Fußball Bundesliga
Die Bayern sehen blau

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Der Auftakt der Bundesliga-Rückrunde hat eine Situation geschaffen, die vor allem die Bayern und ihre Fans so nicht erwartet hatten: Hoffenheim, Hertha und der HSV haben sich vor die Münchener geschoben. Der Start in Teil zwei der Saison lässt eine ausgeglichene Rückrunde erahnen. Die Bayern flüchten sich derweil in starke Sprüche - die wohl so manch unliebsame Erkenntnis überdecken sollen.

HB HAMBURG/BERLIN. Beim FC Bayern München sind sie es gewohnt, das Feld von der Spitze aus zu dominieren. Manager Uli Hoeneß empfahl einst der Konkurrenz ein Fernglas, um ihr das Auffinden der Münchener in der Bundesliga-Tabelle zu erleichtern. Nach dem 5:1-Erfolg vergangene Woche im DFB-Pokal beim VfB Stuttgart schien es nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die Rivalen auch in dieser Saison wieder zu optischen Hilfsmitteln würden greifen müssen. Der Auftakt der Bundesliga-Rückrunde hat nun aber eine andere Situation geschaffen: Es sind die Bayern, die der Konkurrenz hinterher hecheln müssen. Plötzlich belegen sie nur noch Rang vier.

Wenn die Münchener auf die Tabelle blicken, sehen sie vor ihrem Klub viel Blau - die Farbe von 1899 Hoffenheim, Hertha BSC Berlin und des Hamburger SV. Letzterer hatte am Freitag den Rekordmeister mit 1:0 besiegt - wie bestellt angesichts der Befürchtung, es stehe eine langweilige, weil allein Bayern-geprägte Rückrunde bevor. Tags darauf zogen Hoffenheim und Hertha durch Pflichtsiege gegen Energie Cottbus und Eintracht Frankfurt nach. Auch Bayer Leverkusen liegt nach dem 1:1 bei Borussia Dortmund nur zwei Punkte hinter dem Titelverteidiger von der Isar.

Die Vereine, die zum Ende der Hinrunde noch als Außenseiter im Rennen um die Meisterschaft galten, mischen nun vorne mit. "Es wird keinen Zweikampf Bayern gegen Hoffenheim geben", sagte Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Er räumte sowohl Hamburg als auch Leverkusen Chancen auf den Titel ein. Dass Hertha BSC bis zum Ende der Saison vorne dabei sein wird, kann sich hingegen niemand so recht vorstellen - nicht einmal die Berliner selbst. Sechs oder sieben Spiele habe man in der Hinrunde mit Glück gewonnen, sagte Abwehrchef Josip Simunic jüngst - am Samstag kam das nächste hinzu.

Nach 2:0-Führung und einem schnellen Anschlusstreffer ließ sich die Hertha im heimischen Olympiastadion am Ende von einer spielerisch eher schwachen Elf wie Eintracht Frankfurt komplett in die Defensive drängen. Offensiv fanden die Berliner sowieso nur in der Person von Marko Pantelic statt. Der Serbe erzielte beide Treffer (17., 50. Minute) und holte einen Elfmeter heraus, den Cicero aber vergab (33.). Vielleicht bekommt die Saga um Pantelic und die Hertha ja doch noch ein Happy End - und der Spieler einen neuen Vertrag. Pantelic, bei Trainer Lucien Favre als Diva verschrien, gab sich nach Spielende betont teamfähig: "Meine Situation ist sekundär", sagte er, hinsichtlich seiner Zukunft sei "alles offen".

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