Fußball Bundesliga
Doll übernimmt Traineramt beim BVB

Ein hochmotivierter Thomas Doll soll Borussia Dortmund vor dem Sturz in die Zweitklassigkeit bewahren. "Ich bin davon überzeugt, dass ich das in mich gesetzte Vertrauen zu 100 Prozent zurückzahlen werde", sagte der 40-Jährige bei seinem Amtsantritt beim westfälischen Bundesligisten, bei dem er nur einen Tag nach dem Rücktritt des erfolglosen Jürgen Röber einen bis zum 30. Juni 2008 datierten und auch für die 2. Liga gültigen Vertrag unterschrieben hat.

Doch das Thema Abstieg schien Doll aus seinem Vokabular gestrichen zu haben. "Es ist eine Herausforderung, aber auch eine große Ehre für mich, als junger Trainer von einem Traditionsverein angesprochen zu werden. Jetzt gilt es, hart zu arbeiten", sagte Doll, desen Ära beim Hamburger SV nach nur zwei Siegen (2:1 bei Bayer Leverkusen in der Bundesliga und 3:2 gegen Zska Moskau) in 28 Pflichtspielen in dieser Saison am 1. Februar endete. "Er hat den HSV allerdings auch in seinem ersten Jahr vom letzten Tabellenplatz über den UI- und Uefa-Cup in die Champions League geführt", erinnerte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

Watzke: "Klares Konzept gab den Ausschlag"

Deshalb sei der Ex-Nationalspieler nach der Absage von Felix Magath, der weiter für den Pay-TV-Sender arena arbeitet, auch die erste Option für die Röber-Nachfolge gewesen. Besonders überzeugt habe das "klare und strukturierte Konzept" von Doll, der in den Gesprächen auf Anhieb überzeugt und seinerseits auch spontan seine Bereitschaft für den Sprung auf die Kommandobrücke des schlingernden BVB-Schiffes signalisiert habe. Nach sechswöchiger Pause habe er die Zeit in Hamburg mit seinem Co-Trainer Ralf Zumdick aufgearbeitet und den wieder Kopf klar für eine neue Aufgabe. Beim HSV hatte "Dolly" eine Abfindung von 900 000 Euro kassiert.

Der neue BVB-Coach gewährte vor seiner ersten Trainingseinheit mit dem Kader des Tabellen-13. am Dienstagmittag einen Überblick über seine Sofortmaßnahmen vor seinem Debüt am Samstag (15.30 Uhr/live bei arena) im Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg in einem höchstwahrscheinlich ausverkauften Stadion. In der Dortmunder Arena schließt sich für Doll der Kreis: Dort bestritt und gewann er am 23. Oktober 2004 sein erstes Spiel als HSV-Chefcoach gegen den BVB (2:0); der Hamburger Erfolg löste im Übrigen damals heftige Fanproteste bei den Schwarz-Gelben aus...

Doll: "Harte Wochen stehen bevor"

In Dortmund werde er seinen Stil und auch seine Art, mit den Spielern umzugehen, nicht ändern, obwohl er aus seiner Zeit bei "seinem" HSV auch Lehren gezogen habe. Den Befürchtungen der Skeptiker, er sei für die disziplinlose Dortmunder Truppe in der derzeit bedrohlichen Situation "zu weich", nahm Doll zugleich den Wind aus den Segeln. "Wer mich genauer kennt, der weiß: Ich bin kein Kumpeltyp. Es zeugt nicht von Respekt, wenn man mit Du oder Sie angesprochen wird. Ein Trainer holt sich Kompetenz, indem er sich mit den Spielern auseinandersetzt", erklärte Doll. Seine erste Bestandsaufnahme bei der Borussia bestehe aus vielen Gesprächen und natürlich harter Trainingsarbeit. "`Jedem muss klar sein, in welch bedrohlicher Lage der Klub ist, es stehen uns harte Wochen bevor", ergänzte Doll. Jeder müsse nun seine eigenen Interessen zurückstellen.

© SID

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