Fußball Bundesliga
Dortmund als Herbstmeister zum Club

Die Herbstmeisterschaft ist bereits sicher, nun gilt es für Borussia Dortmund in Nürnberg den Vorsprung auszubauen. Bayer Leverkusen ist im Rheinderby gegen Köln klarer Favorit.

Borussia Dortmund hat ein weiteres Stück Bundesliga-Geschichte geschrieben, obwohl der Tabellenführer am 15. Spieltag noch nicht auf dem Rasen stand. Die Westfalen laufen zum Auswärtsspiel am Sonntag (17.30 Uhr/Sky und Liga total!) beim 1. FC Nürnberg als vorzeitiger Herbstmeister auf. Die "Junioren"-Auswahl von Trainer Jürgen Klopp profitierte von der 1:2-Niederlage des Tabellenzweiten FSV Mainz 05 am Samstag bei Eintracht Frankfurt. Nach dem drittletzten Hinrunden-Spieltag standen seit 1963 bislang nur Eintracht Frankfurt (1993/1 994) und der 1. FC Kaiserlautern (1997/1 998) vorzeitig als Halbzeit-Meister fest.

Klopp hatte jedoch schon vor der Abreise ins Frankenland keinen Zweifel an der Bedeutung des inoffiziellen Titels gelassen: "Das hat für uns wirklich nullkommanull Bedeutung. Ich habe jedenfalls noch nie einen Wimpel gesehen, auf dem steht: Herbstmeister 2010." Vor den abschließenden Begegnungen bis zur Winterpause führt der BVB die Tabelle mit sieben Punkten vor Mainz an.

Brisanz im Rheinderby

Brisanz birgt auch das zweite Spiel des Sonntags (15.30 Uhr). Bayer Leverkusen will mit einem Sieg gegen den rheinischen Rivalen 1. FC Köln oben festsetzen. Die Kölner weigern sich zwar, das Duell mit Leverkusen als "echtes" Derby anzuerkennen, ein Trainings-Streit zwischen Lukas Podolski und Martin Lanig im Training zeigt aber, wie aufgeheizt die Stimmung bei den "Geißböcken" ist.

Völlig gelassen dagegen können die Dortmunder in das Spiel in Nürnberg gehen. Nach dem 0:2 am ersten Spieltag gegen Leverkusen folgten in der Liga zwölf Siege und ein Unentschieden, und beim 3:0 gegen Karpaty Lwiw gewann der BVB endlich auch in der Europa League. Da darf Klopp sogar hoffen, den Ausfall von Torjäger Lucas Barrios verkraften zu können, obwohl der im Vorjahr beim 3:2 in Nürnberg alle drei Tore schoss. Der Pole Robert Lewandowski, als Joker in dieser Saison schon viermal erfolgreich, zeigte mit seinem Tor gegen Lwiw jedenfalls, dass er auch als Starter treffen kann.

Dortmund will "nicht umfallen"

Vor den Franken hat Klopp trotz deren drei Niederlagen in Serie aber Respekt. Der Club sei dem BVB vom Konzept her "nicht unähnlich", habe "eine richtig gute Vorrunde gespielt" und werde sicher "alles daran setzen, uns ein Bein zu stellen. Unsere Aufgabe wird es sein, so fest zu stehen, dass wir nicht umfallen".

Nürnbergs Trainer Dieter Hecking erstarrt derweil tatsächlich nicht in Ehrfurcht. "Vor den Leistungen des BVB kann man nur den Hut ziehen", sagte er zwar: "Aber Bangemachen gilt nicht, wir wittern unsere Chance und werden uns nicht kampflos ergeben."

In Köln schürt vor allem Trainer Frank Schaefer die Vorfreude auf das von Podolski abwertend "kleines Derby" genannte rheinische Duell. "In meiner Zeit als Jugendtrainer war für mich FC gegen Bayer das große Derby. Und das wird immer so bleiben", sagte Schaefer, der gegen Borussia Mönchengladbach vor drei Wochen eine bittere 0:4-Derbypleite kassierte.

Schlechte Stimmung beim Kölner Training

Unter der Woche hatte der 47-Jährige, der auf den zuletzt erfolgreichen Stürmer Milivoje Novakovic verzichten muss, auf dem Trainingsplatz zwischen den Streithähnen Podolski und Lanig zu schlichten. "Grundsätzlich habe ich so etwas nicht so gerne", sagte er, hält die öffentliche Diskussion aber für überbewertet: "Es war keine Handgreiflichkeit, sondern ein Gerangel und eine Diskussion."

Bayer tankte derweil unter der Woche Selbstvertrauen und zog durch ein 1:0 im "Kühlschrank" von Trondheim vorzeitig in die nächste Runde der Europa League ein. Im Vergleich zum Spiel in Norwegen wird zudem Nationaltorhüter Rene Adler nach seinem Hexenschuss ins Team zurückkehren. Außer den im Aufbautraining befindlichen Dauerverletzten Stefan Kießling und Michael Ballack kann Trainer Jupp Heynckes demnach auf sein stärkstes Team zurückgreifen.

Bayer-Kapitän Simon Rolfes strahlt denn auch Selbstvertrauen und Gelassenheit aus. "In den vergangenen Jahren war es ja meist eine recht eindeutige Angelegenheit für uns", sagte er: "Man hat auf dem Platz gemerkt, dass der FC nicht so richtig daran glaubte, gegen uns gewinnen zu können."

© SID

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