Fußball Bundesliga
Bayern kassiert Schlappe in Japan

Bei den von Ex-Weltmeister Guido Buchwald trainierten Urawa Red Diamonds gab es für die von Reisestrapazen geplagten Bayern eine 0:1-Schlappe. Schon am Dienstagmorgen wird der Rekordmeister in München erwartet.

Exakt 68 Stunden Reisestrapazen und eine 0:1-Niederlage im Test bei den Urawa Red Diamonds: Mit der Rückkehr am Dienstagmorgen endet für den deutschen Rekordmeister Bayern München die Stippvisite in Japan, die Frage nach dem Nutzen des Trips ist aber weiterhin nicht vollständig beantwortet. "Natürlich ist diese Reise schon grenzwertig", gibt auch Manager Uli Hoeneß zu, fügt aber hinzu: "Wir wollen hier langfristig Kontakte aufbauen und Präsenz zeigen."

Sportlich war der aufwändige Asien-Trip wegen der Niederlage durch ein spätes Gegentor in der 89. Minute gegen das von Weltmeister Guido Buchwald trainierte Team sogar eher kontraproduktiv, finanziell hat sich der Stress dafür gelohnt. 1,5 Mill. Euro Antrittsgage erhielt der deutsche Vorzeigeklub für seinen Ausflug durch insgesamt 14 Zeitzonen auf die andere Seite des Globus. Alle einsatzfähigen Profis waren dabei, auch die vier deutschen WM-Teilnehmer Lukas Podolski, Bastian Schweinsteiger, Philipp Lahm und Oliver Kahn, die erst am Samstag ins Training eingestiegen waren.

FC Bayern ist in Asien noch relativ unbekannt

Langfristig soll durch die Kooperation mit den "Reds" noch weit mehr Geld von Ost nach West fließen. "Der FC Bayern ist in Asien noch relativ unbekannt, die Bundesliga führt ein Schattendasein bei den TV-Übertragungen. Aber wenn wir dagegen nichts tun, wird sich daran auch nichts ändern", erklärte Hoeneß.

Auf ihrer Stippvisite haben die Bayern deshalb kräftig die Werbetrommel gerührt. Mit Autogrammstunden und einem Showtraining gewannen die Müchner weitere Sympathien der japanischen Fans. Ein Engagement, das sich langsam bezahlt zu machen scheint. Das Interesse an den Bayern hat in Japan zugenommen, Konkurrenten in der Gunst um Trikotkäufer wie Real Madrid geraten allmählich ins Hintertreffen. Bereits im Vorjahr hatten die Bayern ein Gastspiel in Japan gegeben. Zudem wurde ein auf alle Klubebenen ausgelegter Kooperationsvertrag mit den "Reds" geschlossen. Japanische Trainer und Spieler werden künftig bei den Bayern hospitieren.

Die steigende Begeisterung der Fans hatten die Bayern bereits bei ihrer Ankunft am Sonntagmorgen um 7.39 Uhr (Ortszeit) auf dem Flughafen der japanischen Hauptstadt zu spüren bekommen. Mehrere Hundert Anhänger hatten auf den in Japan als WM-Helden von 2002 verehrten Kahn und seine Mitspieler gewartet. Nach 90 Minuten Anstehen an der Passkontrolle war dann die erste Etappe der kräftezehrenden Werbetour gemeistert.

Magath bleibt gelassen

Trainer Felix Magath, der aus sportlicher Sicht von dieser Reise nicht begeistert sein kann, hatte den hohen Aufwand keine zwei Wochen vor dem Bundesliga-Auftakt gegen Borussia Dortmund am 11. August so genommen, wie der Verein es von ihm erwartet. "Das sind Dinge, die bei einem Klub wie dem FC Bayern notwendig sind und dazugehören", sagte Magath und fügte an: "Wir haben im letzten Jahr gesehen, dass die Mannschaft das ganz gut wegsteckt." Damals gewannen die Bayern ihr erstes Bundesligaspiel gegen Borussia Mönchengladbach nur wenige Tage nach der Asien-Reise 3:0.

Diesmal ist noch ein wenig mehr Zeit bis zum Liga-Start, dafür wartet mit dem Ligapokal-Halbfinale gegen Schalke 04 am Mittwoch in der Allianz Arena ein ebenfalls nicht zu unterschätzender Stolperstein auf den Meister. Bei einer neuerlichen Niederlage nach dem jüngsten 0:1 in Japan, dem 0:2 beim französischen Erstliga-Absteiger Racing Straßburg und dem 1:1 beim österreichischen Zweitligisten Lask Linz droht das erste Rauschen im dichten Münchner Blätterwald.

© SID

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