Fußball Bundesliga
„Derzeit ist auf Schalke nichts lustig“

Manager und Trainer Felix Magath vom FC Schalke 04 will angesichts des Schuldenbergs von knapp 137 Mill. Euro bei dem Fußball-Bundesligisten einen umfassenden Kassensturz vornehmen.

dpa GELSENKIRCHEN. "Wir wollen uns durch Umschuldung und Einsparungen neu aufstellen, wobei alles auf den Prüfstand muss", erklärte der 56- Jährige in einem Interview mit der "Bild am Sonntag". Dazu gehörten Stadion, Marketingrechte oder Catering. "Es darf keine Tabus mehr geben, vielleicht müssen wir etwas verkaufen."

Als er sich zum Wechsel vom deutschen Fußball-Meister VfL Wolfsburg nach Schalke entschlossen hatte, war ihm klar. "Ich wusste ja, dass mich hier kein Schlaraffenland erwartet. Derzeit ist auf Schalke nichts lustig", sagte Magath. Wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" in seiner neuen Ausgabe berichtet, soll Schalke-Finanzchef Peter Peters vom Aufsichtsrat angewiesen worden sein, bis Jahresende 20 Mill. Euro und bis Saisonende Mitte 2010 weitere zehn Mill. Euro zu beschaffen. Geschäftsführer Peters wollte nach Angaben des Magazins diese Zahlen nicht kommentieren.

Konsequenzen kann dies auch für Spieler haben, wenn der Transfermarkt wieder öffnet. "In der Winterpause könnte es zu weiteren Härtefällen kommen. Albert Streit wird wohl nicht der letzte sein", kündigte Magath an. Der Coach hatte den Mittelfeldakteur aus dem Profi-Kader ausgemustert. "Spieler, die das Niveau der Mannschaft runterziehen, kann ich nicht gebrauchen. Das habe ich schon in Wolfsburg durchgezogen", sagte Magath. Erneut bekräftigte er, Nationaltorwart Manuel Neuer nicht verkaufen zu wollen. "Nein, einen Manuel Neuer lasse ich nicht gehen!" Doch wenn nach der Hinrunde keine realistische Chance auf einen Europapokal-Platz mehr bestehen würde, "geben wir vielleicht einen anderen Leistungsträger ab".

Ungeachtet der Finanznot forderte er für die Zukunft bei Schalke die volle Konzentration auf das Kerngeschäft Fußball. "Uns fehlt eine klare Philosophie, dem Club und der Mannschaft auch. Wir müssen wissen, wo wir hinwollen", so Magath, der mit einem Seitenhieb auf eine große Ben-Hur-Show in der eigenen Arena hinzufügte: "Wagenrennen in der Veltins-Arena zu veranstalten, bündelt Kräfte, die woanders fehlen." Keine Frage ist für ihn auch, dass der Titel-Traum nicht real werden kann, wenn die wirtschaftliche Sanierung des Clubs nicht gelingt. "Wenn die finanzielle Situation hier auf Schalke nicht verbessert wird, ist die Meisterschaft kein Thema", sagte Magath dem Kölner "Express".

Weiterhin einen Spießrutenlauf erlebt der von Magath suspendierte Streit. Der 29-Jährige wurde am Samstag von den Fans der "Königsblauen" im Spiel der Schalker Regionalliga-Mannschaft bei der U23 des VfL Bochum (1:2) erneut beleidigt. Das berichtet die Zeitung "Reviersport". Schon vor einer Woche war Streit im Spiel der Schalker Reserve gegen Waldhof Mannheim (0:1) beschimpft und bespuckt worden. Der Spieler nahm die erneuten Verbalattacken am Samstag kommentarlos hin und wollte sich nicht dazu äußern.

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