Fußball-Bundesliga

Bayern marschiert, Schaaf siegt mit 96

Durch einen Sieg in Wolfsburg setzen sich die Bayern in der Bundesliga vorübergehend wieder etwas deutlicher vom BVB ab. 96-Trainer Thomas Schaaf fährt mit seinem Team die ersten Punkte nach der Winterpause ein.
Münchens Robert Lewandowski (2.v.l-r) bejubelt seinen Treffer zum 0:2 gegen den VfL Wolfsburg mit Franck Ribery, Philipp Lahm und Thomas Müller. Quelle: dpa
Jubel beim Liga-Primus

Münchens Robert Lewandowski (2.v.l-r) bejubelt seinen Treffer zum 0:2 gegen den VfL Wolfsburg mit Franck Ribery, Philipp Lahm und Thomas Müller.

(Foto: dpa)

BerlinDer FC Bayern marschiert seiner 26. Meisterschaft weiter schier unaufhaltsam entgegen. Der Rekordchampion aus München gewann am Samstag beim VfL Wolfsburg verdient mit 2:0 und baute seinen Vorsprung auf die Konkurrenz in der Fußball-Bundesliga vorerst aus.

Der ärgste Verfolger Borussia Dortmund kann seinen Rückstand durch einen Sieg gegen 1899 Hoffenheim am Sonntag aber wieder auf acht Zähler verringern. Im Tabellenkeller feierte Thomas Schaaf seine ersten Punktgewinne überhaupt mit Hannover 96. Allerdings bringt das 2:1 in Stuttgart das Schlusslicht aus Niedersachsen in der Tabelle noch nicht voran. Die vier Samstagsspiele in der Übersicht:

„Wir sind nicht Mülleimer für andere Menschen"
Erhitzt
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Der Zwist zwischen Referee Felix Zwayer und Schmidt erhitzte die Gemüter. Schmidt hatte sich den Anweisungen des Schiedsrichters, den Innenraum des Stadions zu verlassen, aus Ärger über den Führungstreffer des BVB widersetzt und damit für ein Novum in der Bundesliga-Historie gesorgt. „Ich habe da natürlich eine Vorbildfunktion und der bin ich heute auch nicht gerecht geworden. Ich bin zu stur gewesen“, bekannte Schmidt.

Schmidt über Zwayer
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Erst nach der Spielunterbrechung räumte Schmidt seinen Platz in der Coaching-Zone und verfolgte die restliche Partie laut Bayer-Kapitän Stefan Kießling von der Kabine aus. Doch es dürfte seiner Position in den nun folgenden Ermittlungen nicht zuträglich gewesen sein, dass er erneut über Zwayer klagte: „Dass der Schiedsrichter bei freier Sicht diesen Elfmeter nicht pfeift, vielleicht auch, weil ich vorher zu emotional war. Ich hoffe nicht, dass es so war, aber mir fällt keine andere Erklärung dazu ein.“

Spielunterbrechung in Leverkusen
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Schmidt stellte indirekt eine Verbindung zwischen seiner Verbannung und einer Fehlentscheidung des Referees wenige Minute später her. Zwayers Reaktion auf diese Anschuldigung fiel kurz und knapp aus: „Kein Kommentar.“ Allerdings räumte der Schiedsrichter ein, das von Schmidt angesprochene klare Handspiel des Dortmunders Sokratis im Strafraum übersehen zu haben: „Dazu muss ich sagen, dass wir bedauerlicherweise falsch entschieden haben. Wenn wir die Perspektive der Fernsehbilder gehabt hätten, hätten wir auf Elfmeter entschieden.“

Völler ist erregt
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„Was haben sie eigentlich mit dem Roger Schmidt? Es ist doch viel wichtiger, dass er keinen Elfmeter gepfiffen hat, oder finden sie nicht? Was meinen Sie? Wer hat uns denn mehr geschadet, der Roger Schmidt oder der Schiedsrichter?“ Der Sportdirektor von Bayer Leverkusen, Rudi Völler, diskutierte vor der Kamera und mit den Schiedsrichtern über die strittigen Szenen im Spiel Bayer Leverkusen gegen Borussia Dortmund. Natürlich ist Schmidt nicht der erste Coach, dem der Kragen platzte. Einer seiner Vorgänger war sein heutiger Vorgesetzter Rudi Völler. Eine kleine Aufstellung der Übungsleiter, die schon einmal verhaltensauffällig geworden sind ...

Völlers Ausraster
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Es sollte nur ein harmloses Interview nach einem eher gewöhnungsbedürftigen 0:0 gegen Island werden. Doch ARD-Moderator Waldemar Hartmann bekam nach einer Kritik am Auftritt des Teams den geballten Zorn des damaligen Bundestrainers (oder korrekt: Teamchefs) Rudi Völler zu spüren. Aus dem Coach, unter dem Deutschland 2002 überraschend Vizeweltmeister wurde, platzten Aussagen heraus, die sich über Wochen und Monate angesammelt hatten. Beispiel gefällig? „Ihr müsst doch mal von eurem hohen Ross runter kommen, was ihr euch immer alle einbildet, was wir für einen Fußball in Deutschland spielen müssen. Der Günter, was die früher für einen Scheiß gespielt haben, da konntest du doch früher überhaupt nicht hingehen, die haben doch früher Standfußball gespielt“, polterte Völler unter anderem gegen Günter Netzer. Hartmann wurde unterstellt, sich vor der Sendung drei Weizenbiere zu genehmigen. Und Völler ließ den ganzen Abend mit seiner Schelte nicht locker. Später entschuldigte er sich bei den Betroffenen – aber nie für den Kern seiner Aussage.

Napoli gegen Borussia Dortmund
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Beim Champions-League-Auftakt 2013 in Neapel sind Ex-BVB-Trainer Jürgen Klopp alle Sicherungen durchgebrannt. Der Hintergrund ...

Klopps Ausraster
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Als Higuain in der 29. Minute für Neapel traf, flippte Jürgen Klopp völlig aus und schrie den vierten Offiziellen an. Der hatte zuvor verhindert, dass der blutende Neven Subotic zurück aufs Feld kommt – damit hatte der vierte Offizielle aus Klopps Sicht wohl eine Mitschuld am Tor. Schiedsrichter Proenca schickte Klopp auf die Tribüne.

VfL Wolfsburg - Bayern München 0:2 (0:0)

Der 57. Saisontreffer wollte dem Rekordmeister über eine Stunde lang nicht gelangen. Trotz einer klaren spielerischen Überlegenheit der Gäste hielten die Wölfe im ungleichen Duell zunächst die Null - und sorgten über schnell vorgetragene Konter sogar hin und wieder selbst für Gefahr. Pech hatten die Bayern, dass ihnen ein regulärer Treffer von Robert Lewandowski wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung (54.) aberkannt wurde. Eine Minute später zielte der Pole aus bester Position einen Tick zu ungenau. Bis zur überfälligen Führung dauerte es 66 Minuten lang, ehe Kingsley Coman nach einem Durcheinander im Strafraum aus kurzer Distanz einschob. Top-Torjäger Lewandowski entschied daraufhin das Spiel (74.).

VfB Stuttgart - Hannover 96 1:2 (1:1)

Ein Doppelpack von Christian Schulz sicherte Trainer Thomas Schaaf im sechsten Anlauf die ersten Punkte und zugleich sogar den ersten Sieg als neuer 96-Coach. Nach 471 torlosen Minuten war der Kapitän in Stuttgart zunächst per Kopf zum 1:1 erfolgreich (32.), sechs Minuten vor Schluss drückte er einen Abpraller dann zum umjubelten 2:1 über die Linie. Die Stuttgarter, die sich dank einer Erfolgsserie in den Vorwochen der ärgsten Abstiegssorgen vorerst entledigt hatten, verpassten den fünften Sieg im sechsten Rückrundenspiel trotz besserer Chancen. Erfolgreich war einzig Timo Werner (18.).

Werder Bremen - Darmstadt 98 2:2 (1:1)

Ein Elfmeterpfiff brachte die Hessen im Abstiegsduell eine Minute vor der Pause zurück ins Spiel: Nach einer leichten Berührung von Keeper Felix Wiedwald kam Sandro Wagner im Werder-Strafraum zu Fall - und ließ sich die Chance vom Elfmeterpunkt selbst nicht entgehen. Zuvor hatte Anthony Ujah die Bremer in einer ausgeglichenen Partie in Führung gebracht. Eine Doppel-Großchance in der 68. Minute steigerte nochmal Hoffnungen auf den zweiten Werder-Heimsieg der Saison, doch Ujah und Claudia Pizarro brachten den Ball nicht über die Linie. Der Peruaner rettete durch sein spätes Tor in der 90. Minute letztlich immerhin einen Bremer Punkt, nachdem Aytac Sulu (82.) zuvor zum zweiten Mal für die Darmstädter getroffen hatte.

Hamburger SV - FC Ingolstadt 1:1 (1:0)

Gegentore kassiert Ingolstadt eher selten - doch der HSV schaffte es, eine der besten Abwehrreihen der Liga früh zu knacken. Schon nach sieben Minuten vollendete Winter-Neuzugang Josip Drmic eine feine Kombination über die rechte Seite zur Hamburger Führung. Es war erst der 24. Gegentreffer im 23. Saisonspiel für die Oberbayern, die nach dem 0:1 die Initiative übernahmen. Und jubeln durften: Per Kopf egalisierte Lukas Hinterseer den Rückstand. Für die Ingolstädter war es der erste Auswärtstreffer nach 561 erfolglosen Minuten.

  • dpa
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