Fußball Bundesliga
Bundesliga-Trainer kontern Löw-Kritik

Wie zu erwarten war, haben die Bundesliga-Trainer die Kritik von Bundestrainer Joachim Löw an Trainingsmethoden und Zweikampfverhalten vehement zurückgewiesen. "Diesen Schuh ziehe ich mir nicht an", sagte Thomas Schaaf.

Heftigen Widerspruch in der Trainergilde erntete die Kritik von Bundestrainer Joachim Löw am Training der Bundesliga-Klubs und Zweikampfverhalten der Profis. "Man muss vorsichtig sein, wenn man über Bundesligavereine spricht und über Trainingsmethoden. Man kennt ja nicht jeden Verein und weiß nicht, was genau in der Vorbereitung gemacht wurde. Das aus der Ferne zu betrachten, halte ich für schwierig und gefährlich", sagte Bayern Münchens Chefcoach Ottmar Hitzfeld stellvertretend für seine Trainerkollegen aus der Liga in der Tageszeitung Die Welt.

Bremens Trainer Thomas Schaaf ergänzte: "Ich ziehe mir den Schuh von Löws Kritik nicht an. Bei Werder haben wir mit unseren beiden Innenverteidigern Naldo und Mertesacker zwei Spieler, die sich bislang nicht durch Härte im Zweikampf hervortaten. Mir gegenüber hat Löw nicht behauptet, dass er meine Spieler in seine Kritik einschließt. Aber natürlich ist er in der Pflicht, die Ursachen der vielen Verletzten zu untersuchen."

Elf Nationalspieler fallen verletzt aus

Aufgrund des Ausfalls von elf Nationalspielern für den Klassiker in London gegen England hatte Löw am Montag erklärt: "Wir müssen die Situation genau analysieren und recherchieren, warum es zu diesem Saisonzeitpunkt bei den Klubs zusammen rund 60 verletzte Spieler gibt, mehr als im Jahr nach der WM, in dem die Vorbereitung viel kürzer war. Da kann etwas nicht stimmen."

In einer Analyse des DFB-Trainerstabs sei aufgefallen, dass das Zweikampfverhalten einiger Spieler zu wünschen übrig lasse. Viele Spieler würden davon ausgehen, dass sie einen Zweikampf gewonnen haben, "wenn sie vorsätzlich die Situation mit unfairen Mitteln wie Fouls, Auflaufen lassen oder Trikotzupfen bereinigt haben".

Das sei aber eine falsche Denkweise und ein Fehlverhalten, so Löw. Der DFB-Cheftrainer hatte dabei auch den Bremer Naldo bei seinem groben Foul am Bayern-Ass Miroslav Klose am vergangenen Samstag als Negativbeispiel hervorgehoben. Der Ex-Bremer Klose hatte zur Halbzeit in der Kabine bleiben müssen.

Funkel versteht den Aufschrei nicht

Frankfurts Trainer Friedhelm Funkel weist die Kritik Löws indes zurück: "Ich verstehe den Aufschrei nicht. Rüde Fouls hat es schon immer gegeben", sagte er der Netzeitung. Eine Phase mit vielen Verletzten habe es immer schon gegeben, er könne dies nicht mit falschem Zweikampfverhalten erklären: "Mit Ungeschicktheit im Tackling hat das nichts zu tun. Verletzungen kommen eben im Fußball vor", meinte Funkel.

Beim deutschen Meister VfB Stuttgart zeigt man Verständnis für die Worte des Bundestrainers. "Was das Zweikampfverhalten betrifft, gebe ich Löw Recht", äußerte Sportdirektor Horst Heldt: "Aber das Spiel wird immer schneller und körperbetonter. In anderen Ligen ist das noch extremer."

Hitzfeld appelliert derweil an die Unparteiischen. "Dass die Spieler am Anfang der Saison immer etwas übermotiviert sind, ist normal. Sie haben aber oft das Timing noch nicht. Vielleicht müssen deshalb die Schiedsrichter ein bisschen mehr Fingerspitzengefühl an den Tag legen. Da muss man die Hebel ansetzen und von Anfang an ein Zeichen setzen."

© SID

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