Fußball Bundesliga
Bayern sucht vor dem Auftakt verzweifelt die Form

Bei Meister Bayern München geht vor dem Bundesliga-Eröffnungsspiel heute (20.45 Uhr, live in der ARD und bei arena) die Angst vor einem Fehlstart um. Gegner Borussia Dortmund geht mit reichlich Optimismus in die Partie.

Der FC Bayern München hat eine verkorkste Vorbereitung hinter sich: Vier Niederlagen in Folge, das ganze sogar ohne eigenes Tor - beim Rekordmeister geht vor dem Bundesliga-Auftakt gegen Borussia Dortmund heute (20.45 Uhr/live in der ARD und bei arena) die Angst vor einem Fehlstart um. "Es ist genauso gekommen, wie wir befürchtet haben", sagt Manager Uli Hoeneß mit Blick auf den späten Trainingsstart der WM-Spieler, "wir haben große Schwierigkeiten, in Form zu kommen. Wir haben keine eingespielte Mannschaft."

Erinnerungen an 1974

Sogar Erinnerungen wurden durch die holprige Vorbereitung bei Hoeneß wach an die Saison nach der WM 1974, als die Bayern 0:6 gegen Kickers Offenbach zum Auftakt untergingen und am Ende Zehnter wurden. Trainer Felix Magath will von solchen Szenarien gar nichts hören und übt sich in Zweckoptimismus. "Ich bin mir sicher, dass wir gegen Dortmund gut starten", sagt der 53-Jährige trotz der WM-Belastungen und trotz Michael Ballacks Abschied.

Gerade das Mittelfeld bereitet dem zweimaligen Double-Gewinner große Sorgen. Keine der geprobten Varianten konnte bislang überzeugen. "Das richtige Verhältnis habe ich noch nicht gefunden", räumt Magath ein. Nur an Torwart Oliver Kahn, der gegen Dortmund vor seinem 500. Bundesliga-Einsatz steht, lässt der Coach keine Zweifel. "Er hat versichert, dass alles in Ordnung ist", berichtet Magath nach den jüngsten Schlagzeilen um Kahns Privatleben.

Anders sieht es jedoch in den übrigen Mannschaftsteilen aus: Das gesetzte Sturmduo mit Jungstar Lukas Podolski und Roy Makaay wartet auf die entscheidenden Impulse aus der Zentrale und auf das erste Tor in gemeinsamer Besetzung. Die Abwehr um den neuen Chef Daniel van Buyten wird durch die Schnitzer in der Vorwärtsbewegung vor viele Probleme gestellt. Wie beim 0:3 im jüngsten Derby gegen 1 860, das Willy Sagnol als "Katastrophe" bezeichnete: "Das war offensiv und defensiv gar nichts."

Schwierige Lage

In einer Krise wollen sich die Bayern dennoch nicht sehen, eher in der erwartet schwierigen Lage. Durchmogeln müsse man sich, lassen Magath und Hoeneß verlauten, und trotz der fehlenden Fitness und Abstimmung punkten. Vorstands-Chef Karl-Heinz Rummenigge appelliert derweil an die Einstellung. "Das ist eine Frage des Charakters. Wenn ich müde bin, muss ich trotzdem den einen Schritt mehr machen, auch wenn´s weh tut", erklärt Rummenigge.

Dass die Lage angespannt ist, verdeutlicht der sanfte Druck auf den Coach, der jüngst bis 2008 verlängert hat. "Wir werden Felix Magath auf jeden Fall vier bis sechs Wochen in Ruhe arbeiten lassen", wird Hoeneß im Kicker zitiert. Bis dahin stehen die drei Ligaspiele gegen Dortmund, beim VfL Bochum und gegen den 1. FC Nürnberg auf dem Programm, nach einer dreiwöchigen Bundesliga-Pause soll die Mannschaft Mitte September den WM-Rückstand wettgemacht haben.

Bei Borussia Dortmund erscheint der Optimismus vor dem Auftakt dagegen glaubwürdiger. "Wir fahren nach München, um zu gewinnen", sagt Sebastian Kehl. "Wir hatten im Gegensatz zu den Münchnern eine optimale Vorbereitung. Warum sollen wir denen kein Bein stellen?", fragt Torwart Roman Wiedenfeller. Und Sportdirektor Michael Zorc findet: "Wir müssen uns nicht verstecken. Wir wollen gewinnen." Es wäre der erste BVB-Sieg in München nach mehr als 14 Jahren.

Coach Bert van Marwijk, der mit Ausnahme des gesperrten Christian Wörns auf seine Wunsch-Elf zurückgreifen kann, betont ebenfalls die günstige Konstellation. "Wir können ohne Angst nach München fahren. Wir haben Chancen und wollen punkten", sagt der Niederländer. Abzuwarten bleibe jedoch, wie die Mannschaft, in der drei der vier Neuzugänge in der Startformation stehen, das neue 4-4-2-System umsetzt. Zugleich warnte van Marwijk nach der 0:3-Pleite gegen 1 860 davor, die Bayern zu unterschätzen. "Am Freitag wird alles anders sein."

© SID

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