Fußball-Bundesliga
Bayern wollen Verfolger-Angriff abwehren

Schon am dritten Spieltag könnte sich in der Fußball-Bundesliga die Spreu vom Weizen trennen. Zehn Eliteclubs sind nach den ersten beiden Partien noch ohne Sieg.

dpa DüSSELDORF. Schon am 3. Spieltag könnte sich in der Fußball-Bundesliga die Spreu vom Weizen trennen. Zehn Eliteclubs sind nach den ersten beiden Partien noch ohne Sieg.

Am Tabellenende steht das Trio FSV Mainz 05, Arminia Bielefeld und Aufsteiger Eintracht Frankfurt sogar noch ohne einen Punktgewinn in der neuen Saison da. Einen glatten Fehlstart - gemessen an den eigenen Ansprüchen - legten auch Borussia Dortmund, Borussia Mönchengladbach und der VfB Stuttgart mit Giovanni Trapattoni hin. Das Trio braucht dringend ein Erfolgserlebnis, sonst droht weiteres Ungemach.

Immerhin fünf Clubs haben noch eine weiße Weste. Branchenführer Bayern München hat bereits am 2. Spieltag mit dem beeindruckenden 5:2-Sieg in Leverkusen die Tabellenspitze erobert und will die Angriffe der ebenfalls noch verlustpunktfreien Verfolger Werder Bremen, Hamburger SV, FC Schalke 04 und Neuling 1. FC Köln abwehren.

Bayern-Coach Felix Magath hält trotz der Verletzung von Roque Santa Cruz und der Formschwäche von Claudio Pizarro im Spiel gegen Hertha BSC am System mit zwei Stürmern fest. „Das würde ich nur im Notfall ändern“, sagte Magath, der sich indes auf den schon fünf Mal erfolgreichen Roy Makaay verlassen kann. Nicht zur Verfügung steht Hasan Salihamidzic (Leistenoperation). Wesentlich größer sind die Sorgen beim Gegner. Doch trotz der fünf Ausfälle (Fiedler, Cairo, Wichniarek, Gilberto, Boateng) und der miserablen Bilanz in München (letzter Hertha-Sieg vor 28 Jahren) glaubt Trainer Falko Götz an die Chance. „Wir haben die Qualität, dort zu gewinnen.“

Ein Punktverlust des Titelverteidigers käme der Konkurrenz gerade recht. So könnte sich einer aus dem Verfolger-Quartett an die Spitze setzen, zumal alle vier Clubs Heimrecht haben. Die Bremer sind nach zwei Bundesliga-Siegen und dem Einzug in die Champions League ohnehin im Stimmungshoch und treffen auf einen angeschlagenen Gegner, der sich durch den hausgemachten Krach um die Degradierung von Kapitän Zvonimir Soldo ein weiteres Problem schaffte. „Keiner darf sich hinter Soldo verstecken“, appellierte Trapattoni an die Ehre der anderen. „Jeder muss Verantwortung übernehmen. Ich will keine Alibis“, sagte der VfB-Coach. Dessen Bremer Gegenüber Thomas Schaaf muss ohne Spielmacher Johan Micoud auskommen, da der 32-Jährige wegen erneuter Knieprobleme nicht eingesetzt werden kann.

In Sachen Teamgeist sind andere viel weiter: Sowohl der HSV als auch Ligapokal-Sieger Schalke präsentierten sich bisher als funktionierende Einheiten. So scheint die Hoffnung der durch die Uefa-Cup-Qualifikation noch selbstbewusster gewordenen Hanseaten auf einen Heimsieg gegen Hannover 96 ebenso berechtigt wie die der Knappen im Westduell gegen Gladbach. Auch ohne den gesperrten Spielmacher Lincoln sei seine Elf stark genug, die Borussia zu schlagen, glaubt Trainer Ralf Rangnick. Den neuen brasilianischen Rechtsverteidiger Rafinha wird er wohl zunächst auf der Bank lassen. „Er kennt ja noch nicht einmal alle Namen der Mitspieler.“

Die kennt dagegen Neu-Borusse Niels Oude Kamphuis aus dem Effeff. Schließlich spielte der Niederländer sechs Jahre lang auf Schalke. Er freut sich auf die Rückkehr. „Ich komme gern zurück in die Arena, obwohl ich jetzt als Gegner da sein werde und die Punkte mitnehmen möchte.“ Dass Gladbach ausgerechnet beim starken Vizemeister seine Auswärtsmisere (20 Spiele ohne Sieg seit April 2004) beenden kann, glauben aber nur größte Optimisten.

Mit Auswärtssiegen könnten der 1. FC Kaiserslautern in Köln und Bayer Leverkusen in Wolfsburg Anschluss an die Spitze finden. Bayer-Coach Klaus Augenthaler fordert nach dem 8:0-Pokalsieg in Erfurt Wiedergutmachung „Teil II“ für das Debakel gegen die Bayern vor zwei Wochen: „In Wolfsburg kann und muss man gewinnen, wenn man oben mitspielen will.“

Mächtig schief hängt der Haussegen in Dortmund. Ein Remis in Wolfsburg, die Derby-Niederlage gegen Schalke, dazu das UI-Cup-Aus und die Pokalblamage in Braunschweig - Trainer Bert van Marwijk ist nicht zu beneiden. Sollte im „kleinen Derby“ in der erstmals ausverkauften MSV-Arena beim Aufsteiger aus Duisburg am Sonntag eine weitere Pleite folgen, sieht es düster aus. Inständig hofft nicht nur Florian Kringe auf ein Ende der Krise: „Wir können an der bescheidenen Situation nun leider nichts mehr ändern. Aber wir können uns selbst da rausziehen.“ Richtung weisend ist auch das 2. Spiel am Sonntag zwischen den noch punktlosen Teams aus Bielefeld und Mainz.

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