Fußball Bundesliga
Bayer-Manager Hoeneß warnt vor Überheblichkeit

Bayern-Manager Uli Hoeneß hat beim Trainingsauftakt an der Säbener Straße vor Überheblichkeit gewarnt. Das für 69 Mill. runderneuerte Starensemble müsse die Chance haben, sich einzuspielen.

Die "Mission Triple" hat bei Rekordmeister FC Bayern München begonnen: Coach Ottmar Hitzfeld bat seine Mannschaft am Freitagmorgen zum Trainingsauftakt. Trotz der größten Einkaufstour im deutschen Fußball und einer riesigen Erwartungshaltung schlug vor allem Manager Uli Hoeneß nach dem ersten Training mit einem Rumpf-Kader ungewohnt leise Töne an.

"Wir wissen, dass es am Anfang sehr schwierig wird. Jetzt muss der Trainer versuchen, aus vielen guten Individualisten eine schlagkräftige Mannschaft zusammenzustellen. Wir dürfen nicht überheblich werden", sagte Hoeneß und erinnerte indirekt an die Zeiten des "FC Hollywood", als die Münchner Mitte der Neunziger auch die besten Einzelspieler, aber kein Team hatten: "Ich habe schon viel erlebt. Auf dem Papier ist es eine sehr gute Mannschaft, aber wir müssen jetzt den Beweis auf dem Platz erbringen."

Hoeneß: "Wir müssen ein bißchen Geduld haben"

Hoeneß wollte auf sein für 69 Mill. Euro runderneuertes Starensemble keinen zusätzlichen Druck ausüben. Er hoffe, dass es eine bessere Saison als die letzte werden wird, "aber wir müssen ein bisschen Geduld haben und der Mannschaft die Chance geben, sich einzuspielen." Selbst seinen vor einigen Wochen geäußerten Spruch, dass die Konkurrenz dem FC Bayern wieder mit dem Fernglas hinterherschauen müsse, relativierte der Manager. Das sei keine Forderung gewesen, "sondern nur ein Wunschtraum".

Wie groß der Druck jedoch auf Trainer Ottmar Hitzfeld und seine Stars in der neuen Saison ist, hatte zuletzt schon Präsident Franz Beckenbauer verdeutlicht. Attraktiven Fußball englischen Zuschnitts wolle er von einem Kader sehen, "mit dem man sogar die Champions League gewinnen könnte". Da ist der FC Bayern zwar nur Zuschauer, dafür werden das Triple aus deutscher Meisterschaft, Uefa-Cup und DFB-Pokal fast schon erwartet.

Hitzfeld, der zusammen mit Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge vor dem Auftakt in einer kurzen Ansprache an den Teamgeist appelliert hatte, gab sich trotz der "riesigen Herausforderung" nach der ersten Einheit gelassen: "Das Ziel ist hier immer das gleiche, dass man möglichst viele Titel holt. Natürlich wollen wir wieder an die Spitze kommen, wo der FC Bayern hingehört - auch international."

Nur 13 Feldspieler zum Auftakt

Allerdings startete Hitzfeld vor rund 3 700 Fans und 70 Medienvertretern am Freitag um 10.21 Uhr mit lediglich 13 Feldspielern plus drei Torhütern in die Vorbereitung. Ein bisschen Basketball, Dehnübungen, einige Läufe, ein Spielchen - das war's zum Auftakt nach 90 Minuten.

Vor dem Abflug am Freitagnachmittag zu einem dreitägigen Asientrip trieb Hitzfeld beim Blick auf die Absenzenliste bereits die Sorge um, dass die Zeit bis zum Bundesliga-Auftakt am 11./12. August gegen Hansa Rostock zu kurz werden könnte. Wichtig sei die Abstimmung, "aber wir haben derzeit leider nur ein Rumpfteam und viele angeschlagene Spieler. Das bereitet Probleme, weil viel Stückwerk ist."

Dennoch will der Coach, der auch weiterhin ein 4-4-2-System bevorzugt, vor der "interessantesten Saison meines Lebens" besonderen Wert auf "Taktik, Laufwege und Automatismen" legen. Möglichst bis zum Trainingslager in Donaueschingen (8. bis 15. Juli) soll sich das Lazarett lichten.

Während von den Neuen Toni, Ribery (noch Urlaub bis Dienstag), Ze Roberto (Urlaub bis 7. Juli), Marcell Jansen (Erkältung) und Jan Schlaudraff (Reha nach Bandscheiben-Operation) fehlten, waren Hamit Altintop, Jose Ernesto Sosa und Klose bei der ersten Einheit dabei.

Im Mittelpunkt stand dabei vor allem Zwölf-Millionen-Einkauf Klose von Werder Bremen. Hitzfeld sprach vom "I-Tüpfelchen" der Transferpolitik, Hoeneß von "unserem zweiten Wunschstürmer". Er sei glücklich in Klose und Toni "unseren Traumsturm" hier zu haben.

Klose: "Mein Ziel ist es, Titel zu sammeln"

Der Torjäger selbst betonte nach seinen ersten Eindrücken, "dass alles wunderbar passt". Die Erwartungshaltung beim FC Bayern sei zwar hoch, "bei mir ist das aber nicht anders. Mein Ziel ist es, Titel zu sammeln", sagte der 29-Jährige und versprach zusammen mit Weltmeister Toni Großtaten: "Wenn wir fit und gesund sind, gibt es nicht viele, die uns aufhalten können."

Klose hat die Rückennummer 18 erhalten, wie einst Jürgen Klinsmann beim FC Bayern. Die Nummer sei ihm empfohlen worden, "weil die hier schon viele gute Stürmer getragen haben. Mir war die Nummer eigentlich egal."

Nach dem ersten Training geht es für die Bayern bereits um 14.30 Uhr zum Flughafen weiter. Um 16.00 Uhr bricht der Rekordmeister dann nach Asien auf, wo neben einigen Sponsorenterminen am Sonntag (8.30 Uhr Mesz/live im DSF) in Hongkong ein Spiel gegen Sao Paulo stattfindet.

Neben Toni und Co. stiegen auch die Rekonvaleszenten Lukas Podolski, Lucio, Bastian Schweinsteiger und Willy Sagnol sowie Christian Lell (Erkältung) nicht mit ins Flugzeug. Zudem fehlten Roque Santa Cruz, der derzeit bei der Copa America weilt und den die Bayern weiterhin abgeben wollen, und Julio dos Santos (soll ausgeliehen werden).

© SID

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