Fußball Bundesliga
Felix Magath muss ganz kleine Brötchen backen

Schalkes Trainer und Manager Felix Magath muss bei S04 in Zukunft einen rigorosen Sparkurs fahren. Auch der Verkauf von Starspielern wird wohl unvermeidlich sein.
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Der Meistermacher wird zum Sparkommissar: Felix Magath, der als Trainer und Manager den Bundesligisten Schalke 04 nach über einem halben Jahrhundert wieder zum Titel führen soll, muss vorerst kleine Brötchen backen. Denn auch nach der Finanzspritze von 25,5 Mill. Euro muss der starke Mann der Königsblauen spätestens ab Sommer einen rigorosen Sparkurs fahren. "Wir müssen unser Gehaltsvolumen deutlich reduzieren", sagt Magath.

An seinem Fernziel, spätestens zum Ende seiner Vertragslaufzeit im Jahr 2013 mit den Königsblauen deutscher Meister zu werden, hält Magath aber fest. "An meinem Plan ändert sich nichts. Die Sachlage hat sich seit dem Frühjahr nicht geändert, denn da war schon klar, dass der Verein finanziell auf eine neue Grundlage gestellt werden muss", erklärte der Schalke-Coach und fügte an, dass dies für die laufende und auch kommende Saison gelte. Das bedeutet: Schalke stellt nach dem Deal mit der Gelsenkirchener Stadt-Tochter GEW vor allem seine teuren Stars ins Schaufenster - für zahlungskräftige Interessenten. "Man muss auch in Kauf nehmen, dass man einen Spieler verliert, den man gerne halten möchte", erklärt Magath. Damit meint er nur einen nicht - Nationaltorwart Manuel Neuer. Der U21-Europameister soll das Gesicht des neuen Schalke sein und ist unverkäuflich. "Es gilt für alle Spieler, dass man über einen Verkauf nachdenken muss, wenn das Angebot stimmt - außer bei Manuel Neuer", betont Magath.

Hoffnung auf eine Flasche Wein von Jauch

Damit reagierte der Trainer und Manager auch auf die neuesten Spekulationen, dass der Schalker Torwart wenn nicht in der Winterpause, dann doch spätestens im kommenden Sommer zu Bayern München wechseln würde. "Ich hoffe, dass der Franz mir eine Flasche Wein abgibt", sagte Magath bereits in Anspielung auf die Wette zwischen Bayern-Präsident Franz Beckenbauer und TV-Moderator Günther Jauch, der auf einen Wechsel Neuers im Januar um eine Kiste Wein gewettet hatte.

Realistischer ist ein Weggang von Torjäger Kevin Kuranyi, um den Personaletat von zuletzt 55 Mill. Euro drastisch zu senken. Der Vertrag des 27-Jährigen läuft im Sommer aus. Das Einsparpotenzial ist enorm, denn Kuranyi gehört zu den Topverdienern. Der Stürmer, mit 98 Toren in 237 Spielen trotz aller Kritik ein absoluter Bundesliga-Hochkaräter und mit fünf Treffern schon wieder bester Schalker Torschütze, hat zwar Entgegenkommen signalisiert. Er könne sich vorstellen, auch für weniger Geld zu spielen, sagte er vor einigen Wochen. Doch sollte Kuranyi nach zuletzt drei Toren in zwei Spielen weiter regelmäßig treffen, wird es an verlockenden Angeboten anderer Arbeitgeber nicht mangeln.

Vorerst keine Vertragsgespräche mit Kuranyi

Über eine eventuelle Vertragsverlängerung will Magath in den nächsten Monaten noch nicht verhandeln. "Bevor wir nicht wissen, wo wir sportlich stehen, machen diese Überlegungen keinen Sinn", sagt der 56-Jährige und ergänzt: "Für Planung und Etat ist auch entscheidend, ob wir einen internationalen Wettbewerb erreichen oder nicht."

Der derzeitige Tabellenvierte, der am Samstag (18.30 Uhr/live bei Sky und Liga total) Spitzenreiter Bayer Leverkusen zum Topspiel der elften Runde empfängt, kann also erst gegen Ende der Saison in konkrete Verhandlungen einsteigen. Dann ist es möglicherweise schon zu spät.

Kobiaschwili und Altintop müssen wohl gehen

Auf der Streichliste stehen auch Mittelfeldspieler Lewan Kobiaschwili und Stürmer Halil Altintop, deren Verträge ebenfalls zum Saisonende auslaufen. Beide sind keine Stammspieler, schlagen aber mit vergleichsweise hohen Gehältern zu Buche.

Um Abgänge wichtiger Spieler kompensieren zu können, braucht Magath allerdings Transfererlöse. Nur wenn Profis mit noch laufenden Verträgen wie Außenverteidiger Rafinha verkauft werden könnten, stünde Geld für Neuverpflichtungen zur Verfügung. "Wir werden keinen Spieler unter Wert verkaufen, das haben wir auch im vergangenen Sommer nicht gemacht", betont Magath und unterstreicht: "Dann müsste man entsprechenden Ersatz holen."

© SID

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