Fußball Bundesliga
Dribbelkünstler Volkert wird heute 60

Der ehemalige Stürmer des 1. FC Nürnberg und des Hamburger SV, Georg Volkert, feiert heute seinen 60. Geburtstag. "Schorsch" war bei den Fans früher wegen seiner tollen Dribblings beliebt.

Nach Gerd Müller feiert am Montag ein weiterer erfolgreicher deutscher Stürmer vergangener Tage seinen 60. Geburtstag: Georg Volkert, der für den 1. FC Nürnberg und den Hamburger SV in 410 Bundesliga-Spielen 125 Tore schoss. Der einst so schussstarke Linksaußen "Schorsch", der mit seinen tollen Dribblings die Gegenspieler narrte und die Fans verzückte, plant aber keine große Feier: "Ich werde nur mit meiner Familie in aller Ruhe feiern."

"Diese Zeit ist endgültig vorbei", sagt Volkert über jene Jahre, in denen er im Mittelpunkt stand. Den höchsten Stellenwert bei seinen vielen Erfolgen genießt der neunte und letzte deutsche Meistertitel des 1. FC Nürnberg im Jahre 1968. Bei dem Traditionsverein schaffte das aus Ansbach stammende Talent über die A-Jugend und die Amateure den Sprung in die Bundesliga-Truppe. "Ein Riesenerlebnis", schwärmt Volkert, "denn wir waren eine verschworene Gemeinschaft. Und wir sind in der gesamten Saison mit nur 14 Spielern ausgekommen." Eine Tatsache, die heute nicht mehr vorstellbar ist.

Sieben erfolgreiche Jahre beim HSV

Nach einem zweijährigen Engagement beim FC Zürich landete der Linksaußen beim Hamburger SV. Sieben erfolgreiche Jahre bescherten ihm einen deutschen Pokalsieg und auch den Gewinn des Europapokals der Pokalsieger 1977. An der Waterkant fühlte sich der Franke pudelwohl. "Ich habe über 20 Jahre in Hamburg gelebt und dort auch heute noch viele Freunde", erzählt er.

Trotz der vielen Erfolge schmerzt Volkert beim Rückblick die geringe Zahl von zwölf Einsätzen in der deutschen Nationalmannschaft. "Ich hätte eigentlich 70 oder 80 machen müssen", behauptet er heute selbstbewusst. Doch Bundestrainer Helmut Schön, konnte sich mit Volkerts Spielweise nicht anfreunden. "Er hat mir schon bei der ersten Einladung zu einem Lehrgang angedeutet, ich müsse auf das Dribbeln wie beim "Club" verzichten," sagt er kopfschüttelnd.

Nach Beendigung seiner Laufbahn war "Schorsch" Volkert als Manager beim FC St. Pauli, dem Hamburger SV, dem VfB Lübeck und dem 1. FC Nürnberg tätig und konnte z.B. seinen ehemaligen HSV-Teamgefährten Felix Magath als Trainer zum "Club" holen. In der Ära Volkert sind die Nürnberger auch von der Regionalliga über die Zweite Liga wieder in die Eliteklasse zurückgekehrt.

Volkert sucht jetzt nach hochbegabten jungen Spielern

Ein Engagement bei einem Verein kommt für ihn allerdings nicht mehr in Frage. Vor einigen Jahren hat er sich in der Gemeinde Sachsen in der Nähe seiner Geburtsstadt Ansbach angesiedelt und betreibt hier eine Sportagentur. Volkert hält Ausschau nach Talenten und wird dabei auch fündig: "Es gibt immer noch hochbegabte junge Spieler, die für Profiklubs interessant sind." Im Mittelpunkt seines Lebens steht für ihn seine Familie mit Ehefrau Isolde ("Ihr habe ich sehr viel zu verdanken") und Enkelsohn Moritz (4), dem er im Garten schon das Dribbeln beibringt.

Volkert, der - wie viele Ex-Profis - den Fußball gegen den kleinen Golfball eingetauscht hat, ist von der neuformierten deutschen Nationalmannschaft überzeugt und traut ihr bei der Weltmeisterschaft im nächsten Jahr zu, dass sie sich zumindest für das Halbfinale qualifiziert.

© SID

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