Fußball Bundesliga: „Club“ vernascht Hitzfelds Bayern

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„Club“ vernascht Hitzfelds Bayern

Auch Ottmar Hitzfeld hat die Talfahrt des FC Bayern München nicht stoppen können. Stattdessen ist das Comeback des neuen alten Bayern-Trainers durch die höchste Derby-Pleite seit 17 Jahren zu einem Fiasko geraten. Einen Tag nach seinem erneuten Amtsantritt beim deutschen Rekordmeister musste der 58-Jährige ein 0:3 (0:1) beim 1. FC Nürnberg und damit die erste Niederlage im bayerischen Prestigeduell seit 1999 hinnehmen.

HB NÜRNBERG. Nach den Toren von Iwan Saenko (12.), Markus Schroth (71.) und Robert Vittek (86.) kann der FC Bayern die Titelverteidigung damit wohl endgültig abschreiben. Während der „Club“ im Kampf um die Uefa-Cup-Plätze nun ein ernstes Wörtchen mitreden kann, droht den Münchnern nach dem 20. Spieltag bereits ein Rückstand von elf Punkten auf die Tabellenspitze.

„Ich bin natürlich enttäuscht, dass die Mannschaft am Schluss so untergegangen ist und insgesamt mit so wenig Selbstbewusstsein gespielt hat. Es war noch viel Sand im Getriebe“, sagte Hitzfeld nach dem kapitalen Fehlstart. „Wir waren bemüht, aber sind oft einen Schritt zu spät gekommen. Es gab auch viele Undiszipliniertheiten in der Abwehr. Lucio ist zu viel marschiert. Ich wusste, dass es schwer wird.Jetzt weiß ich, dass noch viel Arbeit auf mich wartet." Torschütze Schroth war dagegen rundum glücklich: „Wir wussten, dass wir gut drauf sind. Wir haben zuletzt die eine oder andere Schwäche bei den Bayern gesehen - und da haben wir angesetzt.“

Bayern offenbarten Schwächen in allen Mannschaftsteilen

Vor 47 000 begeisterten Zuschauern im ausverkauften Nürnberger Stadion präsentierte sich der FC Bayern ähnlich schwach wie in den vergangenen Wochen und Monaten. Die Münchner wirkten erschreckend unorganisiert, auch Hitzfeld hatte in der Kürze der Zeit ganz offensichtlich keine Wunder bewirken können. Die Mannschaft offenbarte in allen Mannschaftsteilen Mängel, ein Konzept für einen geordneten Spielaufbau war nicht zu erkennen. Auch im spielerischen Vergleich konnten die Gäste dem „Club“, der leidenschaftlich kämpfte und wesentlich organisierter auftrat, nicht Paroli bieten. Einmal mehr wurde deutlich, dass dem Team ein Regisseur fehlt. Bastian Schweinsteiger, der seine fünfte Gelbe Karte sah und gegen Bielefeld pausieren muss, war dazu nicht in der Lage.

Hitzfeld hatte in seinem ersten Bundesligaspiel seit dem 22. Mai 2004 (2:0 gegen den SC Freiburg) zwei Wechsel im Bayern-Team vorgenommen. Im Gegensatz zum 0:0 am vergangenen Dienstag gegen den VfL Bochum, dem letzten Spiel unter Felix Magath, mussten Martin Demichelis und Andreas Ottl ihre Plätze räumen, dafür spielten Willy Sagnol und Owen Hargreaves. Für den englischen „Fußballer des Jahres“ war es der erste Einsatz seit dem 16. September 2006, als er sich beim 1:2 bei Arminia Bielefeld einen Wadenbeinbruch zugezogen hatte.

Hitzfeld setzt erstes Signal für die Zukunft

Mit der Rückkehr zur Viererkette im Mittelfeld setzte der Coach immerhin ein erstes Signal für die Zukunft. Positiv wirkte sich insbesondere die Hereinnahme von Hargreaves aus, der Dynamik ins Spiel der Bayern brachte.

Dafür erwies sich die Defensive wie schon beim 2:3 in Dortmund als anfällig. Philipp Lahm präsentierte sich auf der linken Seite nicht in Länderspiel-Form und hatte große Probleme mit dem wendigen Vittek. Aber auch die Innenverteidigung mit Daniel van Buyten und Lucio war bei dem ganz auf Konter angelegten „Club“-Spiel nicht immer im Bilde. Dagegen konnten sich die Franken auf Tomas Galasek als ruhenden Pol der Abwehr verlassen, in der der 18-jährige Matthew Spiranovic erstmals von Anfang an zum Zuge kam.

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