Fußball Bundesliga
Cottbus will Nürnberg „wegbrezeln“

Einziger Ost-Bundesligist gegen West-Traditionsclub: Energie Cottbus und der 1. FC Nürnberg steigen heute Abend (Anstoß 18 Uhr) in den gefürchteten Relegationsring, der nach 18 Jahren Pause wieder für eine spannende verlängerung der Bundesliga-Saison sorgt. Und die Ostdeutschen spucken vor dem Anpfiff große Töne.

dpa COTTBUS. Ausgerechnet ein Franke und ein Münchner wollen dafür sorgen, dass die Cottbuser Multi-Nationen-Truppe nach dem Rückspiel am 31. Mai auch weiter der Eliteliga angehören: Kapitän Timo Rost ist ein einstiger "Clubberer" und zusammen mit Torhüter Gerhard Tremmel der große Motivator der Lausitzer.

"Wir werden die Nürnberger schon wegbrezeln", kündigte Rost vor dem ersten Duell im Stadion der Freundschaft an, wo seine Liebe zum Ex-Verein ruhen wird. Im Dezember 1997 gab der 30-Jährige in Nürnberg sein Profi-Debüt - gegen Energie Cottbus. Über die Nürnberger meint Rost: "Sie waren nach der Hinserie auch schon totgesagt, jetzt sind sie im Aufwind."

Dass Cottbus überhaupt noch den Sprung auf Rang 16 schaffte, lag nicht zuletzt am überragenden Torhüter Tremmel. "Der Sieg gegen Leverkusen nach einem Wahnsinnsspiel hat uns gezeigt, was in der Mannschaft steckt. Das gibt uns einen Schub. Die Relegation ist ein Geschenk, das müssen wir nutzen", forderte Tremmel, der zwar in Berlin wohnt, aber genau weiß: "Es geht um viel, ja fast um alles. Für uns, für den Verein, für die Fans und die gesamte Region."

Während die angeschlagenen Stanislaw Angelow, Mariusz Kukielka und Daniel Ziebig wohl spielen werden, ist offen, ob Mittelfeldspieler Ivica Iliev auflaufen wird. Dimitar Rangelow fehlt wegen seiner Bänderverletzung, Trainer Bojan Prasnikar hofft zumindest noch im Rückspiel auf seinen Einsatz. Die Nürnberger haben dagegen fast keine Personalsorgen und hoffen auf ihre Heimstärke und die Treffer von Marek Mintal. "Wir werden unsere Chancen bekommen, und die müssen wir einfach nutzen", sagt Mintal.

Dass die Franken zuerst auswärts antreten, sieht Trainer Michael Oenning als Vorteil, auch wenn das Stadion der Freundschaft seinem Namen keine Ehre machen wird. "Respekt, aber keine Angst", hat Oenning. "Natürlich, das ist ein enges Stadion, da sind 22 000 Zuschauer, da wird es brennen. Aber wir sind auf alles vorbereitet. Zu Hause haben wir dann viele Argumente, wie wir es schaffen können." Die Bilanz gegen Cottbus ist ausgeglichen: In der Bundesliga gewann jedes Team zweimal, in der 2. Liga jeweils einmal. Dazu kommen acht Unentschieden. Die Entscheidung fällt diesmal im Europapokal-Modus.

Für den neunmaligen Meister wäre der siebte Bundesliga-Aufstieg der Vereinsgeschichte nicht nur sportlich eminent wichtig. "Finanziell ist die 2. Liga ein Risiko, nur zwei Jahre lang geht der Ritt auf der Rasierklinge gut", betont Manager Martin Bader und hofft nach dem Pokalsieg an Pfingsten 2007 auf ein zweites Pfingstwunder. Cottbus will dagegen eine merkwürdige Serie brechen: Jeweils drei Jahre spielte der FC Energie seit der Vereinigung in der Oberliga, der Regionalliga, der 2. Liga, der Bundesliga, der 2. Liga und zuletzt wieder in der Bundesliga. Sollte die Serie halten und Cottbus absteigen, würde erst zum vierten Mal in elf Duellen der Zweitligist mit dem Fahrstuhl ins Fußball-Oberhaus fahren.

Energie Cottbus: Tremmel - Angelow, Radeljic, Cagdas Atan, Ziebig - Kukielka, Rost - Rivic, Skela, Iliev (Shao) - Jula

1. FC Nürnberg: Schäfer - Diekmeier, Reinartz, Pinola, Bieler - Mnari - Kluge, Mintal, Gygax - Eigler, Boakye

Schiedsrichter: Meyer (Burgdorf)

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