Fußball Bundesliga
Bayern suchen "einen Fußballlehrer" wie Hiddink

Das Kapitel Jürgen Klinsmann beim FC Bayern München ist beendet, nun sucht der Bundesligist einen neuen "Fußballlehrer". Kaiser Franz Beckenbauer hofft auf einen wie Guus Hiddink.

Nach dem Rausschmiss von Trainer Jürgen Klinsmann läuft die Suche nach einem Nachfolger beim deutschen Rekordmeister Bayern München auf Hochtouren. "Bis jetzt hatten wir zu keinem Trainer auf der Welt Kontakt, aber das ändert sich ab jetzt. Wir wollen zeitnah eine Lösung finden, um den Trainer in die Kaderplanung einzubinden", sagte der Vorstands-Vorsitzende Karl-Heinz Rummenigge.

"Am 1. Juli werden wir einen qualifizierten Mann haben", versprach Manager Uli Hoeneß und gab am Dienstag zu, "dass wir schon über alle möglichen Trainer der Welt diskutiert haben".

Bis zum Saisonende soll Jupp Heynckes zusammen mit Hermann Gerland die Geschicke der Münchner lenken und doch noch den erhofften Meistertitel ermöglichen, mindestens aber die Qualifikation für die Champions League. Danach wird der neue Mann übernehmen.

Für "Mister X" sollen in den kommenden Wochen erst einmal die Voraussetzungen geschaffen werden, verdeutlichte Hoeneß: "Denn uns nützt der beste Trainer der Welt nichts, wenn wir im Uefa-Cup spielen oder das internationale Geschäft gar nicht erreichen. Dann haben wir mit Zitronen gehandelt."

Lange Kandidatenliste

Viele Kandidaten werden gehandelt, das Anforderungsprofil grenzt die lange Liste aber ein. Spekuliert wird über Erik Gerets, Louis van Gaal, Frank Rijkaard, Arsene Wenger, Michael Laudrup, Matthias Sammer, Bernd Schuster, Mirko Slomka, Martin Jol, Lucien Favre und Armin Veh. Dass sogar der Name Lothar Matthäus fällt, darf als Beleg wilder Spekulationen gedeutet werden.

"Wir suchen nach einer überzeugenden Lösung. Es muss jemand sein, der von der Mannschaft und der Öffentlichkeit respektiert wird. Jemand, der dafür sorgt, dass es wieder eine positive Entwicklung innerhalb der Mannschaft gibt", sagte Rummenigge.

Ganz nebenbei hat der 53-Jährige damit auch dem geschassten Klinsmann einen Seitenhieb verpasst. Hoeneß hatte ähnlich scharf angedeutet, was Klinsmann nicht verkörperte, und was die Mannschaft jetzt brauche: "Einen Fußballlehrer."

Kaiser will einen wie Hiddink

Ginge es nach Präsident Franz Beckenbauer würde der neue Mann nicht nur international erfahren sein, sondern neben seinen Fachkenntnissen auch über eine natürliche Autorität verfügen. "Ich hoffe auf einen Trainer, der in die Nähe der Klasse eines Guus Hiddink kommt", sagte der Kaiser der Bild.

Der Niederländer Hiddink, derzeit neben seinem Job als russischer Nationalcoach auch Trainer von Michael Ballack beim FC Chelsea, fällt aber schon allein aus finanziellen Gründen aus. Ganz zu schweigen von seiner Absage an den Klub von Öl-Milliardär Roman Abramowitsch. Zwei Trainerstellen will Hiddink nicht über das Saisonende hinaus bekleiden, Russlands Coach will er aber bleiben.

"Wir brauchen einen erfahrenen Fuhrmann wie Jupp Henyckes", hat Beckenbauer mit Blick auf die noch fünf Bundesliga-Spiele gesagt. Von den Kandidaten für die kommende Saison träfe das auch auf Wenger, van Gaal und mit Abstrichen auf Gerets zu.

Der Franzose Wenger (59) allerdings hat beim FC Arsenal bis 2012 verlängert. Der 57 Jahre alte van Gaal, gerade mit dem AZ Alkmaar niederländischer Meister geworden, hat indes bereits Interesse an einem Wechsel zu einem Großklub bekundet und dabei explizit die Bayern genannt.

Ribery bringt Gerets ins Gespräch

Gerets, in Frankreich gerade auf dem besten Weg, mit Olympique Marseille den Dauermeister Lyon zu entthronen, ist von Franck Ribery ins Gespräch gebracht worden. Der 55 Jahre alte Belgier, der zwischen 2002 und 2005 beim 1. FC Kaiserslautern und VfL Wolfsburg in der Bundesliga beschäftigt war, kann außerdem die türkische Meisterschaft mit Galatasaray Istanbul vorweisen. Nach seinem nächsten Meisterstück mit Riberys Ex-Klub Marseille will sich Gerets aber verändern, wie van Gaal zu einem der Großen Europas.

Was Hoeneß sich trotz aller Titel-Pflichten wünscht, hat er ebenfalls bereits kundgetan: "Wir suchen einen Trainer, der zwei, drei oder auch vier Jahre etwas aufbaut und eine Mannschaft entwickelt."

Es könne sein, dass er seinen erfahrenen Freund Heynckes in die Diskussionen einbindet. Dass "Don Jupp" definitiv nur bis zum Saisonende bleiben wird, sei ein großer Vorteil. "Wir brauchen jetzt keine Geheimnistuerei mehr und müssen keine Rücksicht auf einen Trainer nehmen", sagte Hoeneß.

Auch über Jol und Favre wird spekuliert

Ebenfalls gehandelt wird Rijkaard (46), der nach seinem Engagement beim FC Barcelona seit dem vergangenen Sommer vereinslos und auch beim FC Chelsea im Gespräch ist. Derzeit ohne Job ist seit kurzem auch Laudrup (41), der mit dem FC Getafe für Furore sorgte und jüngst bei Spartak Moskau entlassen wurde. Über den Niederländer Jol vom Hamburger SV und den Schweizer Favre von Hertha BSC Berlin wird ebenfalls spekuliert.

Als deutsche Kandidaten sind die derzeit vereinslosen Schuster, Veh und Slomka im Gespräch. Die besten Chancen der deutschen Trainer werden aber DFB-Sportdirektor Sammer eingeräumt. Seit Wochen kursiert sein Name an der Säbener Straße, er hatte zuletzt aber Kontakte dementiert - und sein Vertrag beim Deutschen Fußball-Bund läuft bis zum 31. März 2013!

© SID

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