Fußball Bundesliga
BVB und Röber gehen getrennte Wege

Beim abstiegsbedrohten Bundesligist Borussia Dortmund ist der zweite Trainerwechsel in der laufenden Saison perfekt. Nach der Trennung von Bert van Marwijk gab nun Jürgen Röber nach nur zweieinhalb Monaten auf.

Borussia Dortmund und Trainer Jürgen Röber haben ihre Zusammenarbeit beendet. "In dieser schwierigen Situation geht es nicht um Personen, sondern einzig und allein um die Zukunft des BVB, deshalb habe ich meinen Rücktritt angeboten", sagte Röber, der beim Bundesligisten erst am 4. Januar die Nachfolge von Bert van Marwijk angetreten hatte. Unter seiner Leitung rutschte der BVB mit zwei Siegen und sechs Niederlagen in acht Spielen auf den 13. Tabellenplatz ab und hat nur einen Punkt Vorsprung auf einen Abstiegsplatz.

Sinkflug nach Traumstart

Der 53-Jährige betonte, er habe sich Ende letzten Jahres mit voller Überzeugung für das Halbjahres-Engagement bei Borussia Dortmund entschieden. "Spätestens nach der Niederlage in Bochum bin ich zu der Erkenntnis gekommen, dass in dieser Mannschaft längst nicht alle den Ernst der Lage begriffen haben", erklärte Röber weiter. Mit Cheftrainer Jürgen Röber beendet auch Co-Trainer Bernd Storck seine Arbeit beim BVB.

Wer die Borussen-Karre aus dem Abstiegssumpf ziehen soll, steht in den Sternen. Felix Magath, den der BVB kontaktiert hatte, sagte bereits ab. "Herr Magath möchte eine Pause haben", sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke den Ruhr Nachrichten. Er sei allerdings zuversichtlich, "am Dienstag einen Nachfolger präsentieren zu können".

Röbers Entscheidung kam nicht überraschend, denn schon unmittelbar nach dem Abpfiff des Nachbarschafts-Duells am vergangenen Samstag zeigte der ehemalige Bundesliga-Profi Anzeichen von Resignation. In nur wenigen Wochen hatte Röber vom Einzelgespräch bis zum Trainingslager alle Register gezogen - aber nichts bewirken können. Dabei habe er sich Ende letzten Jahres mit voller Überzeugung für das Halbjahres-Engagement beim BVB entschieden.

"Ich hatte auf dem Trainingsplatz oft ein Scheißgefühl"

"Ich hatte auf dem Trainingsplatz oft ein Scheißgefühl. Es hat mir gesagt, schick diesen oder jenen Spieler sofort in die Kabine. Er soll sich umziehen, wenn er keine Lust hat zu arbeiten. Ich hätte zudem den einen oder anderen aus dem Kader streichen sollen", kritisierte Röber in einem Interview mit den Ruhr Nachrichten.

Unter dem Strich blieb der 3:2-Erfolg gegen Meister Bayern München beim Debüt zum Rückrundenstart das einzige Highlight. Danach gab es nur noch einen Sieg (1:0 gegen Mönchengladbach), fade Vorstellungen und zunehmend empörte Fans, die ihrem Unmut in Bochum mit einer Sitzblockade vor dem Mannschaftsbus Luft machten. So schlecht war der BVB zuletzt vor 35 Jahren in der Spielzeit 1971/72 in eine Rückrunde gestartet und am Ende für vier Jahre aus der Bundesliga verschwunden.

Böse Erinnerungen an 2000

Die Stimmung beim börsennotierten Klub vor der sportlichen Pleite nach erfolgreicher wirtschaftlichen Sanierung erinnert an den Horror-Frühling 1999/2000, als der BVB in sportlich ähnlich prekärer Situation ebenfalls zweimal den Trainer wechselte. Nach dem Rauswurf von Michael Skibbe nach dem 18. Spieltag folgte Bernd Krauss für elf Spiele, bevor das Duo Matthias Sammer und Trainer-Oldie Udo Lattek den BVB in den letzten fünf Saisonspielen vor dem Abstieg bewahrte.

Durch die Trennung von Röber ist der achte Trainerwechsel in dieser Saison und der insgesamt 303. in der Bundesliga-Geschichte seit 1963 perfekt. In der laufenden Spielzeit hatten sich außer Röber und van Marwijk noch Thomas van Heesen (Arminia Bielefeld), Thomas Doll (Hamburger SV), Felix Magath (Bayern München), Jupp Heynckes (Borussia Mönchengladbach), Peter Neururer (Hannover 96) und Dieter Hecking (Alemannia Aachen) vorzeitig von ihren Vereinen getrennt.

© SID

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