Fußball Bundesliga
BVB stürmt Bremer Weserstadion

Werder Bremen entwickelt allmählich einen Heimkomplex. Sechs Tage nach dem 1:1 gegen Aufsteiger Energie Cottbus verloren die Hanseaten nach einer enttäuschenden Leistung gegen Borussia Dortmund mit 1:3 (1:1), kassierten damit bereits die zweite Niederlage vor eigenem Publikum und müssen nun überraschend um die Tabellenführung in der Bundesliga bangen.

HB BREMEN. Tore von Alexander Frei (7.) sowie von Tinga (53.) und Marc-Andre Kruska per Foulelfmeter (85.) besiegelten den völlig verdienten Erfolg für die Gäste. Für den zwischenzeitlichen Ausgleich der Bremer hatte WM-Torschützenkönig Miroslav Klose in der 29. Minute nach einem sehenswerten Solo gesorgt. 42 100 Zuschauer im ausverkauften Weserstadion verabschiedeten die erst schwach und dann unglücklich agierenden Hanseaten, die im Falle eines Sieges des VfB Stuttgart am Sonntag bei Hannover 96 die Tabellenführung verlieren würden, mit Pfiffen in die Kabine.

„So ein Sieg tut gut"

„Wir haben Dortmund spielen lassen und waren zu passiv. Das war eindeutig unser Fehler, der sich über 90 Minuten durchgezogen hat. Das war nicht das, was wir selbst von uns erwarten", sagte Werder-Trainer Thomas Schaaf. Der zuletzt hart kritisierte van Marwijk war dagegen hochzufrieden: „Die Mannschaft kämpft schon seit Wochen, hatte aber wenig Glück. Da tut so ein Sieg natürlich gut."

Der Sieg für die Mannschaft von van Marwijk, die auf vier verletzte Stammspieler verzichten musste, ging vor allem deshalb in Ordnung, weil das Team des Niederländers bissiger in den Zweikämpfen war und sich auf eine solide Abwehrarbeit stützen konnte. „Auch die Chancenverwertung ist besser geworden, obwohl wir in der ersten Halbzeit noch mehr Tore hätten erzielen müssen", resümierte der Niederländer.

Genau dies war bei den Bremern diesmal nicht der Fall. Die gesamte Hintermannschaft präsentierte sich in schwacher Form. Ungewöhnlich unsicher agierte auch Per Mertesacker. Einen Querschläger des Nationalmannschafts-Rückkehrers konnte Frei allerdings nicht nutzen. Der Schweizer verpasste die Führung nochmals in der Nachspielzeit der ersten Hälfte - allein der Torschütze Frei hätte in der ersten Halbzeit für eine Vorentscheidung zu Gunsten der Gäste sorgen müssen.

„Wir waren viel zu weit weg vom Gegner und haben viel zu viele Chancen zugelassen“, ärgerte sich Werders Geschäftsführer Klaus Allofs. Tatsächlich leistete sich der Spitzenreiter auch nach dem 1:1 viele Fehler, die einen konstruktiven Spielaufbau behinderten. Auch Diego und Torsten Frings hatten nicht ihren besten Tag erwischt.

Comeback von Borowski

Die bis zum Halbzeitpfiff des schwach pfeifenden Schiedsrichters Franz-Xaver Wack aus Biberbach ausgeglichene Partie verlagerte sich in der zweiten Halbzeit zwar überwiegend in die Hälfte der Dortmunder, doch mit ihren Feldvorteilen wussten die Gastgeber, die auf Kapitän Frank Baumann wegen einer Achillessehnenverletzung verzichten mussten, kein Kapital zu schlagen.

Als in der Schlussphase der Druck immer stärker wurde, konnte auch BVB-Torhüter Roman Weidenfeller mehrfach sein Können zeigen. In der 83. Minute rettete allerdings Tinga für seinen Schlussmann bei einem Klose-Schuss auf der Linie.

Bremens Trainer Thomas Schaaf hatte nach mehrwöchiger Verletzungspause in der 56. Minute Nationalspieler Tim Borowski eingewechselt, doch auch der blonde WM-Teilnehmer konnte das Blatt für die Grün-Weißen nicht mehr wenden.

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