Fußball Bundesliga
FC Bayern feuert Jürgen Klinsmann

Jürgen Klinsmann ist nach nicht einmal zehn Monaten als Trainer bei Bayern München gescheitert. Zwei Tage nach dem 0:1 gegen Schalke 04, zog der Vorstand des deutschen Fußball-Meisters am Montag die Notbremse und trennte sich mit sofortiger Wirkung von seinem Cheftrainer. Als Saison-Retter sitzt nun Jupp Heynckes auf der Bayern-Bank.

HB MÜNCHEN. Bis zum Saisonende übernimmt Jupp Heynckes die Nachfolge von Klinsmann, teilte der FC Bayern am Montag mit. Wer in der kommenden Saison Cheftrainer beim Rekordmeister sein wird, teilte der Verein zunächst nicht mit. Auch Klinsmanns Assistenztrainer Martin Vasquez und Nick Theslof müssen den Verein verlassen. Assistent von Heynckes, der seinen Einstand am Samstag ausgerechnet gegen seinen Stammverein Borussia Mönchengladbach geben wird und doch noch die Titelverteidigung anstreben oder zumindest die erneute Qualifikation für die Champions League sichern soll, wird Hermann Gerland, Trainer der Drittliga-Mannschaft des Rekordmeisters. Klinsmanns Entlassung ist der insgesamt vierte Trainerwechsel in der laufenden Bundesliga-Saison. Noch am Samstag war der Ex-Bundestrainer von einer Fortsetzung seiner Arbeit beim Rekordmeister überzeugt. Er sehe durchaus eine Zukunft, zumal die Chemie zur Mannschaft stimmen würde, hatte er erklärt.

Heynckes und Gerland werden am Dienstag das Training der Lizenzspielermannschaft leiten. „Der Vorstand sah nach den letzten Ergebnissen die Mindestziele für diese Saison gefährdet, und hat sich deshalb zu diesem Schritt entschlossen“, hieß es auf der Website des deutschen Rekordmeisters. Auch das offizielle Statement von Klinsmann wurde dort mitgeliefert: „Natürlich bin ich im Moment sehr enttäuscht. Trotzdem möchte ich mich von Herzen beim FC Bayern München, seinen Fans, den Trainern, den Spielern und den Mitarbeitern für eine ereignisreiche Zeit bedanken. Wir haben den Grundstein gelegt für die Zukunft. Ich glaube noch immer daran, dass die Mannschaft in dieser Saison Deutscher Meister werden kann.“

Interims-Coach Heynckes war bereits von 1987 bis 1991 Bayern-Coach. Der heute 63-Jährige gewann dabei mit den Bayern 1989 und 1990 die deutsche Meisterschaft. Zuletzt war der frühere Nationalstürmer, der 1998 als Trainer mit Real Madrid Champions-League-Sieger wurde, in der Bundesliga im Januar 2007 nach nur 215 Tagen bei Borussia Mönchengladbach gescheitert. Auch beim FC Schalke 04 hielt er sich zuvor von Juni 2003 bis September 2004 nur 15 Monate im Amt.

„Wir haben uns diese Entscheidung sehr schwer gemacht“, versicherte Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge in einer Pressemitteilung. „Aber die Ergebnisse der vergangenen Wochen, die Art und Weise wie diese zustande kamen und vor allem die Situation fünf Spieltage vor Saisonende zwangen uns, aus Verantwortung dem Club gegenüber zu handeln.“ Auch für den Vorstand ist das vorzeitig beendete Projekt mit dem ehemaligen Bundestrainer ein großer Imageschaden.

Der ehemalige Bundestrainer hatte als „absoluter Wunschtrainer“ des Münchner Vorstandes um Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß sein Amt im vergangenen Juli als Nachfolger von Ottmar Hitzfeld angetreten. Klinsmanns Vertrag wäre am 30. Juni 2010 ausgelaufen. Der 44-Jährige dürfte eine Abfindung in Millionen-Höhe erhalten.

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