Fußball-Bundesliga
BvB ballert Bayern in die Krise

Sie haben das Bayern-Gen: Dies ist das Fazit aus dem 2:0-Sieg von Borussia Dortmund gegen Bayern München. Denn der BvB hat den Rekordmeister mit seinen eigenen Waffen geschlagen: Gnadenlose Effizienz zur richtigen Zeit und mächtig viel Dusel. Nun steht Dortmund blendend da und eine ganze Region spricht von Meisterschaft.
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DORTMUND. Es gibt Spiele, in denen gewinnt eine Mannschaft mehr als nur drei Punkte. Der 2:0-Sieg der Dortmunder gegen die Bayern war definitiv so eines. Rund 30 Minuten nach Abpfiff waren immer noch rund die Hälfte der knapp 80 740 Zuschauer im Stadion. Als BvB-Trainer Jürgen Klopp „endlich“ dem Wunsch der Fans entsprach und sich vor die Südkurve stellte, brach ein Jubel aus, der lauter war als in anderen Stadien das Torgeschrei. Zeitgleich mühte sich Bayern-Trainer Louis van Gaal in langen Interviews um Erklärungen und die Bayern-Bosse Hoeneß und Rummenigge stampften mit hochrotem Kopf in die Kabine.

Franz Beckenbauer sagte nach der Partie - wir schreiben wohlgemerkt den siebten Spieltag -, dass der FCB „normalerweise“ keine Chance mehr auf die Meisterschaft hat:„Die Saison ist zwar noch lang“, meinte Beckenbauer, „aber man kann nicht davon ausgehen, dass die Bayern plötzlich eine Serie hinlegen. In ihrer Verfassung ist ihnen das nicht zuzutrauen.“ Der BvB hat nun zehn Punkte Vorsprung auf Bayern München, sechs auf Leverkusen und 14 auf Schalke 04.

Und die Mannschaft von Jürgen Klopp zeigt seit rund einem Jahr eine so große Konstanz, dass dieser Vorsprung für die Bayern in nur sehr schwer aufzuholen sein dürfte. Vor ziemlich genau einem Jahr haben die Münchener in Dortmund 5:1 gewonnen. Und auch an diesem Abend sah es 45 Minuten lang eindeutig nach einem Bayern-Sieg aus.

Und das trotz massiver Umstellungen: Louis van Gaal ließ Gomez beginnen, Klose und Olic blieben auf der Bank. „Sie haben keine Tore gemacht“, sagte van Gaal nach Abpfiff als Begründung. Die Antwort auf die Nachfrage, wie er die Leistung von Gomez beurteile, lautete: "Er hat auch kein Tor gemacht." Gomez rechtfertigte dennoch seinen Einsatz, war immer gefährlich und erarbeitete sich Chancen. Die Bayern versuchten von Beginn an, die Kontrolle über das Spiel zu bekommen und die BVB-Abwehr unter Druck zu setzten. Das gelang erstmals in der siebten Minute, als Gomez den Ball nach einem Freistoß von Mark van Bommel völlig freistehend neben das Tor setzte.

Die Bayern spielten ungewöhnlich: Ihr kontrollierter Spielaufbau blieb in Ansätzen stecken. Vor allem weil Philipp Lahm auf der rechten Seite wieder einmal neben sich stand und auf der linken dem Contento-Vertreter Edson Braafheid, der übrigens sein erstes Pflichtspiel seit dem WM-Finale machte, die fehlenden Spielpraxis deutlich anzumerken war. Zudem baute van Gaal das Mittelfeld um: Schweinsteiger spielte einen klassischen Zehner, Pranjic agierte dafür als zweiter „Sechser“ neben van Bommel, Kross spielte links, nur Müller wie gewohnt rechts. Dadurch hakte es im Aufbauspiel, aber gefährlich waren die Bayern dennoch durch Einzelaktionen oder kluge Pässe in die Nahtstellen der BvB-Viererkette.

Die Gastgeber wirkten hinten zunächst unsicher und im Spiel nach vorne fahrig. Viele Fehlpässe und eine sichere Innenverteidigung der Bayern führten dazu, dass der BvB nicht eine Torchance im ersten Durchgang hatte. Anders die Gäste: In der 19. Minute entscheidet das Schiedsrichter-Gespann zu Unrecht auf Abseits, als zwei Bayern auf BvB-Torwart Weidenfeller zulaufen. Es wäre wohl das 1:0 gewesen. In der 26. Minute schließt Gomez aus aussichtsreicher Position nicht schnell genug ab und vergibt eine Großchance. Kurz vor der Halbzeit – es war längst ruhig geworden im Stadion – rettet Weidenfeller mit viel Glück gegen den jetzt starken Gomez. Der Edelreservist hat kurz darauf die größte Bayern-Chance, als er nach einer ecke völlig freistehend knapp vorbei köpft. „Wir hätten deutlich hintenliegen müssen“, sagte BvB-Trainer Klopp später. Zudem hätte Linksverteidiger Marcel Schmelzer in der 33. Minute die rote Karte sehen müssen nach einem Ellbogenschlag.

„Eigentlich mussten wir das Spiel klar gewinnen“, meinte der Bayern-Kapitän van Bommel: „Aber wir machen uns mit Fehlern selbst das Leben schwer.“ Immerhin fand der Niederländer deutliche Worte für seine Kollegen: „Wir sind in jedem Spiel die bessere Mannschaft. Aber man muss auch mal über den Kampf das Spiel gewinnen.“

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  • ich kann mich meinem Vorschreiber nur anschließen. Abgesehen von der merkwürdigen Orthografie, scheint der Autor doch eine sehr rot-blaue brille getragen zu haben.
    Da ist man vom Handelsblatt eine objektivere berichterstattung gewöhnt.

    P.S.: Wenn Schmelzer für seinen 'Ellenbogenschlag' Rot hätte sehen müssen, was bekommt dann van bommel dafür, einem unbeteiligten Spieler (Kagawa) den ball bei einem Freistoß aus 6m mit voller Absicht und Wu(ch)t in den Rücken zu schießen?

  • "Zudem hätte Linksverteidiger Marcel Schmelzer in der 33. Minute die rote Karte sehen müssen nach einem Ellbogenschlag" Herr Giersch haben Sie die Situation überhaupt gesehen???? Wohl eher nicht! Weder im Stadion noch in den berichten im TV war ein Ellbogenschlag zu sehen. Man hat lediglich einen v. bommel gesehen der für seine Verhalten die gelbe Karte hätte bekommen müssen. Wirklich lächerlich was Sie hier schreiben.

  • "Zudem hätte Linksverteidiger Marcel Schmelzer in der 33. Minute die rote Karte sehen müssen nach einem Ellbogenschlag."
    Wie bitte???? Er hat weder mit dem Ellenbogen geschlagen noch sonst irgendwas. Er ist auf Daniel van buyten "aufgelaufen". Dieser schmächtige, kleine süße Kerl(197cm klein, 96 Kilogramm leicht), sank daraufhin so theatralisch zu boden, dass man meinen könnte, er könne sein Leben lang keine bundesliga-Partie mehr spielen.

    Diese Schauspielerei ist es, die bestraft werden muss. Nicht dieser Rempler, der in jedem Spiel gefühlte 138 Mal vorkommt.

    Grüße aus München

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