Fußball Bundesliga
Bayern und Klinsmann zum Siegen verdammt

Nach dem Pokal-Aus gegen Leverkusen geht Bayern München angeschlagen in das Bundesliga-Duell gegen Hannover 96 und muss zudem auf Van Bommel, Ribery, Toni und Borowski verzichten.

Schwer angeschlagen taumelt Bayern München in die 23. Bundesliga-Runde. Drei Tage nach dem schmerzhaften Pokal-K.o. bei Bayer Leverkusen darf sich der Rekordmeister keinen weiteren Rückschlag leisten - das weiß besonders Trainer Jürgen Klinsmann. Im Kampf um seinen Job ist er mit dem Titelverteidiger heute (15.30 Uhr/live bei Premiere) gegen Hannover 96 zum Siegen verdammt, während die Verfolger auf einen weiteren Ausrutscher des Starensembles von der Isar hoffen.

"Wir brauchen jetzt in der Liga eine Serie. Die Mannschaft weiß genau, was wir spielen möchten", sagte Klinsmann etwas trotzig. Doch die Unsicherheit greift weiter um sich. "Ich habe in meiner ganzen Bayern-Karriere noch nie einen solch' schweren Moment erlebt", sagte Ze Roberto der TZ. Über den Trainer meinte der Brasilianer: "Er trägt viel Verantwortung für Mannschaftsaufstellung, Taktik und Leistung. Und natürlich merkt man, dass er im Moment angeschlagen ist."

Ribery und Toni fallen aus

Nach dem Pokal-Aus in Leverkusen (2:4) ist Klinsmann allerdings erneut zum Umstellen gezwungen. Der Ex-Bundestrainer muss auf ein Quartett mit Superstar Franck Ribery verzichten. Der Franzose meldete sich wegen einer Schienbeinverletzung ab. Kapitän Mark von Bommel ist nach der fünften Gelben Karte gesperrt. Linksverteidiger Phillip Lahm meldete sich nach überstandenem Infekt zurück. Luca Toni (Beschwerden an der Achillessehne) fällt weiter aus. Zudem fehlt Tim Borowski wegen einer Oberschenkelverletzung.

"Ribery braucht ein paar Tage Pause, und bei Toni müssen wir uns wohl noch etwa zehn Tage gedulden. Aber es hilft ja nichts, die Mannschaft hat genügend Qualität, um Hannover zu schlagen", erklärte Klinsmann. Einem Mitwirken des ebenfalls angeschlagenen Bastian Schweinsteiger (Fußprellung) soll aber nichts im Wege stehen.

96-Trainer Dieter Hecking sieht keinen Vorteil für sein Team, das im Hinspiel 1:0 gewann: "Dass die Bayern in Leverkusen verloren haben, passt uns gar nicht. Nach so einem Spiel werden die Spieler intern klare Ansagen erhalten. Da ist jetzt ordentlich Druck im Kessel."

Hertha will bei Angstgegner Cottbus die Spitze verteidigen

Hertha BSC will mit einem Sieg im Ost-Derby bei Angstgegner Energie Cottbus erstmals in der Klub-Geschichte eine Tabellenführung in der Bundesliga-Rückrunde verteidigen. Das Hinspiel verloren die Hauptstädter 0:1. "Sie haben Bremen geschlagen. Es wird schwer", sagte Trainer Lucien Favre über Energie. Marko Pantelic ist nach Knie-Problemen fit, wird aber auf der Bank sitzen. Energie hat nach zwei Heimsiegen Oberwasser, bangt aber um Kapitän Timo Rost (Sprunggelenk).

Der Hamburger SV strotzt vor dem Spiel in Mönchengladbach vor Selbstvertrauen. "Wir können aus einer guten eine hervorragende Saison machen", sagte Torjäger Mladen Petric. Der HSV, der auf den gesperrten Paulo Guerrero verzichten muss, ist die einzige deutsche Mannschaft, die noch auf drei Hochzeiten (Meisterschaft, Uefa-Cup, DFB-Pokal) tanzt. Gladbachs Trainer Hans Meyer gibt sich trotz der schlechten Lage kämpferisch: "Es gibt keinen Grund, dass wir uns verstecken."

Hoffenheim auf der Suche nach der Form

Verfolger Hoffenheim sucht nach Rückschlägen auf und neben dem Spielfeld weiter die Erfolgsspur der Hinserie. Der Aufsteiger muss gegen Werder Bremen allerdings auf Keeper Timo Hildebrand (muskuläre Probleme) sowie auf Selim Teber, Tobias Weis und Luiz Gustavo (alle gesperrt) verzichten. Werder wittert nach dem jüngsten Aufwärtstrend in Mailand und Wolfsburg Morgenluft. "Der Knoten ist noch nicht geplatzt, aber es geht aufwärts", sagte Manager Klaus Allofs. Tim Wiese rückt nach überstandenem Muskelfaserriss wieder zwischen die Pfosten.

Der VfL Wolfsburg will nach dem Aus in Uefa-Cup und DFB-Pokal zumindest in der Liga die Siegesserie halten. Die "Wölfe" gewannen ihre letzten vier Punktspiele, warten gegen den Karlsruher SC nach fünf Duellen aber weiterhin auf den ersten Sieg. "Wir wehren uns keineswegs gegen die Meisterschaft", sagt Aufsichtsrats-"Vize" Stephan Grühsem und drückte damit das Selbstvertrauen der Niedersachsen aus.

Weiter Kontakt zum Spitzenfeld halten will auch der VfB Stuttgart, der gegen Borussia Dortmund seinen leichten Aufwärtstrend fortsetzen will. In der Abwehr erhält nach dem Ausfall von Ludovic Magnin Neuzugang Georg Niedermeier eine Chance. Gegner Dortmund reist mit breiter Brust an.

Der BVB konnte vier der letzten fünf Duelle mit den Schwaben gewinnen. Mittelfeldspieler Sebastian Kehl ist gesperrt, dagegen hat der Südkoreaner Young-Pyo Lee seine Rotsperre abgesessen. Vor der Abfahrt kündigt der BVB an, dass der Vertrag von Trainer Jürgen Klopp bereits im Laufe der Rückrunde über 2010 hinaus verlängert werden soll.

© SID

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