Fußball-Bundesliga
FC Bayern siegt auf Schalke und zieht davon

Pfiffe hagelte es für Manuel Neuer genug bei seiner Rückkehr auf Schalke. Doch beim 2:0-Sieg seiner Bayern erlebte er ansonsten einen ruhigen Nachmittag. Die Münchener dominierten trotz Personalsorgen.
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GelsenkirchenDer FC Bayern München ist nicht zu stoppen. Der Tabellenführer der Fußball-Bundesliga gewann trotz namhafter Ausfälle hochverdient 2:0 (1:0) auf Schalke und hat nun ein dickes Polster auf Konkurrenten wie Leverkusen oder Dortmund. Die Tore schossen Nils Petersen und Thomas Müller. Bayern-Trainer Jupp Heynckes sagte nach dem Abpfiff: „Insgesamt hat meine Mannschaft wieder ein Klassespiel gemacht. Wir haben sicher die beste zweite Halbzeit in dieser Saison gespielt.“ Für die bisher so heimstarken Schalker ist die Niederlage ein herber Rückschlag.

Wenn Schalke die Bayern empfängt, ist das zwar immer ein besonderes Spiel, aber am Sonntag war es das ganz besonders. Schließlich war es für Manuel Neuer die Rückkehr an die im Sommer verlassene Wirkungsstätte: „Ich freue mich auf dieses Spiel. Viele Augen werden auf mich schauen“, sagte der wohl beste Keeper der Liga vor dem Anpfiff wohl wissend, dass ihn viele Schalker Anhänger unfreundlich empfangen würden. 

So wurden schon für den Weg in die Kabine Vorsichtsmaßnahmen getroffen: Schalke hat im Hinblick auf Neuers Sicherheit einen extra Wachdienst bestellt, der ihn vor möglichen Wurfgeschossen schützen sollte. Als Neuer dann zum Aufwärmen auf den Platz sprintete, hallte es rund 20 Sekunden lang Pfiffe und Schmährufe aus der Nordkurve. Außerdem wurde ein 50 Meter langes Plakat entrollt mit der Aufschrift „Wir trauern um Manuel Neuer. Gestorben zwischen 2005 und 2011. Wiederauferstanden als charakterlose Marionette“. Diese Anhänger hatten wenig Verständnis für Neuers aus objektiver Sicht betrachtet allzu logischen Wechsel nach München, entsprachen damit aber nicht der Meinung von seinen ehemaligen Mitspielern und vielen anderen S04-Fans, wie im Stadion deutlich zu merken war.

Aus sportlicher Sicht kamen Neuer und seine Münchner Mitstreiter mit breiter Brust zum bisher heimstarken FC Schalke: Der Rekordmeister hatte zuletzt eine sehr gute Serie hingelegt, war seit 658 Pflichtspielminuten ohne Gegentreffer. Allerdings fehlten neben Arjen Robben und Ivica Olic auch Top-Torjäger Mario Gomez (Adduktoren). Für ihn spielte Nils Petersen zum ersten Mal in der Bundesliga von Anfang an. So saß mit dem jungen Japaner Takashi Usami nur eine echte Offensivalternative auf der Bank.  

Beim FC Schalke konnte Torhüter Ralf Fährmann trotz eines Bänderrisses am Sprunggelenk ran. Etwas überraschend stand der Japaner Uchida in der Startelf, um die Kreise von Frank Ribéry zu stören. Um es vorweg zu nehmen: Das gelang ihm nur sehr bedingt. Außerdem kam Peer Kluge im defensiven Mittelfeld zu seinem ersten Saisoneinsatz. Beide Teams waren unter der Woche im Einsatz, Bayern am Mittwoch in Villareal, Schalke am Donnerstag im rumänischen Cluj.

Es war vom Anpfiff weg eine emotionale Partie. Nicht zuletzt deshalb, weil bei der Platzwahl die Seiten gewechselt wurden und Manuel Neuer direkt vor dem harten Kern der Schalker Fans ins Tor gehen musste. Die bewiesen durch laute „Judas“-Rufe ihre Bibelfestigkeit. Neuer selbst blieb cool und kam gleich nach 20 Sekunden risikofreudig aus dem Tor gestürmt und klärte die Situation.

Auch ansonsten war es vom Start Weg eine interessante Partie: Schon in der 3. Minute bekam Petersen den Ball in bester Position aufgelegt, zögerte aber zu lange. Danach agierten die Bayern offensiv wie in einem Heimspiel, ließen den Ball zirkulieren, kamen dem Tor vorerst nicht aber allzu nah. Bis zur 16. Minute: Da zirkelte der insgesamt starke Badstuber einen Freistoss von halbrechts gefährlich aufs Tor, doch S04-Keeper Fährmann hielt ausgezeichnet. 

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