Fußball Bundesliga
Frontzeck und Slomka bangen um ihre Jobs

Für Mirko Slomka und Michael Frontzeck stehen in den Samstagpartien des 22. Spieltags echte Endspiele an. Schalke trifft auf die Bayern, Bielefeld spielt bei Hansa Rostock.

Zwei Trainer kämpfen um ihren Job, Spitzenreiter Bayern München um den ersten Big Point im Titelrennen und Bremen hofft auch ohne Diego auf den erneuten Anschluss an die Tabellenspitze: Die sechs Samstagpartien des 22. Bundesligaspieltags birgen einige Brisanz. Im Mittelpunkt steht das Duell zwischen dem FC Schalke 04 und Rekordmeister München.

"Es geht nicht um mich, es geht um Schalke 04. Wir haben die große Möglichkeit, mit einem Sieg unserem Ziel Platz drei wieder näherzukommen", sagte Slomka, dessen Team zuletzt zweimal in Folge verlor und auf Neu-Nationalspieler Jermaine Jones (Gelb-Rot-Sperre) verzichten muss. "Gerade in kritischen Situationen hat die Mannschaft bisher immer Charakter gezeigt", meinte Manager Andreas Müller und stärkte seinem Coach den Rücken, nachdem die Schalker Führungsetage den 40-Jährigen zuletzt öffentlich kritisiert hatte: "Ich habe volles Vertrauen zu Mirko. Es gibt kein Ultimatum, das ist völliger Quatsch."

Die Hoffnungen der Münchner, die seit neuneinhalb Jahren auf einen Sieg bei Schalke warten, ruhen auf der Rückkehr von Franck Ribery in die Startformation. Mit dem Franzosen, der am Mittwoch in letzter Sekunde mit einem frechen Elfmeter den mühsamen Pokalerfolg gegen den Lokalrivalen 1 860 München sicherte, steht und fällt das Spiel der Bayern, bei denen Andreas Ottl den gesperrten Mark van Bommel ersetzt.

Hitzfeld erwartet "Willensleistung"

"Wir müssen unser Flachpassspiel und die Flanken verbessern und haben sicher noch einige Baustellen", sagte Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld, der eine "Willensleistung" erwartet: "Wir werden auf großen Widerstand treffen. Eine schwere, aber lösbare Aufgabe." Kein Verständnis hat der künftige Schweizer Nationalcoach für die Kritik an Slomka: "Er hat bislang Großartiges geleistet."

Nutznießer eines Bayern-Patzers könnte Werder Bremen werden, wenn die Hanseaten ohne ihren gesperrten Spielmacher Diego Borussia Dortmund schlagen. Allerdings gab es in dieser Saison in Meisterschaft und Pokal schon zwei Niederlagen gegen den BVB. "Diesmal kriegt Dortmund einen auf den Sack, und gut ist", meinte Torhüter Tim Wiese. Die Borussia will aber nach dem Einzug ins Pokal-Halbfinale in der Liga nachlegen.

Ganz andere Sorgen hat Michael Frontzeck, der bei einer sechsten Pflichtspielniederlage als Trainer von Arminia Bielefeld in Rostock wohl wie zuvor schon Sportdirektor Reinhard Saftig seinen Hut nehmen muss. Die Vereinsführung hat ihm nur bis Samstag eine Job-Garantie gegeben. Frontzeck gibt sich aber gelassen. "Für mich gibt es keine End- oder Schicksalsspiele", sagte er: "Es geht um drei wichtige Punkte."

Trainerschreck Hansa Rostock

Rücksicht der Rostocker, die ihr 400. Bundesligaspiel bestreiten und sich auf sechs Punkte von der Arminia absetzen könnten, darf Frontzeck nicht erwarten. "Ob Frontzeck gehen muss, ist mir doch egal. Wir wollen Arminia in den Keller schießen", sagte Christian Rahn. "Für Mitleid gibt es in unserem Geschäft keinen Grund", meinte Tim Sebastian: "Frontzeck würde schon wieder einen neuen Job finden." Pikant: In dieser Saison sind schon zwei Trainer nach Spielen gegen Rostock entlassen worden - Wolfgang Frank beim Zweitligisten Kickers Offenbach und Hans Meyer in Nürnberg.

Meyers Nachfolger Thomas von Heesen droht zwar nicht wie Frontzeck der Rauswurf, eine Niederlage bei Hannover 96 würde die Situation des FCN im Tabellenkeller aber noch bedrohlicher machen. Beim Club entspannt sich zumindest die Personallage, Zvjezdan Misimovic und Robert Vittek stehen vor der Rückkehr ins Team.

Nürnbergs Gastgeber Hannover 96 hofft unterdessen auf den ersten Sieg im neuen Jahr. Besser in Schwung ist der VfL Wolfsburg, der in den letzten sieben Pflichtspielen sechs Siege und ein Remis verbuchte. Mit dem Selbstvertrauen aus dem Pokal-Erfolg gegen den HSV wollen die "Wölfe" auch beim Karlsruher SC bestehen.

Unfreiwillig zuschauen müssen dagegen am Wochenende Cottbus und Stuttgart, nachdem die Stadt Cottbus als Eigentümer das Stadion der Freundschaft für Samstag aus Sicherheitsgründen gesperrt hat. Es wird mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 130 km/h gerechnet. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) will nach dem 382. Spielausfall der Bundesliga-Geschichte zeitnah über eine Neuansetzung der Partie entscheiden. Zuletzt war am 3. März 2006 das Spiel zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und Stuttgart wegen verschneiter Anfahrtswege abgesagt worden.

© SID

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