Fußball Bundesliga
Favre gibt Drobny Vorzug vor Fiedler

Lucien Favre lässt keine Torhüter-Diskussion aufkommen. "Drobny ist die Nummer eins", so der Hertha-Coach nach dem gehaltenen Elfmeter von Christian Fiedler gegen Liverpool.

Mit einem Liverpool-Trikot als Souvenir in der Hand ließ sich Christian Fiedler von den über 51 000 Fans im Olympiastadion feiern. Der Torhüter hatte gerade Hertha BSC Berlin im Härtetest der Saisonvorbereitung gegen den FC Liverpool mit einem gehaltenen Elfmeter ein respektables 0:0 gerettet und zugleich im Torhüter-Duell gegen "Platzhirsch" Jaroslav Drobny gepunktet. Doch nur wenige Minuten später raubte ihm Trainer Lucien Favre mit nur einem Satz alle Hoffnungen auf den Stammplatz: "Drobny ist die Nummer eins."

Für Außenstehende wirkt die Entscheidung zum jetzigen Zeitpunkt unverständlich. Der im vergangenen Jahr vom VfL Bochum in die Hauptstadt gewechselte Drobny spielte nur eine durchwachsene Saison und patzte zudem beim 8:1 im Hinspiel der Uefa-Cup-Qualifikation gegen Nistru Otaci. Ur-Berliner Fiedler, seit 1990 im Verein, überzeugte dagegen in der Vorbereitung und ist nach wie vor Publikumsliebling.

Elfmeter-Parade gegen Woronin

Eine Torhüter-Diskussion, die nach Fiedlers Elfmeter-Parade gegen den Ex-Leverkusener Andrej Woronin (51.) aufgekommen wäre, wollte Favre jedoch verhindern und sprach daher in der "T-Frage" ein Machtwort. Seiner Meinung nach habe der Tscheche Drobny gegenüber dem fünf Jahre älteren Fiedler das größere Potenzial: "Jaroslav kann sich noch verbessern."

Fiedler muckt trotz des vorerst verlorenen Zweikampfs nicht auf, gibt sich in seiner wohl letzten Profisaison aber auch noch nicht geschlagen. "Ich versuche immer, mein Bestes zu geben. Man muss immer parat stehen, falls mal etwas passieren sollte", sagte der 33-Jährige, der ab 2009 als Torwarttrainer vorgesehen ist.

Anders als auf der Torhüterposition sind die Plätze in den anderen Mannschaftsteilen weiter hart umkämpft. Im Test gegen Liverpool überzeugten in der Abwehr die Neuzugänge Marc Stein sowie Kaka und erhöhten damit den Druck auf die etablierten Stammkräfte Josip Simunic und Arne Friedrich, die nach der Euro noch Trainingsrückstand haben.

Hoeneß verärgert über Friedrich

Friedrich zog sich zudem den Unmut von Manager Dieter Hoeneß zu, als er öffentlich seine Enttäuschung über die noch nicht aufgenommenen Vertragsverhandlungen geäußert hatte. "Ich habe null Verständnis für Aussagen dieser Art", sagte Hoeneß: "Ich werde jetzt nicht das Gespräch suchen, habe aktuell viel Wichtigeres zu tun."

Hoeneß bastelt weiter am Kader, der noch um zwei Hochkaräter verstärkt werden soll. So stehen der Tunesier Mohamed Chermiti, mit dem sich der Klub bereits auf einen Vierjahresvertrag geeinigt hat, sowie der Chilene Jorge Valdivia ganz oben auf der Einkaufsliste.

Beide könnten mithelfen, in Berlin endlich mehr Euphorie um Hertha zu erzeugen. Dass 51 641 Zuschauer zu einen Testspiel gegen den Champions-League-Sieger von 2005 ins Olympiastadion strömten, werteten die Verantwortlichen als positives Zeichen. "Das war als Bonbon für unsere Fans gedacht, die uns auch in der nicht immer einfachen letzten Saison unterstützt haben. Sie haben das Bonbon angenommen und kommen hoffentlich wieder", sagte Hoeneß.

© SID

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