Fußball Bundesliga
"Bundesliga wäre Gewinner der EU-Reformpläne"

Die EU will den Vereinsfußball auf dem alten Kontinent fairer machen - und die Bundesliga wäre der Haupt-Profiteur dieser Entwicklung. Das glaubt zumindest Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge.

Die Bundesliga wäre der Haupt-Profiteur, sollten die Pläne des Europa-Parlaments - den Vereinsfußball auf dem alten Kontinent fairer zu machen - realisiert werden. Das zumindest glaubt Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsboss von Bayern München. "Aus meiner Sicht wäre über Nacht Chancengleichheit wieder eingeführt, wir hätten wieder rationale Verhältnisse", sagte Rummenigge der Münchner tz.

Fernsehgelder europaweit zentral verteilen

Das Parlament hatte am Donnerstag Reformen angestoßen, die den europäischen Fußball revolutionieren könnten - wenn EU-Sportkommissar Jan Figel die Vorschläge aufgreift. Die Abgeordneten wollen unter anderem die Fernsehgelder europaweit zentral verteilen, wie das in der Bundesliga - aber nicht in Spanien oder Italien - seit Jahren üblich ist. Nicht nur deutsche Spitzenklubs wie der FC Bayern könnten dann mit Spaniern, Engländern und Italienern mithalten, glaubt Rummenigge: "Die Bundesliga wäre ein großer Gewinner."

Außerdem soll ein "Salary-Cap" den Klubs Gehaltsobergrenzen auferlegen. Exorbitante Gehälter, wie in den Top-Ligen üblich, könnten dann zumindest nicht mehr flächendeckend gezahlt werden - ein weiterer Vorteil für die im europäischen Vergleich sparsamen deutschen Vereine. "Topspieler könnten durchaus noch 15 Mill. verdienen. Aber dann hast du noch drei Stück davon - und musst trotzdem mit elf Mann spielen oder 25 Mann im Kader haben", sagte Rummenigge.

Selbstverpflichtung zur Bekämpfung von Doping

Weitere Ideen der Parlamentarier sind eine Selbstverpflichtung zur Bekämpfung von Doping, eine Sensibilisierungskampagne gegen Gewalt in den Stadien, ein einheitliches Lizensierungsverfahren mit Kontrollsystem und bessere Talent-Förderung. Es sei bedauerlich, dass "die Zukunft des Profifußballs in Europa durch die zunehmende Konzentration von Vermögen und sportlicher Macht bedroht" werde, erklärten die Abgeordneten ihre Motivation.

Der Slowake Figel will bis Juli ein Strategiepapier erstellen, das die Vorschläge der Parlamentarier aufgreifen könnte. Er würde der Europäischen Fußball-Union (Uefa) so politische Leitlinien für deren Reformen vorgeben. Rummenigge glaubt an Änderungen bis zum Herbst und ist "überzeugt", dass zumindest die zentrale Verteilung der Fernsehgelder und der Salary Cap eingeführt werden, "jedoch mit einer Übergangszeit von drei bis fünf Jahren".

© SID

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