Fußball Bundesliga
Dortmund dank Sahin nach 2 624 Tagen wieder spitze

Nuri Sahin hat Borussia Dortmund dank eines Last-Minute-Treffers den siebten Saisonsieg beschert. Am achten Bundesliga-Spieltag gewann der neue Spitzenreiter 2:1 beim 1. FC Köln.

Dank Nuri Sahin ist Borussia Dortmund nach 2 624 Tagen wieder an die Tabellenspitze der Bundesliga gestürmt. Die Überraschungsmannschaft von Trainer Jürgen Klopp feierte am Freitagabend durch das 2:1 (1:0) bei Lieblings-Gegner 1. FC Köln den siebten Sieg in Folge, stellte damit die Klubbestmarke ein und übernahm mit nunmehr 21 Punkten aus acht Spielen aufgrund der besseren Tordifferenz zumindest bis Samstag die Tabellenspitze vom FSV Mainz 05. Beim FC hingegen hat sich nach zuletzt turbulenten Tagen die sportliche Situation verschärft.

Nuri Sahin erzielte in der Nachspielzeit den Siegtreffer für die Westfalen, die zuletzt am 9. August 2003 nach einem 4:0 gegen den VfL Wolfsburg vorübergehend Erster waren. Die erste Borussen-Führung durch Jakub Blaszczykowski (20.) hatten Kölns Nationalspieler Lukas Podolski noch mit einem Gewaltschuss in den Winkel egalisiert (83.). Dortmund geht damit bestens gerüstet in das Europa-League-Heimspiel am Donnerstag gegen Paris St. Germain.

"Natürlich haben wir heute auch ein bisschen Glück gehabt", sagte Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke: "Aber entscheidend ist auch, dass wir nicht das Ergebnis verwalten wollten, sondern versucht haben, das Siegtor zu machen." Kölns Mittelfeldspieler Martin Lanig war dagegen "total niedergeschlagen. Wir hätten einen Punkt verdient gehabt. Schlimmer kann es nicht sein."

Fünfte Niederlage der Kölner gegen Dortmund

Köln verlor damit auch das fünfte Spiel gegen Dortmund seit dem Wiederaufstieg 2008 und bleibt mit nur fünf Punkten im Tabellenkeller. Nach der Kritik Podolskis an der Strategie des Klubs und dem Alleingang von Torhüter Faryd Mondragon dürften ungemütliche Tage am Geißbockheim folgen, auch für Trainer Zvonimir Soldo. "Wir werden uns nach dem Spiel mit Lukas zusammensetzen und besprechen, was ihn zu diesen Aussagen getrieben hat", erklärte FC-Manager Michael Meier.

50 000 Zuschauer in der WM-Arena sahen über weite Strecken ein abwechslungsreiches Spiel. Der BVB war die gefährlichere Mannschaft und hatte durch Lucas Barrios die erste große Chance. Doch der Nationalspieler Paraguays setzte einen Kopfball freistehend über das Kölner Tor (6.). Aber der FC kämpfte gegen die spielerische Überlegenheit des Spitzenteams an, besonders Podolski war überaus motiviert. Der Nationalstürmer hatte mit einem Volleyschuss aus 18m an die Latte Pech, den Nachschuss von Chistian Clemens parierte BVB-Schlussmann Roman Weidenfeller.

Doch Dortmund blieb dran, Barrios hatte seinerseits mit einem Kopfball an die Latte Pech (17.), war dann aber an der Führung durch Blaszczykowski beteiligt. Barrios erwischte eine Flanke vom bisher überragenden Neueinkauf Shinji Kagawa mit dem Kopf, den Ball drückte "Kuba" in seinem 100. Pflichtspiel für Dortmund über die Linie.

Varvodic erhält Vorzug vor

Beim FC hatte neben der Kritik von Podolski noch Stammkeeper Mondragon für Wirbel gesorgt. Der Kolumbianer kam erst am Donnerstag von einer Länderspielreise zurück. Trainer Soldo nominierte deshalb den 21-jährigen Miro Varvodic, und Mondragon bat die Verantwortlichen, ihn aus dem Kader zu nehmen. Daniel Schwabke aus der zweiten Mannschaft nahm den Platz auf der Bank ein. Varvodic machte seine Sache bei seinem Bundesliga-Debüt nicht schlecht und parierte unter anderem einen 20-m-Schuss von Kagawa mit Bravour.

Im zweiten Durchgang änderte sich am Bild nicht viel. Dortmund war die gefährlichere und spielerisch bessere Mannschaft, brachte sich mit Fehlern in der Vorwärtsbewegung hier und da aber in Schwierigkeiten. Kölns Mato Jajalo konnte eine große Kopfballchance zum möglichen 1:1 nicht nutzen (57.). Im Gegenzug strich ein 20-m-Schuss von Kevin Großkreutz, der wegen einer Grippe die EM-Qualifikationsspiele der deutschen Nationalmannschaft verpasst hatte, knapp über das Tor.

Schock für BVB-Profis

Eine Schrecksekunde gab es für die Dortmunder vor der Partie in Köln. Der Bus der Westfalen wurde auf dem Weg zum Ligaspiel mit einem Stein beworfen. Dabei ging eine Scheibe zu Bruch, Personen wurden nicht geschädigt. Der Täter ist noch nicht ermittelt.

"Irgendein Schwachkopf hat vor dem Spiel im Wald einen Stein auf unseren Bus geworfen, ist abgehauen und hat sich feiern lassen. Das war eine feige und lächerliche Aktion. Eine Katastrophe", sagte Dortmunds Trainer Jürgen Klopp und forderte: "Wer immer heute Abend in der Kneipe von einem erzählt bekommt, dass er den Stein geworfen hat: Schmiert ihm eine."

"Dadurch, dass nur eine Scheibe kaputt gegangen ist, ging es. Aber es gab natürlich einen Riesenknall. Die Mannschaft hat sich davon aber nicht beeindrucken lassen", sagte BVB-Sportdirektor Michael Zorc zur Halbzeit bei Sky.

© SID

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