Fußball Bundesliga
Duisburg präsentiert den "Kugelblitz"

Voller Tatendrang präsentierte sich Ailton bei seiner offiziellen Vorstellung beim MSV Duisburg. "Ich bin unglaublich motiviert. Es war ein großer Fehler, die Bundesliga zu verlassen", erklärte der Brasilianer.

Der ehemalige Torschützenkönig Ailton ist zurück in der Bundesliga. Am Samstag präsentierte sich der Brasilianer bei seiner Vorstellung in der Arena des MSV Duisburg voller Tatendrang: "Ich bin unglaublich motiviert. Es war ein großer Fehler, die Bundesliga zu verlassen", gab der 33-Jährige bekannt.

Sein brasilianisches Temperament konnte Ailton nur einige Sekunden lang zügeln. Dann schwang sich der begeisterte Rodeo-Reiter beim Fototermin im Mittelkreis auf ein Kunststoff-Zebra und gab dem Maskottchen des Aufsteigers MSV Duisburg symbolträchtig die Sporen. Der Paradiesvogel, Publikumsliebling und Sprücheklopfer schenkte den Kamerateams sein breitestes Grinsen, verhielt sich aber bei der anschließenden Präsentation als größter MSV-Transfercoup der vergangenen Jahre ungewohnt bescheiden.

"Ich bin kein Egoist"

"Ich bin kein Egoist, sondern spiele auch gerne mal den Ball ab. Fußball ist ein Mannschaftssport", sagte "Toni" und ließ so einige Anwesende ungläubig staunend zurück. Der Lautsprecher hat sich zum Leisetreter gewandelt, und MSV-Präsident Walter Hellmich war stolz wie Oskar.

Erst nach einem zehnminütigen Monolog über die vergangenen Erfolge des MSV kam der Mäzen bis über beide Ohren strahlend doch noch auf Ailton zu sprechen. "Wir haben alle Stationen abgeklappert. Ich wollte wissen, ob er ein positiver Typ ist oder ein richtiger Stinkstiefel", meinte Hellmich gutgelaunt.

Offenbar hat der Brasilianer, dem Hellmich fünf Tage vor Ailtons 34. Geburtstag das Trikot mit der Nummer 34 überreichte, trotz großer Klappe nirgendwo verbrannte Erde hinterlassen. "13 Personen haben mir unabhängig voneinander bestätigt, dass er zu uns passt. Er kommt sicher nicht für kleines Geld, aber wir wollten noch etwas machen", fügte Hellmich hinzu.

Trainer Rudi Bommer freute sich unterdessen auf "einen torgefährlichen Konterstürmer", der allerdings erst noch topfit gemacht werden muss: "Es wird noch einige Zeit dauern, bis er bei 100 Prozent ist. Aber das wird er schon schaffen." Am Montag fliegt Deutschlands Fußballer des Jahres 2004 mit seiner neuen Mannschaft in das Trainingslager nach Kaprun, wo auch der erste Einsatz im MSV-Dress ansteht.

"Wir hatten seit fünf Wochen Kontakt"

Ausführlich feiern lassen wollte sich die Vereinsführung am Samstag jedoch nicht. Dabei hatte Fußball-Deutschland die ganze Zeit über einen Wechsel zu Hansa Rostock spekuliert, während der MSV in aller Ruhe den Coup einfädelte und Ailton dann überraschend aus dem Hut zauberte. "Wir hatten seit fünf Wochen Kontakt", meinte Bommer.

Dass der Torschützenkönig der Bremer Meistersaison 2003/04 vor 25 Fotografen kein großes Ballyhoo veranstaltete und auch noch auf die vollmundige Ankündigung einer Tormarke verzichtete, wird dem MSV sehr entgegenkommen. Der Kampf um den Klassenerhalt wird auch so schwierig genug.

Für Ailton ist Duisburg die vierte Bundesliga-Station nach Engagements bei Werder Bremen (1998 - 2004), Schalke 04 (2004/05) und dem Hamburger SV (2005/06). In 211 Bundesligaspielen schoss er 105 Tore. Zuletzt war er von Roter Stern Belgrad an Grasshopper Zürich ausgeliehen. Er soll über eine halbe Million Euro im Jahr verdienen und Duisburg zudem 100 000 Euro Ablöse kosten.

© SID

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