Fußball Bundesliga
Bundesliga-Rechte: DFL lässt Katze aus dem Sack

Freitag präsentiert die DFL die Pakete für die Ausschreibung der Bundesliga-Rechte ab der Saison 2009/10. Dass künftig ein Samstagsspiel ab 18.30 Uhr stattfindet, scheint sicher.

Am Freitag stellt die Deutsche Fußball Liga (DFL) erst ihren 36 Profivereinen und anschließend der Presse die "Pakete" vor, in denen sie die Bundesligarechte ab nächsten Sommer für die Saison 2009/10 und die zwei oder drei folgenden Jahre ausschreiben will. Gleichzeitig gehen die Ausschreibungen an die interessierten Fernsehanstalten, Internetanbieter, Rechtehändler, Mobilfunkbetreiber.

Bieter haben bis Ende November Zeit

Nachdem das Kartellamt der DFL solche Knüppel zwischen die Beine geworfen hatte, dass diese den Vertrag mit der von dem früheren Pleitier Kirch beherrschten Firma Sirius platzen lassen musste, um die Zentralvermarktung zu retten, herrschte einige Wochen lang zwar nicht Rat- oder Tatlosigkeit bei der DFL, aber bemühtes Treiben. Die Dinge scheinen sich zum Guten zu wenden. Ob die von Sirius garantierten 500 Mill. Euro pro Saison erreicht werden, sei dahingestellt.

Beschlossene Sache ist die Entzerrung der Spieltage: "Das Spiel am Samstag um 18.30 Uhr wird es mit Sicherheit geben. Das stößt auf größere Nachfrage als das Freitag-Spiel", so Christian Seifert, Vorsitzender der DFL-Geschäftsführung. Zugleich machte Seifert deutlich, dass die diskutierte Aufstockung der Bundesliga auf 20 Vereine "nicht automatisch mehr Geld bringt". Insgesamt gebe es über 30 Bieter für die Pakete, folglich ist auch die traditionelle Sportschau in der ARD gefährdet.

"Wir tun gut daran, nicht nur auf den Euro zu schauen"

"Wir tun gut daran, nicht nur auf den Euro zu schauen. Wir machen keine Pakete für Bieter, sondern für die Zuschauer", sagte Seifert bei den Medientagen in München. Bis spätestens Anfang Dezember will die DFL über die zukünftigen Rechteinhaber entscheiden. Zuvor war der Vertrag der DFL mit Sirius geplatzt. Grund waren die Vorgaben des Bundeskartellamtes, nach denen die Höhepunkte des Kernspieltages am Samstag vor 20.00 Uhr im frei empfangbaren Fernsehen zu sehen sein müssen.

Ziel ist, zumindest wie bisher 409 Mill. Euro pro Saison für die Bundesliga-Rechte zu erlösen. Seifert ist optimistisch, dass das auch funktioniert: "Wir werden es nicht jedem recht machen können. Aber am Ende wird ein Kompromiss rauskommen, mit dem alle leben können." Ob das allerdings auch für die ARD gilt, bleibt abzuwarten. Auch der millionenschwere Medienunternehmer Rupert Murdoch und der amerikanische Sportsender Espn sollen zu den Bietern zählen.

Murdoch hält seit Anfang 2008 Anteile am Bezahlsender Premiere. Der gebürtige Australier will angeblich für die Bundesliga-Rechte im Pay-TV und Free-TV mitbieten und könnte die Rechte im frei empfangbaren Fernsehen an einen Privatsender wie Sat. 1 weiterreichen. Damit wäre die ARD-Sportschau aus dem Rennen und ran würde zurückkehren. Sat.1 hat von Juli 2009 an die TV-Rechte für die Champions League und den Uefa-Cup gekauft und baut gerade eine Sportredaktion auf. Schon jetzt überträgt Sat.1 die Champions League, allerdings via Sublizenzierung vom Rechteinhaber Premiere.

"Große Player" bereiten ARD Sorgen

Der ARD-Vorsitzende Fritz Raff hatte schon zuvor erklärt, dass es für die öffentlich-rechtlichen Sender immer schwerer werde, im Bieterkampf um wichtige Sportrechte mitzuhalten. "Wir sind sehr konkret daran interessiert, die Sportschau mit der Bundesliga bei uns zu behalten. Aber man darf sich nichts vormachen, wenn da die großen Player kommen, dann gibt es für den gebührenfinanzierten Rundfunk auch Grenzen", sagte Raff.

Die ARD will für die Free-TV-Rechte an der Bundesliga eher weniger als die bisher 97 Mill. Euro zahlen, da zeitgleich zur Zusammenfassung am Samstag künftig um 18.30 Uhr ein "Match of the day" stattfinden wird und deshalb nur fünf statt bislang sechs Spiele zur Verfügung stehen. Premiere will nur mehr als die bisher 205 Mill. Euro pro Saison zahlen, wenn mit einem zusätzlichen Live-Spiel mehr Exklusivität garantiert wird. Dass die Kernspielzeit Samstag (15.30 Uhr) massiv ausgedünnt wird, nimmt die Liga zur Sicherung ihrer Einnahmen billigend in Kauf.

© SID

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