Fußball Bundesliga
Enttäuschender Klassiker ohne Tore

Die angekündigte Aufholjagd von Rekordmeister Bayern München wurde schon im Ansatz gestoppt, und der Hamburger SV verpasste den Anschluss an die Bundesliga-Spitze. Das enttäuschende 0:0 im Nord-Süd-Klassiker hatte keinen Sieger verdient, nutzte keinem der beiden Traditionsvereine und sorgte für ein zufriedenes Lächeln bei der Konkurrenz.

Die angekündigte Aufholjagd von Rekordmeister Bayern München wurde schon im Ansatz gestoppt, und der Hamburger SV verpasste den Anschluss an die Bundesliga-Spitze. Das enttäuschende 0:0 im Nord-Süd-Klassiker hatte keinen Sieger verdient, nutzte keinem der beiden Traditionsvereine und sorgte für ein zufriedenes Lächeln bei der Konkurrenz.

Die ersatzgeschwächte Mannschaft von Trainer Louis van Gaal bleibt mit zwölf Punkten weiterhin im Mittelfeld hängen. Am Sonntag könnte der Rückstand auf die führenden Klubs Borussia Dortmund und FSV Mainz 05 bereits auf zwölf Zähler anwachsen. Der HSV verpasste mit jetzt 15 Punkten den möglichen Sprung auf Platz drei. Die größte Chance zum Siegtor vergab in der seit Wochen mit 57 000 Zuschauern ausverkauften Arena Hamburgs Jonathan Pitroipa, der nach einem Alleingang den Pfosten traf (81.).

"Ein Punkt besser als keiner."

Zum 91. Mal standen sich der HSV und die Bayern in der Bundesliga bereits gegenüber, selten aber stand bereits so früh in der Saison so viel auf dem Spiel. Vor allem für die Münchner, die durch ihren verkorksten Saisonstart schon gehörig unter Druck standen. "Wir wollten eigentlich drei Punkte mitnehmen. Aber der HSV hatte am Ende die Chance auf den Sieg. Da muss man auch mal mit einem Punkt zufrieden sein", sagte Kapitän Philipp Lahm und forderte mit Blick auf die Tabelle: "Noch ist alles möglich. Aber wir müssen jetzt mal Punkte holen."

HSV-Kapitän Heiko Westermann trauerte vor allem der Chance von Pitroipa nach: "Es ist bitter, dass er das Tor nicht gemacht hat. Wir hatten die besseren Chancen, aber ansonsten war es ein ausgeglichenes Spiel. Ein Punkt ist besser als keiner."

Insbesondere die Gäste wirkten in der Anfangsphase nervös. Den Bayern-Spielern unterliefen zahlreiche technische Fehler, und es fehlte die Passgenauigkeit. So bestimmte der HSV in der ersten Viertelstunde klar das Geschehen, ohne zu großen Torgelegenheiten zu kommen. Die beste Chance hatte Paolo Guerrero, der nach einem Fehler von Jubilar Philipp Lahm (200. Bundesligaspiel) aus 16 Metern zum Schuss kam, aber verzog.

Rost verletzt vom Feld

Die erste Aufregung gab es dann in der 15. Minute. Zunächst parierte Frank Rost erstklassig den ersten Münchner Torschuss von Thomas Müller gerade noch mit den Fingerspitzen. Unmittelbar danach musste der HSV-Keeper nach einem Zusammenprall mit Bastian Schweinsteiger lange am Knie behandelt werden, konnte aber zunächst weiterspielen.

In der 43. Minute war dann für Rost aber doch vorzeitig Schluss. Neuzugang Jaroslav Drobny kam so zu seinem Bundesliga-Debüt für die Hanseaten. HSV-Trainer Armin Veh befürchtet eine längere Pause für Rost: "Es ist schon dick geworden, wahrscheinlich ist ein Band gerissen. Er wird uns vermutlich länger fehlen." Schweinsteiger wurde in der Folge von den HSV-Fans bei jeder Ballberührung ausgepfiffen.

Nach dem Zusammenprall wurde es auf dem Platz emotional, insbesondere nachdem Joris Mathijsen Mario Gomez am Spielfeldrand in die Bande einer TV-Kamera geschubst hatte. Die zweikampfstarken Gäste kamen nun besser ins Spiel und hatten durch Gomez (19.) eine weitere gute Torchance. Der HSV hatte seine erste klare Möglichkeit in der 30. Minute, als Pitroipa im Münchner Strafraum auftauchte. Sein Pass auf den freistehenden Ruud van Nistelrooy konnte Danijel Pranjic aber im letzten Moment abblocken.

Beide Teams scheuen Risiko

Auch der zweite Durchgang wurde zunächst von der Taktik bestimmt. Beide Teams wollten auf jeden Fall Fehler vermeiden und agierten ohne das letzte Risiko. Chancen gab es so vor allem durch Fernschüsse. Marcell Jansen (52.) verpasste dabei ebenso das Tor wie Lahm (54.). Pitroipa verstolperte eine aussichtsreiche Situation in der 56. Minute.

In der 61. Minute brachte HSV-Trainer Armin Veh dann den zuletzt verletzten Mladen Petric, der bei den HSV-Heimsiegen in den beiden vergangenen Jahren jeweils den 1:0-Siegtreffer erzielt hatte. Eine Hamburger Schlussoffensive blieb aber auch mit Petric aus. Die Münchner verteidigten aufmerksam und suchten gelegentlich ihre Chance bei Kontern, wirkten dabei aber wenig entschlossen.

© SID

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