euro dotierte Auszeichnung aus den Händen von Jury-Mitglied Charlotte Knobloch, der Vorsitzenden des Zentralrates der Juden in Deutschland, "stellvertretend für die vielen wahren Fußball-Fans in diesem Land". Die Preisträger hatten die Jury unter anderem mit ihren Initiativen im Rahmen des Fanprogramms zur WM 2006 überzeugt.

Neben Charlotte Knobloch und DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger waren bei der Verleihung in einer Loge der MSV-Arena zahlreiche weitere Persönlichkeiten aus Sport und Gesellschaft anwesend, darunter auch die Familie des deutsch-jüdischen Fußball-Nationalspielers Julius Hirsch (1 892 bis 1943), der 1943 von den Nazis in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau verschleppt und dort ermordet wurde. Der ehemalige Bundesinnenminister Otto Schily, der Vorsitzende der Jury, musste seine Teilnahme an der Veranstaltung kurzfristig absagen.

"Beispiel zum Nachahmen"

"Das dauerhafte Eintreten für eine menschenwürdige Gesellschaft hat mich besonders überzeugt. Das Beispiel, das diese beiden Initiativen gegeben haben, ist eines zum Nachahmen", sagte Zwanziger.

Der Verein aus Gelsenkirchen hatte während der WM Straßenfußball-Turniere unter antirassistischer Flagge organisiert und eine CD-Rom zum Thema Rassismus und Fremdenfeindlichkeit im Fußball produziert. An der DFB-Aktion "Zeig dem Rassismus die Rote Karte" beteiligte sich der Verein maßgeblich.

Das Dortmunder Fanprojekt organisierte während der WM unter dem Motto "Kick racism out" ("Schmeiß Rassismus "raus") eine Reihe von Maßnahmen. Der DFB würdigte zudem die Arbeit des BVB-Lernzentrums, das in den Räumen des Fanprojektes benachteiligte Jugendliche fördert.

Zeichen gegen Ausländerfeindlichkeit

Der Julius-Hirsch-Preis war im Zuge der Aufarbeitung über die Rolle des Verbandes im Dritten Reich nach einem Beschluss des DFB-Präsidiums gestiftet worden, um ein Zeichen gegen Ausländerfeindlichkeit sowie für die Unverletzbarkeit der Würde des Menschen zu setzen.

Im Dezember 2005 war der Julius-Hirsch-Preis auf dem DFB-Bundestag in Leipzig erstmals verliehen worden. Preisträger war Rekordmeister Bayern München, der in seinem WM-Stadion ein Spiel zwischen der U17 des Klubs und einer israelisch-palästinensischen Auswahl ausgerichtet hatte.

© SID

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