Fußball-Bundesliga
Der größte Abstiegskampf der Welt

Genau zwei Tage ist es her, da befand sich die deutsche Bundesliga im größten Abstiegskampf der Welt. Zwölf von 17 Mannschaften waren darin verwickelt. Und das sechs Spieltage vor Saisonende. Statistiker verzweifelten, Restprogramm-Kalkulatoren verstummten. Zu monströs schien die mathematische Herausforderung, alle möglichen Konstellationen zu berechnen. Der 29. Spieltag hat nun ein bisschen Ordnung in das Chaos gebracht. Wer noch hoffen kann - und wer nicht.

DÜSSELDORF. Nahezu aussichtslos ist die Lage mittlerweile für den Tabellenletzten Borussia Mönchengladbach. Marcel Janssen sprach nach der Last-Minute-Niederlage gegen den HSV von einem „großen Schritt Richtung Abstieg“ und Oliver Neuville kalkulierte nüchtern, dass nur fünf Siege aus den letzten fünf Partien den Klassenerhalt sichern könnten. Legt man den ähnlich knappen Abstiegskampf aus der Saison 1998/99 zugrunde, in dem sich Eintracht Frankfurt am letzten Spieltag mit 37 Punkten retten konnte, reichen den Borussen genau betrachtet schon vier gewonnene Spiele. Angesichts der anstehenden Heimpartien gegen den VfB Stuttgart und Bayern München scheint das für Neuville&Co. allerdings ein schwacher Trost zu sein.

Wenig hoffnungsvoller stellt sich die Situation für Mainz 05 dar. Sieben Zähler fehlen der Elf von Jürgen Klopp bis zur magischen 37-Punktemarke. In den drei Auswärtsspielen gegen den HSV, Stuttgart und Bayern München dürfte für den Tabellenvorletzten in der desolaten Verfassung aus der Partie gegen Schalke 04 wenig zu holen sein. Trotz zunächst respektabler Aufholjagd in der Rückrunde kann in Mainz wohl mit den Planungen für die 2.Bundesliga begonnen werden.

Mit selbiger muss sich nun auch „General“ Ernst Middendorp beschäftigen. Trotz der Pleite gegen Mitkonkurrent Eintracht Frankfurt und dem Absturz auf den dritten Abstiegsplatz gibt man sich bei Arminia Bielefeld allerdings kämpferisch. Hans-Hermann Schwick sieht „keinen Grund sich aufzugeben“. Nach möglichen Heimsiegen gegen Werder Bremen und Hannover würde eine Entscheidung wohl erst am letzten Spieltag fallen, so der Vereinspräsident. Da geht es dann gegen Schalke 04. Und den Schalkern, so die Hoffnung der Arminen, könnte zu diesem Zeitpunkt schon die Meisterfeier in den Beinen stecken.

Im Visier von Bielefeld und Mainz befinden sich am ehesten Alemannia Aachen und der VfL Bochum. Aachen hat die meisten Tore (43) aller Abstiegskandidaten geschossen und die meisten kassiert (53). Rauf und runter ging es in der Tabelle in den vergangenen Wochen. Kein Team war so unberechenbar. Mit zwei ordentlichen Heimspielen kann die Alemannia den Klassenerhalt aus eigener Kraft schaffen. Versagen gegen Hertha BSC und den VfL Wolfsburg allerdings die Nerven, dann ist Aachen kaum zu retten.

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