Fußball Bundesliga
Becker: "Es kann noch Monate dauern"

Im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID) spricht Horst Becker, Aufsichtsratschef des Bundesligisten Hamburger SV, über die Suche nach einem neuen Sportchef.

Horst Becker, Aufsichtsratschef des Bundesligisten Hamburger SV, spricht im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID) über die Suche nach einem neuen Sportchef. Dietmar Beiersdorfer war vor etwa zwei Monaten von dem Amt zurückgetreten.

SID: "Herr Becker, der Hamburger SV gibt bei der Suche nach einem neuen Sportchef eine unglückliche Figur ab. Nach einer kurzfristigen Absage von Oliver Kreuzer durfte sich der zweite Kandidat Roman Grill am Dienstagabend nicht dem Aufsichtsrat präsentieren. Warum fiel die Entscheidung so aus?"

Horst Becker: "Der Aufsichtsrat hat immer gesagt, dass er zwei Kandidaten hören will. Das ist unumstößlich. Daher haben wir folgerichtig gehandelt, auch wenn der Vorgang in der Außendarstellung natürlich unglücklich wirkt. Jetzt werden wir weiter den Markt sondieren."

SID: "Der Abgang des vorherigen Amtsinhabers Dietmar Beiersdorfer liegt nun schon gut zwei Monate zurück. Wann rechnen Sie mit einer Entscheidung?"

Becker: "Wir haben keine Eile und werden uns von der Öffentlichkeit nicht unter Druck setzen lassen. Es gibt keine Notwendigkeit, eine Zeitvorgabe zu machen. In den nächsten zwei oder drei Wochen wird aber wohl nichts passieren. Es kann noch Monate dauern. Wir fangen wieder bei null an."

SID: "In Roman Grill steht ein Kandidat weiter zur Verfügung. Wann darf er sich dem Aufsichtsrat vorstellen?"

Becker: "Es ist nicht gesagt, dass sich Herr Grill präsentieren wird. Er ist nicht gesetzt. Das würde keine gute Wirkung auf andere potenzielle Kandidaten haben."

SID: "Roman Grill arbeitet derzeit als Spielerberater und gilt als Top-Favorit des Vorstandes. Einige Kritiker werfen ihm seine berufliche Tätigkeit und die vermeintliche Nähe zu Klubchef Bernd Hoffmann vor. Gibt es deshalb innerhalb des Aufsichtsrates Vorbehalte gegenüber Herrn Grill?"

Becker: "Ob es bei meinen Kollegen aus dem Aufsichtsrat Vorbehalte gegenüber Herrn Grill gibt, möchte ich nicht kommentieren."

SID: "Wie kam es zu der Absage von Oliver Kreuzer?"

Becker: "In einem persönlichen Gespräch am Nachmittag hat Oliver Kreuzer nicht zu erkennen gegeben, dass er auf seine Kandidatur verzichtet. Wir haben sogar schon über seine mögliche finanzielle Vergütung gesprochen. Danach hat Herr Kreuzer auch mit dem Vorstand geredet. Am Abend habe ich dann seine Absage erhalten."

SID: "Halten Sie es für möglich, dass der Vorstand Oliver Kreuzer zur Absage gedrängt hat, um Roman Grill beim Aufsichtsrat durchzudrücken?"

Becker: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Vorstand Herrn Kreuzer zu seiner Entscheidung bewogen hat. Es bringt nichts, über die Gründe zu spekulieren. Vielleicht war er auch in Sorge, Probleme mit seinem jetzigen Arbeitgeber Sturm Graz zu bekommen."

© SID

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