Fußball Bundesliga
Gespannte Stille beim HSV - Spieler demonstrieren

Beim Hamburger SV lässt die Entscheidung über die Zukunft von Trainer Thomas Doll weiter auf sich warten. Während der Vorstand über die Personalie diskutiert, machen sich die Profis für einen Verbleib des Coaches stark.

Den Verantwortlichen des Hamburger SV fällt die Entscheidung über die Zukunft von Thomas Doll offenbar alles andere als leicht. Drei Tage nach dem Ende der desaströsen Hinrunde ist in der Personalie der Ausgang offen, an der Frage um die Zukunft des Trainers scheinen sich beim Bundesligisten die Geister zu scheiden. Die Vereinsverantwortlichen mauern, im Umfeld werden täglich neue Nachfolgekandidaten genannt. Nur die Mannschaft hat ein deutliches Votum für ihren Coach und den ebenfalls in der Kritik stehenden Sportchef Dietmar Beiersdorfer abgegeben.

"Mit Doll und Didi zurück nach oben! Jetzt erst recht!"

"120 Prozent mit Doll und Didi zurück nach oben! Jetzt erst recht!", war auf einem Plakat zu lesen, dass die Profis Thimothee Atouba, Raphael Wicky, Vincent Kompany, Nigel de Jong und Alexander Laas im Namen des gesamten Teams am heimischen Stadion entrollten. "Ich hoffe, der Vorstand bedenkt, dass wir Spieler die Situation zu verantworten haben. Wir wollen mit den Beiden weitermachen", erklärte Atouba.

Ob der in der Bundesliga-Geschichte wohl einmalige Schulterschluss den gewünschten Erfolg bringt, bleibt abzuwarten. Bayern Münchens Manager Uli Hoeneß bewertete die Aktion im Rahmen der Hamburg Soiree am Montagabend durchaus kritisch: "Die Spieler hatten in den vergangenen Monaten genug Zeit, sich auf dem Platz für ihren Trainer stark zu machen."

Der HSV-Vorstand berät die Situation beim Tabellenvorletzten derweil ausgiebig. Nach einer sechsstündigen Marathonsitzung am Montag, in deren Verlauf auch Doll seine Sicht der Dinge darlegte, trafen sich Klubchef Bernd Hoffmann und seine Kollegen am Dienstag zu neuerlichen Gesprächen. Als größter Befürworter des Trainers gilt im Vorstand Beiersdorfer - wohl auch, weil er im Falle eines Abgangs des 40-Jährigen selbst kaum zu halten wäre.

Verpflichtungen und Umstrukturierungen

Statt einer Ablösung Dolls soll der Sportchef, der mit seinen Transferentscheidungen vor der aktuellen Saison kein sonderlich glückliches Händchen bewies, die Verpflichtung weiterer Spieler sowie Umstrukturierungen im Assistenztrainer-, Mediziner- und Betreuerstab favorisieren.

Auch Christian Reichert scheint im vierköpfigen Vorstand eher Doll zugeneigt. So würde es dem in Pattsituationen mit doppeltem Stimmrecht ausgestatteten Gremiumschef Hoffmann und Katja Kraus obliegen, über die Zukunft des Trainers zu entscheiden. Am Mittwoch erwartet der Aufsichtsrat den Bericht des Vorstandes. Ein Mitspracherecht in der Trainerfrage, über die noch vor Weihnachten endgültige Klarheit herrschen soll, haben die Kontolleure allerdings nicht - das Warten geht weiter.

© SID

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