Fußball Bundesliga
"Club"-Schuldenberg wächst deutlich

Bundesligist 1. FC Nürnberg hat im vergangenen Geschäftsjahr ein Minus von 5,3 Mill. Euro erzielt. Insgesamt sitzt der "Club" auf einem Schuldenberg von 10,6 Mill. Euro.

Der Schuldenberg des 1. FC Nürnberg ist ein weiteres Mal angewachsen. Für das abgelaufene Geschäftsjahr wies der Club bei der Mitgliederversammlung am Mittwochabend einen Fehlbetrag von 5,3 Mill. Euro aus. Damit steht der Fußball-Bundesligist nun mit 10,6 Mill. Euro in der Kreide - nahezu doppelt so viel wie noch vor einem Jahr. Vor zwei Jahren war der Verein praktisch schuldenfrei. "Die 10,6 Mill. sind nicht beängstigend, es gilt aber, die Situation zu verbessern", betonte Geschäftsführer Ralf Woy am Mittwoch.

Brenzlig wäre es womöglich geworden, hätte sich sich das finanzielle Risiko nicht sportlich gerechnet. Nach seinem siebten Abstieg aus der Bundesliga hatte der Club zunächst in der Saison 2008/2 009 versucht, mit einer sehr teuren Mannschaft den Wiederaufstieg zu schaffen - was in der Relegation auch gelang. In der vergangenen Spielzeit 2009/2 010 investierten die Verantwortlichen dann in der Winterpause ein weiteres Mal, um einen erneuten Abstieg zu verhindern - was erneut in der Relegation gelang.

"Es war uns bewusst, dass mit dem Ziel Klassenerhalt am Ende ein Fehlbetrag in dieser Größenordnung steht", sagte Woy zum Geschäftsergebnis mit Stichtag 30. Juni 2010. Das hauptamtliche Vorstandsmitglied räumte ein: "Es ist eine nicht einfache Situation, wir sind gezwungen, in den nächsten Jahren Gewinne auszuweisen." Zum Abschluss des laufenden Geschäftsjahres erhofft sich Woy einen Überschuss von 2,5 bis drei Mill. Euro. Aktuell belegt der Club mit neun Punkten aus sieben Spielen Rang elf.

In die Bilanz nicht eingerechnet ist die Ablösesumme für Dennis Diekmeier, der vor der Saison für 2,7 Mill. Euro zum Hamburger SV wechselte. Die Schulden wären weniger, hätte der 1. FC Nürnberg im Sommer den umworbenen Ilkay Gündogan verkauft. "Deutlich positiv" wäre dann das Ergebnis gewesen, sagte Woy, was darauf schließen lässt, dass das Angebot von 1 899 Hoffenheim in der Tat bei etwa sieben Mill. Euro lag. Den Verkauf des U21-Nationalspielers lehnte das Präsidium aber aus sportlichen Überlegungen heraus ab.

Woy wies darauf hin, dass der 1. FC Nürnberg derzeit keine Steuerschulden habe und liquide sei. Der Fehlbetrag von 10,6 Mill. Euro sei darüber hinaus durch "stille Reserven" ausreichend gedeckt. Den Marktwert seiner Mannschaft hat der Club mit 23 Mill. Euro veranschlagt. In der vergangenen Saison verbuchte der Verein 47,7 Mill. Euro Einnahmen. Die Aufwendungen des Clubs lagen bei 53 Mill. Euro, dabei lag der Etat für den Profibereich bei 17,8 Mill. Euro.

© SID

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