Fußball Bundesliga
Bayern enttäuschen gegen Aufsteiger Duisburg

Der FC Bayern München ist am 16. Spieltag vor heimischem Publikum nicht über ein torloses Unentschieden gegen Aufsteiger MSV Duisburg hinausgekommen. Das Team von Trainer Ottmar Hitzfeld bleibt trotzdem Tabellenführer.

Bayern München hat im Kampf um die Herbstmeisterschaft die mögliche Vorentscheidung verpasst. Der deutsche Fußball-Rekordmeister quälte sich nach einer enttäuschenden Vorstellung gegen den Abstiegskandidaten MSV Duisburg nur zu einem 0:0. Durch den klassischen Fehlstart in den vorweihnachtlichen Endspurt misslang den Bayern zudem der Versuch, die Schwächeperiode der vergangenen Wochen endgültig abzuhaken.

Für die letzten beiden Bundesliga-Spiele und die Uefa-Cup-Begegnung gegen den griechischen Vertreter Aris Saloniki waren drei Siege vorgesehen. Als schwacher Trost blieb den Bayern nur das Jubiläum von Torwart Oliver Kahn, der seinen Kasten zum 200. Mal in der Bundesliga sauber hielt.

Duisburg dagegen feierte dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung den ersten Punktgewinn in München seit zwölfeinhalb Jahren. Das Team von Trainer Rudi Bommer sammelte damit im Abstiegskampf nach dem jüngsten 1:0-Erfolg gegen den direkten Konkurrenten 1. FC Nürnberg am vergangenen Wochenende einen nicht eingeplanten Bonuspunkt. Die letzten neun Minuten musste der MSV zudem mit einem Spieler weniger überstehen, nachdem Mohamadou Idrissou nach einer Tätlichkeit an Kahn die Rote Karte sah.

In der wie stets in dieser Saison ausverkauften Arena vor 69 000 Zuschauern taten sich die Münchner von Beginn schwer, den dichten Abwehrverbund der Gäste zu knacken. Die beste Chance der Anfangsphase ließ Innenverteidiger Martin Demichelis aus, der einen Freistoß von Jose Ernesto Sosa knapp am MSV-Tor vorbeiköpfte (7.). Fünf Minuten zuvor hatten allerdings auch die Gäste ein erstes Achtungszeichen gesetzt, als Idrissou mit einer Volleyabnahme an Kahn scheiterte.

In der Folge dominierten die Bayern die Partie, ohne allerdings für Gefahr sorgen zu können. Häufig versuchten Ze Roberto und Mark van Bommel im zentralen Mittelfeld das Spiel anzukurbeln, zudem ließ sich Miroslav Klose wie zuletzt beim 1:0-Auswärtssieg häufig fallen, um aus der Tiefe für Offensivimpulse zu sorgen.

Duisburg verteidigte gegen die feldüberlegenen Gastgeber geschickt und stellte sie mit ihrer engmaschigen Defensive vor Probleme. Kapitän Ivica Grlic fungierte dabei als umsichtiger zentraler fünfter Mann in der Abwehrkette, aus der die Gäste zeitweise auch sehenswerte und schnelle Konter vortrugen.

Glück hatte Duisburg allerdings zunächst in der 28. Minute, als Björn Schlicke im Strafraum das Bein gegen Luca Toni stehen ließ, der mögliche Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Babak Rafati aus Hannover aber ausblieb. In der 42. Minute drosch Daniel van Buyten den Ball zudem aus fünf Metern auf die Tribüne.

Für die Bayern-Fans gaben deshalb nur die auf der Anzeigetafel eingeblendeten Zwischenstände vom Bremer Rückstand in Hannover Anlass zur Freude. Mit zunehmender Spielzeit wurde das Publikum ob der ideenlosen Vorstellung immer unruhiger, zur Pause wurde die Mannschaft mit Pfiffen in die Kabine geschickt.

Der Unmut der Fans hätte sich kurz nach Wiederanpfiff beinahe gelegt, als Demichelis in der 52. Minute zum vermeintlichen 1:0 einschob. Doch das Schiedsrichtergespann hatte zurecht auf Abseits entschieden. Obwohl die Bayern den Druck erhöhten, rannten sie sich immer wieder vor dem Strafraum der Gäste fest oder scheiterten an Tom Starke, wie etwa Franck Ribery mit seinen Schüssen in der 67. und 69. Minute. Duisburg, das in der gesamten Bundesliga-Geschichte nur einmal in München gewinnen konnte (1967/4:0), hielt an seiner konsequenten Defensiv-Strategie mit vereinzelten, aber durchaus sehenswerten und gefährlichen Kontern fest und zermürbte damit mehr und mehr die anrennenden Bayern.

© SID

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