Fußball Bundesliga
Bundesliga steuert auf Transferrekord zu

Dank der ausgiebigen Shoppingtour von Bayern München steuert die Bundesliga auf einen Transferrekord zu. Bisher gaben die 18 Vereine zusammen 107,3 Millonen aus, die alte Bestmarke liegt bei über 147 Mill. (2001/02).

Erst drei Wochen sind seit dem letzten Spieltag der Bundesliga vergangen, doch schon steuern die 18 Vereine einem neuen Transferrekord entgegen. Bayern Münchens Shopping-Tour mit einer Investionssumme von bislang 57 Mill. Euro hat dabei einen Anteil von über 50 Prozent an den Ausgaben der Erstligisten für bislang 90 Verpflichtungen in Höhe von insgesamt 107,3 Mill. Euro.

Am tiefsten hatten die Klubs des Oberhauses vor der Saison 2001/02 für Verstärkungen ins Portemonnaie gegriffen, als die Bilanz Ende August bei Schließung der Transferliste Ausgaben von umgerechnet über 147 Mill. Euro auswies. In der vergangenen Saison betrug die Summe aller fälligen Transfersummen rund 110 Mill. Euro.

Bayern investiert 57 Millionen

Der in der abgelaufenen Saison auf Rang vier der Bundesliga abgestürzte Abonnement-Champion verpflichtete den französischen Nationalspieler Franck Ribery (für 25 Mill. Euro von Olympique Marseille verpflichtet), Italiens Weltmeister Luca Toni (11 Millionen/AC Florenz), Nationalspieler Marcell Jansen (10/Borussia Mönchengladbach), Jose Ernesto Sosa (10/Estudiantes de la Plata) und den beiden "Schnäppchen" Jan Schlaudraff (1,0/Alemannia Aachen) und Hamit Altintop (ablösefrei/FC Schalke 04). Außerdem wird immer noch über einen sofortigen Transfer von WM-Torschützenkönig Miroslav Klose (Werder Bremen), der ansonsten wohl 2008 an die Isar wechselt, diskutiert.

Wie sehr München durch seine personelle Aufrüstung die Muskeln spielen ließ, verdeutlicht der Vergleich mit der Konkurrenz. Bayer Leverkusen als momentane Nummer zwei der Großeinkäufer gab gerade einmal 13,7 Mill. Euro aus - nur rund ein Viertel der Bayern-Investionen. Auf Rang drei folgt mit nochmals nur etwas mehr als der Hälfte von Leverkusens Aufwand der einstige Krösus Borussia Dortmund (7,8 Mill. Euro).

Die Plünderung ihres viel gerühmten Festgeld-Kontos federte bei den Bayern jedoch auf der Einnahmen-Seite der Verkauf des englischen Nationalspielers Owen Hargreaves für 26 Mill. Euro an Manchester United spürbar ab. Auch Leverkusen deckte ein Großteil seiner Ausgaben durch Transfer-Erlöse in Höhe von 9,45 Mill. Euro. Unwesentlich mehr verbuchte auf der Habenseite, wohin bislang bei allen Vereinen zusammen 59,45 Mill. Euro flossen, nur noch der VfL Wolfsburg mit 9,5 Mill. Euro.

Fünf Teams schreiben bisher schwarze Zahlen

Die Niedersachsen verzeichnen dadurch bei eigenen Ausgaben von 4,75 Mill. Euro in der laufenden Transfer-Periode mit 4,75 Mill. Euro gleichauf mit Energie Cottbus auch den bislang höchsten Überschuss aller Vereine. Auf schwarze Zahlen kommen an der Wechsel-Börse momentan lediglich noch der VfL Bochum (plus 2,65 Mill. Euro), Arminia Bielefeld (2,5) und DFB-Pokalsieger 1. FC Nürnberg (1,9).

Deutliche Minus-Beträge erwirtschaften neben den Bayern (31 Mill. Euro) angesichts bislang völlig fehlender Einnahmen durch Spieler-Verkäufe auch Dortmund und der Hamburger SV (5,8 Millionen). Insgesamt steht bei den Personalplanungen für die kommende Saisonm für elf Vereine ein negativer Saldo zu Buche.

Keinerlei Geldflüsse sind bislang bei Eintracht Frankfurt und Rückkehrer Hansa Rostock zu verzeichnen gewesen. Neben diesem Duo deckte sich nur noch Bielefeld mit ablösefreien Spielern ein. Acht Klubs - Meister Stuttgart, Werder Bremen, der HSV, Hertha BSC Berlin, Frankfurt sowie das Aufsteiger-Trio mit dem Karlsruher SC, dem MSV Duisburg und Rostock - konnte seine Kasse bis jetzt noch nicht mit Erlösen aus Spieler-Verkäufen füllen.

© SID

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