Fußball Bundesliga: Ex-Nationalspieler Abramczik wird heute 50

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Ex-Nationalspieler Abramczik wird heute 50

Max Merkel müsste dem "Flankengott aus dem Kohlenpott" heute eigentlich ein Geburtstagsständchen singen. Der Ex-Nationalspieler und "Königsblaue" Rüdiger Abramczik feiert seinen 50. Geburtstag im Ruhrgebiet.

Während seiner aktiven Zeit wurde Rüdiger Abramczik oft unterschätzt und auch heute ist der "Flankengott" weiterhin rastlos auf der Suche nach einem Trainer-Engagement in der Bundesliga. "Ehe der Abramczik Nationalspieler wird, singe ich an der Metroplitan Opera!" - mit dieser Prognose lag Lästermaul Max Merkel einst kräftig daneben: Rüdiger Abramczik gab am 27. April 1977 beim 5:0-Sieg gegen Nordirland in Köln eine Premiere wie aus dem Bilderbuch und Bundestrainer Jupp Derwall schwärmte anschließend: "Noch nie hat ein Spieler so ein überzeugendes Debüt gegeben wie Abi. Der hat Flanken für drei Länderspiele hereingegeben."

Heute feiert der vom Straßenfußballer zum "Flankengott aus dem Kohlenpott" avancierte Flügelstürmer in seiner Heimatstadt Gelsenkirchen seinen 50. Geburtstag. "Ich mache nicht viel. Ich feiere nur mit meiner Frau Christa und meinen beiden Kindern Johanna und Felix", erklärt Abramczik, wie er an seinem Ehrentag dem Rummel aus dem Weg gehen will.

Um "Abi" ist es still geworden, er steht nicht im Fokus der Öffentlichkeit. "Ich betreibe mit seit mehreren Jahren ein Sportgeschäft in Gelsenkirchen und besitze zusammen mit Peter Neururer und Manfred Burgsmüller ein Reisebüro", sagt der Ex-Nationalspieler.

Ex-Nationalspieler sucht Trainer-Job

Seit seinem letzten Engagement 2003 beim FC Kärnten in Österreich sucht er einen neuen Trainer-Job. "Mir lagen zwar Angebote aus Bulgarien und der Türkei vor. Aber ins Ausland möchte ich nicht so gern", erklärt Abramczik: "Da ist es schwieriger zu arbeiten als in Deutschland. Hier kennst du jeden, im Ausland nicht. Du weißt nicht, wer ist dein Freund, wer ist dein Feind."

Die Bundesliga wäre für ihn ein Traum. "Dort würde ich auch als Co-Trainer arbeiten. Auch ein Engagement in der zweiten Liga oder der Regionalliga würde ich auch annehmen, wenn es passt", sagt der einstige Stürmer und fügt hinzu: "Ich will wieder was tun, es kribbelt. Ich möchte beweisen, dass ich ein guter Trainer bin. Ich bin gut informiert, bin auf vielen Fußballplätzen, aber ich muss mich nicht vor jede Kamera schmeißen, so wie andere Trainer."

Doch als Coach fand Abramczik nie so richtig sein Glück. Ob beim FC Kärnten, in der Türkei beim Erstligsten Antalyaspor oder in Bulgarien bei Lewski Sofia, wo er schon nach 67 Tagen gefeuert wurde. Beim 1. FC Saarbrücken musste er nach 161 Tagen in der zweiten Liga seinen Hut nehmen.

"Ich war ein Typ wie Helmut Rahn"

Seine Spieler-Laufbahn indes war wesentlich erfolgreicher. Entdeckt wurde der Sohn eines Schlossers vom Schalker Ex-Nationalspieler Berni Klodt, der ihn bei Erle 08 aufspürte. Mit zehn Jahren wechselte "Abi" zu den Königsblauen. Der schnelle und wendige Stürmer, der einst 11,1 Sekunden über 100m lief, gab bereits am 11. August 1973 mit 17 Jahren sein Bundesliga-Debüt. Experten verglichen ihn mit dem unvergessenen "Stan" Libuda. Er selbst behauptet: "Ich war ein Typ wie Helmut Rahn. Ich war doch kein Dribbler wie Stan, ich ähnelte dem Boss."

So ließ sein erstes Länderspiel ließ nicht lange auf sich warten. Vier Jahre nach seinem Liga-Debüt streifte der Rechtsaußen erstmals das Trikot mit dem Bundesadler über. Dort bildete er ebenso wie "auf Schalke" ein Traumduo mit Klaus Fischer, der beispielsweise nach einer Flanke von Abramczik 1977 beim 4:1 in Stuttgart gegen die Schweiz per Fallrückzieher das "Tor des Jahrhunderts" erzielt hatte. "Das war das perfekteste Tor aller Zeiten und ich bin stolz, dass ich daran beteiligt war", sagte der "Flankengott".

Abramczik kam auf 19 Länderspiele (2 Tore), war WM-Teilnehmer 1978 in Argentinien, wo das Team von Bundestrainer Helmut Schön nach der 2:3-Blamage gegen Österreich vorzeitig scheiterte. Bereits 1979 folgte der Abschied aus der Nationalmannschaft, nachdem sich Abramczik mit DFB-Präsident Hermann Neuberger überworfen hatte.

In der Bundesliga brachte er es indes auf 316 Spiele und schoss 77 Tore. Die meisten Spiele machte er für Schalke (202/44 Tore). Für Borussia Dortmund kam er 90-mal zum Einsatz (30 Tore), für den 1. FC Nürnberg 24-mal (3 Tore). Weitere Stationen waren Galatasaray Istanbul (1985 bis 1987) und Rot-Weiß Oberhausen (1987/88).

© SID

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