Fußball Bundesliga
Energie Cottbus: Neue Ära mit Trainer Wollitz

Mit Claus-Dieter Wollitz soll bei dem Bundesliga-Absteiger Energie Cottbus eine neue Zeitrechnung anfangen. Der neue Coach setzt auf hungrige deutsche Talente.

Mit der Verpflichtung von Claus-Dieter Wollitz beginnt bei Bundesliga-Absteiger Energie Cottbus eine neue Zeitrechnung. Der Trainer, der sich in seiner aktiven Karriere den Ehrennamen "Pele" erspielte, will Energie komplett umkrempeln. Statt auf Fußball-Legionäre aus Osteuropa setzt der Nachfolger von Bojan Prasnikar auf hungrige deutsche Talente und verspricht eine Abkehr der jahrelang in Cottbus praktizierten Mauertaktik.

"Ich habe eine klare Vorstellung von Fußball, der bei mir attraktiv, offensiv ausgerichtet und spielbestimmend ist", sagte der 43-Jährige dem SID und machte deutlich: "Um meine Positionen durchzusetzen, bedarf es sicherlich den ein oder anderen Richtungswechsel im Verein."

Auch bei seiner offiziellen Vorstellung am Dienstagnachmittag verdeutlichte der Hoffnungsträger, dass er einen anderen Kurs einschlagen werde als sein Vorgänger. "Meine Philosophie ist es, junge Spieler zu fördern und spielen zu lassen", erklärte Wollitz, der als erste Amtshandlung das Lauftrainingslager in der Vorbereitung strich: "Ich will erstmal mein Team kennenlernen."

Der frischer Wind, den der energiegeladene Wollitz verbreitet, ist bitter nötig. Die aus 13 Nationen zusammengestellte Mannschaft ist zerstritten und droht auseinanderzufallen. Oberste Priorität hat für Wollitz deshalb die Zusammensetzung des Kaders. Er hat Manager Steffen Heidrich eine Liste mit deutschen Spielern vorgelegt. "Um meine Handschrift durchzubringen, müssen die Spieler mich verstehen können", erklärte der 64-malige Bundesligaspieler.

Einer der Kandidaten ist der Osnabrücker Linksverteidiger Andreas Schäfer, der nach dem Kreuzbandriss von Daniel Ziebig, der ein halbes Jahr ausfallen wird, noch interessanter geworden sein dürfte.

Neben einer verbesserten Kommunikation verlangt der neue Coach bei seiner dritten Trainerstation auch eine verstärkte Identifikation der Spieler mit dem Klub und der Region. "Ich will, dass sie Cottbus leben - so wie ich! Wir wollen eine neue Ära beginnen", sagte Wollitz der Bild. Dabei hatte der auch von Arminia Bielefeld umworbene Coach selbst für Aufsehen gesorgt, als er den Lausitzern zuerst ab- und dann zugesagt haben soll.

Die sofortige Rückkehr ins Oberhaus verspricht der Vater von drei Töchtern vorerst nicht, zumal der Etat um zehn auf 13 Mill. Euro gekürzt wird. Doch mit Mittelmaß will sich der ehrgeizige Wollitz nicht lange zufriedengeben: "Wenn die Planungen umgesetzt und wir ein Team geworden sind, dann bin ich der letzte, der sich hohen Zielen in den Weg stellt."

Genau diese Leidenschaft haben sich die Klubbosse gewünscht und waren daher auch bereit, für den in Brakel geborenen Fußball-Lehrer eine Ablöse an Osnabrück zu zahlen, wo er noch bis 2011 unter Vertrag stand. Er habe eine "mitreißende und authentische Art", lobte Präsident Ulrich Lepsch. In der Tat wirkt Wollitz wie ein Kontrastprogramm zum sowie auf als auch neben dem Platz eher konservativen Slowenen Prasnikar.

Auch bei den Leistungsträgern im Team dürfte der frische Wind gut ankommen. Zuletzt hatten Kapitän Timo Rost und Torhüter Gerhard Tremmel den Egoismus einiger Kollegen scharf kritisiert und intern einen Kurswechsel gefordert. "Ich bin traurig und fassungslos über eine solche Berufsauffassung", meinte Tremmel.

Wollitz hofft, dass er Rost und Tremmel, die beide über Ausstiegsklauseln in ihren Verträgen verfügen und das Interesse anderer Vereine auf sich gezogen haben, zum Bleiben überzeugen kann. "Beide haben zuletzt überragend gespielt und sind Führungsspieler, die auch mal den Mund aufmachen. Genau das brauchen wir", erklärte Wollitz.

© SID

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