Fußball Bundesliga
Bremen und Bayern wollen nun in der Liga die Wende

Das Topspiel des 22. Bundesliga-Spieltages bestreiten am Sonntag Werder Bremen und Bayern München. Der HSV gibt sich derweil selbstbewusst und will die Tabellenführung behaupten.

Die Wende oder nur Helden für eine Nacht: Nach ihren rauschenden Europapokal-Auftritten wollen Werder Bremen und Bayern München auch in der Bundesliga den Weg aus der Misere finden, doch für mindestens einen der beiden geht die Talfahrt weiter. Das direkte Duell der Krisen-Klubs ist der Höhepunkt des Super-Sonntags (17.00 Uhr/live bei Premiere), an dem der Hamburger SV gegen den VfL Wolfsburg seine Tabellenführung behaupten will und in Karlsruhe ein hitziges Südwest-Derby steigt.

Heute (15.30 Uhr/live bei Premiere) könnten der von einer Doping-Affäre gebeutelte Herbstmeister 1 899 Hoffenheim (bei Borussia Dortmund) und Hertha BSC Berlin (gegen Borussia Mönchengladbach) mit einem Sieg zumindest für eine Nacht an die Tabellenspitze zurückkehren.

Bayern muss in der Bundesliga nachlegen

Sehnsüchtig schielt auch Meister Bayern auf den ersten Platz - trotz drei Niederlagen aus den vergangenen vier Liga-Spielen. "Wir haben in der Bundesliga Nachholbedarf. Wir müssen nachlegen, um an die Spitze heranzukommen", sagte Trainer Jürgen Klinsmann, der sich nach dem 5:0-Kantersieg in der Champions League bei Sporting Lissabon vorerst Luft verschafft hat.

Bei einer weiteren Niederlage droht dem ehemaligen Bundestrainer jedoch heftiger Gegenwind. Franz Beckenbauer fürchtet bereits das Horrorszenario. "Der Uefa-Cup winkt wieder. Da müssen wir aufpassen", meinte der "Kaiser", einst Taufpate für den "Cup der Verlierer".

Für die in der Rückrunde noch sieglosen Bremer hatte der Uefa-Cup heilende Wirkung. Nach dem "Wunder von Mailand" und dem Einzug ins Achtelfinale ist die Brust der Hanseaten wieder angeschwollen. "Wir haben immer geklagt, dass uns ein Erfolgserlebnis fehlt - jetzt haben wir eins. Daraus müssen wir unsere Stärke ziehen", forderte Manager Klaus Allofs.

Hamburgs Jansen: "Wir haben nicht einfach so einen Höhenflug"

Der Hamburger SV hat im Schongang international die nächste Runde erreicht und trifft in der Liga auf den ausgeschiedenen VfL Wolfsburg. "Wir haben nicht einfach so einen Höhenflug. Das ist das Ergebnis harter Arbeit", erklärte Hamburgs Nationalspieler Marcell Jansen.

Doch den VfL, mit zehn Punkten bestes Rückrundenteam, scheint das Aus im Uefa-Cup gegen Paris St. Germain nicht geschockt zu haben. Der Japaner Yoshito Okubo überraschte mit einer vollmundigen Kampfansage: "Wenn wir beim HSV gewinnen, rückt der Titel in Sichtweite."

Bei Hoffenheim droht derweil die ungeklärte Affäre um verspätet abgegebene Dopingproben das Sportliche in den Hintergrund zu rücken. Trainer Ralf Rangnick verweigerte jeden Kommentar dazu. Nur so viel sagte er: Die betroffenen Spieler Andreas Ibertsberger und Christoph Janker stehen gegen Dortmund im Kader.

Hertha will sich mit einem Sieg gegen Mönchengaldbach behaupten

Hertha will unterdessen gegen Mönchengladbach seine Heimserie von zuletzt acht Siegen ausbauen und sich in der Spitzengruppe behaupten. Doch die Berliner sind gewarnt: Von den letzten drei Heimspielen gegen einen Tabellenletzten gewannen sie keines. Emotional geht es beim Südwest-Derby zwischen dem Karlsruher SC und dem VfB Stuttgart zu. "Uns erwartet ein Hexenkessel", sagte VfB-Manager Horst Heldt nach Stuttgarts Aus im Uefa-Cup gegen Titelverteidiger Zenit St. Petersburg.

Heute will Schalke 04 bei Eintracht Frankfurt den im Derby gegen Dortmund verpassten Befreiungsschlag nachholen. Den erhofft sich auch Hannover 96 im Heimspiel gegen Bayer Leverkusen, um dem unter Druck geratenen Trainer Dieter Hecking Luft zu verschaffen. Laut Klubchef Martin Kind wird Hecking aber selbst bei einer Niederlage noch nicht entlassen. Zudem treffen im Kellerduell die abstiegsgefährdeten Klubs VfL Bochum und Energie Cottbus aufeinander.

© SID

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