Fußball Bundesliga
Bochumer Lazarett gegen Hannoveraner Harmlosigkeit

Bei einem Blick aufs Restprogramm ist der arg ersatzgeschwächte VfL Bochum bei der Ouvertüre des 30. Bundesliga-Spieltags gegen auswärtsschwache Hannoveraner zum Punkten verdammt.

Eine lange Verletztenliste und ein schweres Restprogramm: Für den abstiegsbedrohten Bundesligisten VfL Bochum kommt es im Saisonendspurt knüppeldick. Drei Auswärtsspiele, darunter bei den Titelaspiranten Hertha BSC Berlin und Hamburger SV und nur noch ein Heimspiel stehen für die Westfalen nach ihrem ersten "Endspiel" heute (20.30 Uhr/live bei Premiere) gegen Hannover 96 auf dem Spielplan. Noch kann es die Mannschaft von Trainer Marcel Koller angesichts von drei Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz 16 aus eigener Kraft schaffen.

"Wir müssen jetzt eine Körpersprache haben, die den Abstiegskampf manifestiert", sagte Koller und forderte nach dem Spiel in Bremen, wo seine Mannschaft nach 2:0-Führung noch 2:3 verlor, von seinen Akteuren: "Wir müssen jetzt 90 Minuten Gas geben, nicht nur eine Hälfte." Von einem "Spiel des Jahres", wie einige die Partie gegen Hannover nannten, will der Schweizer Trainer aber nichts wissen: "Wir sind noch nicht gerettet, wenn wir Hannover schlagen, aber auch noch nicht abgestiegen, wenn wir verlieren sollten."

Sestak-Einsatz in der Schwebe

Doch ausgerechnet jetzt müssen die Bochumer um den Einsatz ihres Top-Torjägers Stanislav Sestak bangen. Der Slowake, der in den letzten drei Partien fünfmal traf, laboriert seit Wochen an Adduktorenproblemen und konnte in dieser Woche keine Trainingseinheit komplett absolvieren. Am Mittwoch musste er das Training sogar abbrechen.

"Ich werde bei Stani nicht darauf pochen, dass er voll trainiert. Wichtiger ist sein Einsatz am Freitag", sagte Koller und hofft natürlich trotz der Verletzung auf grünes Licht von seinem Hoffnungsträger. Keine Hoffnungen auf einen Einsatz gibt es bei Sestaks Sturmpartner Diego Klimowicz (Adduktorenanriss) und beim österreichischen Nationalspieler Christian Fuchs (Knorpelprellung im Knie). Für Shinji Ono (Innenbandriss) und Oliver Schröder (Verknöcherung im Oberschenkel) ist die Saison sogar bereits beendet.

Hecking strahlt Zuversicht aus

Während der VfL am vergangenen Wochenende einen Rückschlag verkraften musste, feierten die Hannoveraner den 2:1-Heimsieg gegen Köln schon wie den Klassenerhalt. "Wir sind noch nicht einhundertprozentig durch, aber ich bin mir sicher, dass die Mannschaft die nötigen Punkte holen wird", sagte Trainer Dieter Hecking, der in Bochum auf Jan Rosenthal (Muskelfaserriss) und Frank Fahrenhorst (Trainingsrückstand) verzichten muss. "Wenn wir den Schwung und die Spielfreude mitnehmen, können wir sehr zuversichtlich sein, in Bochum zu punkten."

Ein Sieg im Ruhrgebiet wäre allerdings eine Premiere in dieser Saison. Denn mit zwei Punkten ist Hannover das einzige Team der Liga ohne Auswärtssieg.

© SID

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