Fußball Bundesliga
Bayern mit Psychospielchen - Mainz vor Rekord

Meister Bayern München steht am 8. Spieltag vor dem richtungsweisenden Spiel gegen Hannover 96. Das Überraschungsteam FSV Mainz 05 will mit dem achten Sieg den Startrekord brechen.

Die Bayern reden ihre Notelf stark, Felix Magath will Debütant Jens Keller eine Lehrstunde erteilen und Mainz mit einem neuen Startrekord weiter die Liga rocken: Während die Jungstars vom Bruchweg am 8. Spieltag gegen den Bundesliga-Dino Hamburger den achten Sieg anstreben, stehen die von Verletzungen geplagten Münchner gegen Hannover 96 sowie Schalke 04 gegen den VfB Stuttgart am Scheideweg.

"Wir haben natürlich ungewöhnlich viele Verletzte. Aber wir sind auf jeder Position immer noch besser besetzt als Hannover", sagte Nationalspieler Toni Kroos in alter "Mir san mir"-Tradition. Auch Manager Christian Nerlinger betonte, dass die Notelf das Vertrauen besäße, gegen Hannover zu gewinnen.

Allerdings muss Trainer Louis van Gaal fast froh sein, noch eine schlagkräftige Truppe auf den Platz zu bekommen. Dass Kapitän Mark van Bommel ausfällt, haben die Bayern in den vergangenen Tagen hinreichend kommuniziert. Zudem fehlen in Ivica Olic, Miroslav Klose, Franck Ribery, Arjen Robben, Diego Contento, Bastian Schweinsteiger und Daniel van Buyten sieben weitere Stammspieler verletzt. Im Angriff wird wohl der bereits gegen Kasachstan erfolgreiche Nationalstürmer Mario Gomez die Möglichkeit bekommen, seinen Ruf als Chancentod zu korrigieren.

Der Einsatz von Bastian Schweinsteiger und Daniel van Buyten ist fraglich. Im Angriff wird wohl der bereits gegen Kasachstan erfolgreiche Nationalstürmer Mario Gomez die Möglichkeit bekommen, seinen Ruf als Chancentod zu korrigieren.

Auch 96-Trainer Slomka mit Verletzungssorgen

Für das Münchner Projekt dritter Saisonsieg scheint Hannover trotz seines Höhenfluges der richtige Gegner zu sein. Erst im April schickte Bayern die Niedersachsen mit 7:0 nach Hause, und vor dem Spiel am Samstag plagen auch 96-Trainer Mirko Slomka Verletzungssorgen: In Karim Haggui (Sperre), Emanuel Pogatetz und Mario Eggimann (beide verletzt) fallen drei Innenverteidiger aus.

Slomka wird Christian Schulz und den 18-jährigen Christopher Avevor ins Abwehrzentrum beordern. Außerdem fällt Angreifer Mohammed Abdellaoue aus, sein Sturmpartner Didier Ya Konan ist noch angeschlagen.

Schalke im Kellerduell gegen Stuttgart

Auch Schalke bleibt vor dem Kellerduell gegen Stuttgart vom Verletzungspech nicht verschont. Der Einsatz von Marvin Matip, der mit Symptomen von Malaria aus Kamerun zurückkehrte ist genauso unwahrscheinlich wie der von Ivan Rakitic. Der Kroate erlitt bei seinem U21-Einsatz gegen Spanien eine leichte Gehirnerschütterung. Zudem kehrte Jefferson Farfan erst spät von einem Länderspieleinsatz in Südamerika zurück, womit fraglich ist, wie gut der Peruaner die Reisestrapazen verkraftet hat.

Für Magath zählen jedoch keine Ausreden. "Wir werden gegen den VfB voll auf Sieg spielen", kündigte der 57-Jährige an und sieht den Trainerwechsel von Christian Gross zu Jens Keller als großes Handicap des Tabellenletzten: "Wir müssen die Situation in Stuttgart für uns ausnutzen. Ein neuer Trainer, der erst seit zwei Tagen das Sagen hat, kann in dieser Zeit noch nicht viel verändern."

Neben Stuttgarts Ex-Trainer Magath ist das Spiel auch für Schalkes Sportvorstand Horst Heldt eine Reise in die Vergangenheit. Öl will der Ex-Profi, der Ende Juni zu Schalke wechselte, allerdings nicht ins Feuer gießen: "In der Wirtschaft ist es an der Tagesordnung, dass ein Vorstand zu einem anderen Unternehmen geht. Da gibt es in den Medien keinen großen Aufschrei, ob das denn auch moralisch gerechtfertigt sei."

Mainz gegen den HSV vor Startrekord

Ganz andere Sorgen hat derweil Tabellenführer FSV Mainz 05, der die Erwartungen des Umfelds verzweifelt zu dämpfen versucht. "Die Sache mit dem Rekord können wir sowieso nicht beeinflussen. Wir können nur unsere Form beeinflussen. Und wir müssen unsere Topform erreichen, um den HSV zu schlagen", sagte Trainer Thomas Tuchel.

Während der umjubelte Coach auf seine beste Mannschaft bauen kann, plagt seinen Hamburger Kollegen Armin Veh die Personalnot. Weil Eljero Elia verletzt fehlt und Jonathan Pitroipa angeschlagen ist, verzichtet Veh auf die Flügelspieler und stellt auf das Raute-System mit Nationalspieler Piotr Trochowski als Spielmacher um.

"Die Verletzungen machen mir die Aufstellung leicht, es sind ja nicht so viele Spieler da", sagte Veh, der zudem auf Mladen Petric, David Jarolim, Eric Choupo-Moting und Dennis Aogo verzichten muss. Das Spiel ist richtungsweisend für den HSV, zumal am kommenden Spieltag das Duell mit Bayern München auf dem Programm steht.

Werder Bremen hat zwar das halbe Gehalt der Profis eingefroren, kann aber bis auf Naldo gegen den SC Freiburg mit der kompletten Stammelf antreten. Aufsteiger FC St. Pauli strebt gegen den 1. FC Nürnberg den ersten Heimsieg an und der VfL Wolfsburg empfängt im Abendspiel im Kampf um die Europapokalplätze Bayer Leverkusen.

© SID

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