Fußball Bundesliga
Geteiltes Echo auf Schalker Salary-Cap-Forderung

Das Gros der Bundesligisten steht der von Schalke geforderten Einführung eines Salary Cap kritisch gegenüber. Die Bayern sind aufgeschlossener, warnen aber vor einem Alleingang.

Die vom finanziell angeschlagenen Bundesligisten Schalke 04 geforderte Einführung einer Gehaltsobergrenze für Fußball-Profis stößt in der Bundesliga vorerst auf Ablehnung: Während Schalkes Trainer Felix Magath durch die Kostenkontrolle "mehr Gerechtigkeit in den Wettbewerb bringen" will, stehen zahlreiche Erstligisten der Einführung eines so genannten Salary Cap aus unterschiedlichen Gründen derzeit noch kritisch gegenüber.

"Die Bundesliga steht vor einer gefährlichen Entwicklung, wenn man den Gedanken der Schalker zu Ende denkt. Durch diesen Antrag entsteht national keine Chancengleichheit. Vielmehr wird der Status quo der Klubs in den Metropolen zementiert, weil sie große Stadien haben und so viel größere Umsätze generieren können", sagte Hoffenheims Manager Jan Schindelmeiser dem Sport-Informations-Dienst (SID) und fügte wegen der finanziell problematischen Situation des Antragstellers hinzu: "Es überrascht schon, dass ausgerechnet die Schalker zu diesem Zeitpunkt den Antrag stellen."

Der am Mittwoch in der Zentrale der Deutschen Fußball Liga (DFL) in Frankfurt eingegangene Antrag von Schalke-Geschäftsführer Peter Peters ist eine Reaktion auf die von Hannovers Präsident Martin Kind geforderte Abschaffung der Investorenregel in der Bundesliga, wonach der Stammverein mindestens 50 Prozent plus eine Stimme an den Lizenzspielerabteilungen der Klubs halten muss. Über die Aufhebung der 50+1-Regel entscheiden die 36 Erst- und Zweitligisten bei einer Vollversammlung am 11. November.

Nur 70 Prozent für Personalkosten

Der Peters-Plan sieht ein Kostenkontrollsystem vor. So darf ein Verein nur 70 Prozent seiner Gesamteinnahmen aus den Bereichen TV, Sponsoring, Ticketing und Werbung in Transfer- und Personalkosten investieren. Die Gelder eines Investors dürfen indes nur in Bereiche fließen, die nichts mit den Aufwendungen für die Profis zu tun haben. "Mainz oder wir mit 30 000 Zuschauern oder weniger sind dann natürlich im Vergleich zu Klubs, deren Arenen 60 000 oder 80 000 Zuschauer fassen, deutlich im Nachteil", sagte Schindelmeiser.

Auch Eintracht Frankfurts Vorstandsboss Heribert Bruchhagen, der den Einstieg von Investoren in der Bankenmetropole grundsätzlich ablehnt, hält die Umsetzung einer Gehaltsobergrenze kaum für möglich. "Als ich noch Geschäftsführer bei der DFL war, habe ich einen Antrag eingereicht, dass die Provisionen der Berater nicht mehr als zehn Prozent des Grundgehalts der Spieler betragen dürfen. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen. Daran gehalten hat sich aber niemand. Der Vorschlag der Schalker ist gut. Aber alleine mir fehlt der Glaube, dass die Vereine es auch alle so umsetzen würden", sagte Bruchhagen dem SID.

Bayern fürchten Nachteile im internationalen Vergleich

Die Führung von Rekordmeister Bayern München steht der Idee der Schalker dagegen grundsätzlich positiv gegenüber, warnte bei diesem kontrovers diskutierten Thema aber vor einem nationalen Solo. "Es wäre absurd, einen nationalen Alleingang zu starten", hieß es in einer Erklärung des Vorstandes der FC Bayern München AG am Freitag: "Das wichtige Thema Kostenkontrolle kann nur in einem internationalen Konsens, zusammen mit der Uefa, in Angriff genommen werden, damit dann für alle Klubs in Europa die gleichen Regeln gelten."

Deshalb "begrüßt und unterstützt" der FC Bayern die jüngste Initiative der Exekutive der Europäischen Fußball-Union (Uefa), im europäischen Fußball eine Kostenkontrolle und auf diesem Weg Chancengleichheit zu erreichen, hieß es in der Erklärung weiter. Der Rekordmeister lehne "aber strikt einen nationalen Alleingang in dieser Angelegenheit ab. Denn dadurch würden sich deutsche Klubs einen eklatanten Wettbewerbsnachteil im Vergleich mit anderen europäischen Ligen selbst auferlegen."

Bei Borussia Mönchengladbach konnte man der Idee positive Seiten abgewinnen. "Grundsätzlich sollte jeder Verein für sich einen Salary Cap finden und nicht mehr ausgeben, als er einnimmt", sagte Geschäftsführer Stephan Schippers. Es sei ein richtiger Gedanke, so etwas übergreifend einzuführen, ein nationaler Alleingang wäre jedoch der falsche Weg. Dieser Meinung ist man auch bei Hertha BSC Berlin. "So etwas kann nur nach Absprache auf internationaler Ebene funktionieren", sagte Manager Michael Preetz.

© SID

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