Fußball Bundesliga
"bwin" wird Sponsoren-Verträge kündigen

Der Sportwettenanbieter "bwin" wird sich aus der Bundesliga zurückziehen. "Wo wir nicht mehr mit unserer Marke "bwin" auftreten können, werden wir Verträge kündigen", sagte Deutschland-Chef Jörg Wacker.

Die Bundesliga wird einen wichtigen Sponsor verlieren. Wegen anhaltender rechtlicher Probleme in Deutschland wird sich der Sportwettenanbieter "bwin" als Sponsor zurückziehen. "Dort, wo wir nicht mehr mit unserer Marke "bwin" auftreten können, werden wir Verträge kündigen", sagte Jörg Wacker, Chef der deutschen "bwin"-Niederlassung, der Wirtschaftswoche.

Nach Wackers Angaben würden sich die Investitionen seines Unternehmens im deutschen Markt um knapp 40 Mill. Euro reduzieren. Das entspricht fast zwei Dritteln des gesamten Marketingbudgets in Deutschland. Auf den Prüfstand kommen insbesondere die Werbeverträge mit mehreren Fußball-Bundesligisten.

Zunächst sollen die Vereinbarungen mit Borussia Dortmund und dem VfL Bochum gekündigt werden. Am Vertrag mit Werder Bremen versucht "bwin" weiter festzuhalten und hofft auf eine Änderung der Rechtslage, insbesondere auf europäischer Ebene. "Andernfalls werden wir mit Werder Bremen eine einvernehmliche Lösung anstreben", so Wacker. Nach Informationen der Wirtschaftswoche will sich "bwin" zudem aus verschiedenen Internet-Kooperationen zurückziehen.

"bwin" erhält klare Abfuhr

Nachdem sich die Konferenz der Ministerpräsidenten (MPK) der 16 Bundesländer am Freitag auf einen Grundsatzbeschluss geeinigt hatte, in dem das staatliche Monopol auf Sportwetten in Deutschland vorerst unangetastet bleiben soll und damit privaten Sportwetten-Anbietern wie "bwin" eine klare Absage erteilt hatte, sieht das Unternehmen vor dem abschließenden Urteil Mitte Dezember scheinbar keinen Sinn mehr in einer kostspieligen Werbung bei Fußball-Bundesligisten.

Bereits in der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass sich "bwin" offenbar von mehreren Sponsoren-Engagements verabschieden will. Aufgrund der viel diskutierten rechtlichen Problematik im Sportwettensektor darf das Unternehmen bei einigen Partnern nicht als "bwin" werben. So muss der Wettanbieter bereits seit Saisonbeginn bei mehreren Klubs mit dem Schriftzug "we win" auftreten, um das teilweise hierzulande herrschende Werbeverbot für private Wettunternehmen zu umgehen.

"bwin" (ehemals betandwin) gehört mittlerweile zu den wichtigsten Partnern des Sports und investiert aktuell geschätzt rund 25 Mill. Euro im Jahr in Deutschland in Sponsoring. Das Unternehmen ist unter anderem Hauptsponsor von Bundesligist Werder Bremen und Zweitligist 1 860 München sowie Bandenpartner bei mehreren Fußballklubs. Darüber hinaus ist "bwin" Partner des Ligapokals sowie der Handball- und Basketball-Bundesliga.

© SID

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